Ladenburg - Rüdiger Wolf ist der neue Chef des Ordnungsamts / 35 Jahre in Mannheim, zuletzt im Bürgerdienst Behördenleiter und Feuerwehrmann

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Stephanie Kuntermann
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„Wir sind so gut aufgestellt wie noch nie“, sagt Stefan Schmutz und meint die Besetzung des Ordnungsamts. 1,5 Vollzeitstellen sind das, erklärt der Bürgermeister, die besetzt seien mit „zwei erfahrenen Kräften, die sich schon sehr gut eingearbeitet haben.“

Will ein offenes Ohr haben für die Bürger, Vereine oder Gewerbetreibenden: Rüdiger Wolf in seinem neuen Büro im Rathaus. © Kuntermann
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Schon seit April ist Sascha Lösch jetzt im Dienst, einer der neuen „Sheriffs.“ Sein Kollege Hans-Peter Wey versieht sein Amt seit Juni, und Schmutz betont, dass die beiden „überhaupt keine Berührungsängste mit der Bevölkerung“ hätten.

Leider aber mit dem „MM“, der sie gerne mit Bild und einigen Zeilen über ihren privaten wie beruflichen Werdegang vorgestellt hätte. Das wolle einer der beiden nicht, erklärt Schmutz. Und der andere habe an diesem Tag ohnehin frei.

Also keine „Sheriffs“. Ganz offiziell vorgestellt wird an diesem Tag aber der neue Leiter des Ordnungsamts, der seit 1. Oktober in Amt und Würden ist (der „MM“ berichtete). Rüdiger Wolf ist der Nachfolger von Thomas Müller, der den Posten 14 Monate lang innehatte.

Standesamt und Bombenfunde

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„Eine sehr erfahrene Führungskraft“, lobt Schmutz den Amtsleiter, der nach einem zweistufigen Bewerbungsverfahren vom Verwaltungsausschuss unter mehreren Bewerbern ausgewählt wurde.

Vor 35 Jahren fing der heute 52-Jährige als Verwaltungsfachangestellter bei der Stadt Mannheim an, besuchte Lehrgänge und Fortbildungen und war in den verschiedensten Ämtern tätig, angefangen von der Bußgeldstelle über die Kontrolle von ruhendem und fließendem Verkehr und die Leitung des Bürgerdienstes Neckarau. Vielfältig war der Arbeitsbereich Sicherheit und Ordnung. Er reichte von Platzverweisen für Drogendealer und Prostituierte über Demonstrationen und Bombenfunde bis hin zu Großveranstaltungen wie der Arena of Pop – jedenfalls im Hinblick auf die Konzerte kann Wolf seine Erfahrungen im kommenden Jahr gut gebrauchen, wo der Ladenburger Musiksommer ansteht. In den vergangenen zehn Jahren war Wolf Bezirksleiter der Bürgerdienste für Jungbusch und Schwetzingerstadt mit 120 Angestellten. Auch das Standesamt gehörte zu seinen Zuständigkeiten.

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Warum nun die Entscheidung für das beschauliche Ladenburg? „Hier habe ich alles, was ich in den letzten Jahren in Mannheim gemacht habe“, sagt Wolf. Es sei schon immer sein Wunsch gewesen, in eine Kleinstadt zu kommen und dort viele, unterschiedliche Aufgabenbereiche zu haben. An Ladenburg gefalle ihm das Flair, die erhaltenswerte Altstadt, sagt er: „Hier gibt es Geschäftswelt, Tourismus und Einwohner, und der Autoverkehr in so einer mittelalterlichen Stadt muss geordnet werden.“

Wunsch in Erfüllung gegangen

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Er will Ansprechpartner sein für Bürger, Vereine und Gewerbetreibende. Und auch für die Feuerwehr vor Ort, die er gerne unterstützen will. Schließlich ist der Friedrichsfelder in seiner Heimatgemeinde seit vielen Jahren Mitglied der dortigen Wehr und hat es bis zum Oberbrandmeister gebracht. Für Schmutz ist auch dieser Umstand „ein Glücksfall“.

Zu guter Letzt geht es im „MM“-Gespräch noch um das Aussehen der Straßen und öffentlichen Anlagen. Die Graffiti seien ihm bereits aufgefallen, sagt Wolf. Soweit es den oft beklagten Müll betreffe, sieht er das gelassen, war aus seiner Zeit in der Quadratestadt einiges gewöhnt und sagt vieldeutig: „Sie müssen wissen, dass mein Dienstgebäude in Mannheim in K 7 war.“

Für den Familienvater – er hat zwei erwachsene Söhne – ist mit der Stelle in Ladenburg ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Und so sagt er unverblümt, dass er nicht vor hat, sich in nächster Zeit nach etwas Neuem umzusehen: „Ich habemir vorgenommen, hier in Rente zu gehen.“