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Ladenburg

1900 Jahre alter „Römerbeton“ in Ladenburg zu sehen

Von 
Peter Jaschke
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Ladenburg. Der Internationale Museumstag in Ladenburg wirft Schatten voraus: Ein römischer Zementblock aus Trier, also aus einer der Metropolen des Imperium Romanum, soll am Sonntag, 15. Mai, ein Hingucker beim Programm rund ums Lobdengau-Museum der hiesigen Römerstadt sein. Das archäologische Artefakt, wie der Fachmann sagt, stammt aus der zweitgrößten Badeanlage des Römerreichs, die 150 nach Christus in Augusta Treverorum (Trier) errichtet wurde, und steht nun vor dem römischen Forum in der Metzgergasse.

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Stefan Schmutz (v. l.), Römer Alexander Queren und Andreas Hensen. © Jaschke

„Das passt zu Ladenburg, weil auch das Mauerwerk der Eingangshalle unseres Forums mit der gleichen Technik gehärtet wurde“, erklärt Museumsleiter Andreas Hensen am Montag vor Ort. Die Rede ist von „opus caementicium“. Das klingt nicht nur wie das heutige Wort Zement, sondern ist tatsächlich der bereits zur Römerzeit gebräuchliche Vorläufer des Betons. Der Baustoff aus Kalk, Wasser und mineralischen Zuschlägen diente zum Bau des Prachtgebäudes für Gerichtssitzungen und Handelsgeschäfte in der antiken City von Lopodunum, wie Ladenburg damals hieß. Bei dem zylindrischen Zementblock handelt sich um einen Bohrkern, der bei Probesondierungen wegen Bauarbeiten in der Trierer Innenstadt entnommen worden war. Er gehörte einst zum Kaltbaderaum (Frigidarium) der großen Barbara-Thermen.

Wie kam nun aber das rund 1900 Jahre alte und 80 Zentimeter hohe Gussmauerwerk mit einem Durchmesser von 65 Zentimetern in den Forumsbereich Metzgergasse? Hier ist zunächst die örtliche Schreinerei Heiko Schmidt zu nennen, die den Block mit dem Kran in den Hof gehievt hatte. Des Weiteren dankt Hensen Werner Molitor vom Heimatbund. Dieser hatte vor 20 Jahren bei einer Wanderausstellung über die Bautechnik der Römer in Ladenburg Ja gesagt, als Ulrich Nolting von Südzement-Marketing als Mitveranstalter fragte, ob solch ein Artefakt etwas für den Heimatbund wäre. Auch die Firma HeidelbergCement war daran beteiligt, dass der Bohrkern nach Ladenburg kam.

Mitten in der Altstadt

Nachdem das Zeugnis aus antiker Zeit zunächst ein „Schattendasein“ in einem Lager des Geschichtsvereins geführt habe, sei Hermann Mayer zu einer weiteren „ausschlaggebenden Figur“ geworden, so Hensen. Der Heimatbund-Aktive zeigte den Block zunächst im Baufenster der Huber´schen Scheuer an der Passage zwischen Lustgartenstraße und Heidelberger Straße, wo Hensen darauf aufmerksam wurde. „Nun sehen es mehr Leute“, freut sich Mayer mit Molitor über das jetzt mitten in der Altstadt zugängliche Exponat. Eine von Alexander Glowinski angefertigte und von HeidelbergCement gestiftete Tafel informiert zu den Öffnungszeiten.

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Allen Beteiligten gratulierte Bürgermeister Stefan Schmutz: „Das Artefakt zeigt uns, wie weit die Römer damals schon waren, und ist beste Werbung für den Museumstag.“ Mit vielfältigem Programm und der Präsentation eines weiteren ungewöhnlichen archäologischen Funds aus Ladenburg in der Reihe „Der gehobene Schatz“ verspricht der Aktionstag am Sonntag, 15. Mai, von 11 bis 17 Uhr nach langer, Pandemie-bedingter Pause anspruchsvolle Unterhaltung. pj

Freier Autor Peter Jaschke ist freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr.

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