Ladenburg - Neues Urnenfeld für „Bestattung unter Bäumen“ auf dem Friedhof Darf bald Tierasche mit ins Grab?

Von 
Peter Jaschke
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Schon seit dem Sommer, als das Foto entstand, wird das neue Feld „Bestattung unter Bäumen“ vorbereitet. Dürfen dort bald auch Tierurnen mit ins Grab? © Peter Jaschke

Ladenburg. Es sind neue Wege und offenbar ein neues Grabfeld entstanden auf dem Friedhof in Ladenburg. Was tut sich da rund um die Baumskulptur des Künstlers Hans-Michael Kissel im westlichen Randbereich der Anlage an der Preysingstraße? Der für die Pflege der letzten Ruhestätte mitzuständige Gärtner Heiko Freund weiß Antwort: „Wenn der Gemeinderat zustimmt, soll in diesen zukünftigen Urnengräbern auch die Asche von Haustieren beigesetzt werden dürfen“, sagt Freund, der selbst Stadtrat der Freien Wähler ist.

Trend zeichnet sich ab

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„Wir wollen aber keinen Tierfriedhof“, betont Freund, der sich bei seiner Initiative durch die städtische Friedhofsverwaltung stark unterstützt sieht.

Doch der Reihe nach: Zunächst geht es bei dem neuen Grabfeld namens „Bestattungen unter Bäumen“ um eine Form der Urnenbestattung, die sich an das immer beliebter werdende Konzept von Ruhewäldern anlehnt. „Ziel ist es, die Bestattung im Friedhof attraktiv zu halten“, erklärt Freund, denn die Zahl herkömmlicher Bestattungen nehme ab, während die der Einäscherungen steige. Doch zeichne sich noch ein weiterer Trend ab: „Das Haustier wird für viele immer bedeutender im Leben – und auch danach“, sagt der Friedhofsgärtner. In Kommunen wie Braubach bei Koblenz und Essen könne man sich bereits Gräber mit den Überresten des geliebten Vierbeiners teilen. Es gebe Kleintierkrematorien in Mannheim und in Laudenbach.

In Ladenburg weiß Freund bisher von zwei Anfragen nach Bestattungsmöglichkeiten für Tiere. Diese Option im neuen Feld mit Platz für 60 bis 80 Gräber einzuräumen, so lautet sein Vorschlag. Wer dies wünsche, müsse ein solches Grab für 30 Jahre kaufen, was genauso viel koste wie ein Urnenplatz ohne die Möglichkeit, vor oder nach dem eigenen Ableben die Asche von Haustieren mit im Grab zu haben.

Gemeinderat muss entscheiden

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„Es könnte als Test dienen, wie das Angebot angenommen wird“, so Freund. Behördlicherseits sei alles geklärt. Die Stadt habe eine Kalkulation erstellt. Er selbst gehe bei der Anlage des gärtnergepflegten Felds finanziell in Vorleistung. Doch ganz gleich, ob der letzte Wille künftig zunehmend die Urne des geliebten Vierbeiners im eigenen Grab verfügt: Das letzte Wort hat der Gemeinderat.

Freie Autorenschaft Peter Jaschke ist von Haus aus Diplom-Geograf (Universität Mannheim) und Landschaftsgärtner. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband, freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr. Er ist einer der Ko-Autoren der Stadtchronik "Aus 1900 Jahren Stadtgeschichte" und schreibt u.a. für ein Fachmagazin.