AdUnit Billboard
Soziales - Alexander Oberst leidet unter Blutkrebs / Transplantation könnte dem Patienten helfen / Typisierungsaktion geplant

Stammzellen als Lebensretter für Blutkrebs-Patient aus Ilvesheim

Von 
Torsten Gertkemper
Lesedauer: 

Ilvesheim. Dankbarkeit, Demut, aber auch Beklemmung und Angst: Wenn man Alexander Oberst nach seiner aktuellen Gefühlslage fragt, gibt es nicht die eine eindeutige Antwort. Der 50-jährige Ilvesheimer braucht dringend eine Stammzellenspende. Seit bereits mehr als einem Jahr leidet er an einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) – einer bestimmten Art von Blutkrebs. „Meine Gefühle bewegen sich zwischen Hoffen und Bangen – Hoffnung, bald einen Spender zu finden, und dass alles gut wird – aber auch Angst und Beklemmung, wenn es nicht klappt“, sagt Oberst.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Alles begann im Juni 2020 mit starken Rückenschmerzen. Bei einer MRT-Untersuchung entdeckten die Ärzte vergrößerte Lymphknoten im ganzen Körper. Wenig später, im Juli 2020, folgt die Diagnose. Die CLL hatte zu zwei Wirbelbrüchen geführt – daher die starken Rückenschmerzen. Mit einer Chemoimmuntherapie letztes Jahr konnte man das eindämmen.

Alexander Oberst – hier zu sehen mit seiner Ehefrau und seiner Tochter. Der Leiter der Thomas-Morus-Realschule in Östringen ist an Blutkrebs erkrankt und braucht dringend eine Stammzellenspende. © Privat

Der Krebs gibt keine Ruhe

„Allerdings gaben die Krebszellen keine Ruhe und kamen wieder“, berichtet Oberst. Mit einer zwischenzeitlichen neuen Form einer Tabletten-Chemotherapie konnte Oberst sogar wieder arbeiten gehen: „Aber auch hier kamen die Krebszellen zurück, dieses Mal sogar so stark mutiert, dass nur noch die Stammzellentransplantation helfen kann.“ Deshalb ist demnächst eine sogenannte Typisierungsaktion geplant. Dabei wird jemand gesucht, dessen Stammzellen denen von Oberst sehr ähnlich sind. Sie findet am Samstag, 11. Dezember, in der Hermann-Kimling-Halle in Östringen statt.

Oberst ist Rektor der Thomas- Morus Realschule in Östringen und Lehrer für die Fächer Geografie, katholische Religion, Politik, Geschichte und Mathematik. Seine Kollegen haben aber genau wie Oberst selbst der Krankheit den Kampf angesagt: Schulsekretärin Viola Spitzer und Lehrer Lukas Jösel haben die anstehende Typisierungsaktion mit organisiert – und lassen nichts unversucht, um dem Schulrektor zu helfen. „Es ist unglaublich, welche Hebel die beiden in Bewegung gesetzt haben, um die Typisierungsaktion erfolgreich zu gestalten“, sagt der Schulleiter.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Am meisten überwiegen für ihn deshalb „Dankbarkeit und Demut“. Die breite Unterstützung von Familie, Freunden, Nachbarn, Kollegen, Ärzten und Pflegepersonal macht ihn immer wieder dankbar. Überhaupt „von diesen medizinischen Fortschritten profitieren zu können und in einem Land zu leben, in dem dies möglich sei“, lasse ihn demütig werden. „Besonders wichtig ist es mir, dass alle sehen, dass man in einer schwierigen Situation nicht alleine ist“, fügt er hinzu. Zuspruch kann er gut gebrauchen, denn die Behandlung verlangt dem betroffenen Patienten viel ab. Aktuell ist alle drei Wochen eine Chemotherapie im Krankenhaus in Heidelberg nötig.

„Dankbarkeit und Demut“

Die stationären Aufenthalte dauern immer drei Tage. „Danach zu Hause Einnahme einer Tablettenchemo“, berichtet Oberst. Das geht am Körper keineswegs spurlos vorbei: „Kleine Alltagsaufgaben werden zu größeren Anstrengung.“ Sollte alles gut gehen, und es wird ein Spender gefunden, müssen durch weitere Chemotherapien die Krebszellen im Blut dezimiert werden. Dann folgt die Transplantation, wofür ein etwa sechswöchiger Krankenhausaufenthalt mit vielen aufwendigen Prozeduren notwendig ist. In dem speziell ausgestatteten Zimmer besteht ein Überdruck, damit keine Bakterien, Viren oder andere gefährliche Keime den immungeschwächten Körper gefährden, wie Oberst erklärt. An seiner Schule ist die Anteilnahme groß. „Herr Oberst ist für mich mehr als ein Schulleiter. Er ist ein Freund, dessen Tür immer offensteht, der sich für seine Kollegen einsetzt und ein überaus ausgeprägtes Empathievermögen hat“, sagt Lehrer Dominic Fiegle.

Botschaften von Schülern

Doch nicht nur die Kolleginnen und Kollegen melden sich mit Botschaften zu Wort, sondern auch die Schüler. „Herr Oberst, Sie haben ein Herz aus Gold. Sie haben uns so viel ermöglicht, und Sie haben uns beigebracht nie aufzugeben. Sie schaffen das“, schreibt eine ehemalige Schülerin der Thomas-Morus-Realschule auf Anfrage dieser Redaktion.

Oberst ist nicht nur Lehrer, sondern auch Ehemann und Vater. Seine Tochter ist 14 Jahre alt. Trotz der schwierigen Situation will er nach vorne schauen: „Ich freue mich, wenn ich zurück in mein altes Leben gehen kann – das heißt, glücklich sein mit meiner Familie und die Rückkehr in den geliebten Beruf.“ Auch der regelmäßige Gang ins Stadion zählt für den Fußballfan zu den schönen Dingen des Lebens. Seit der Eröffnung des Carl-Benz-Stadions in Mannheim hat Oberst seinen festen Stammplatz auf der Tribüne.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Spender dringend gesucht

Um einen Stammzellenspender für Alexander Oberst zu finden, veranstaltet der Verein Blut e.V. in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern eine Typisierungsaktion.

Sie findet am Samstag, 11. Dezember, in der Hermann-Kimling-Halle (Mozartstraße 1) in Östringen statt. Von 13 bis 17 Uhr kann man sich registrieren lassen.

Man muss zwischen 17 und 45 Jahre alt sein.

Alle Spender werden in der gleichen Datenbank geführt. Bei der Typisierung gibt man eine Speichelprobe ab. Kommt man als Spender in Frage, steht ein medizinischer Check und eine Blutentnahme an. Die Stammzellenspende selbst kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen.

Wer an dem Tag keine Zeit hat, kann sich auch ein Typisierungs-Set zuschicken lassen. Alle Informationen gibt es unter www.blutev.de/spender-werden/.

Wer Fragen hat, kann mit dem Verein Blut e.V. Kontakt aufnehmen (07244/608 30 oder info@blutev.de)

Redaktion Redaktion Neckar-Bergstraße, zuständig für Ilvesheim und Friedrichsfeld

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1