Ilvesheim - Vereine und Planer treffen sich vor Ort in renovierungsbedürftiger Mehrzweckhalle / Gemeinderat fällt am Donnerstag wichtigen Beschluss Sanierung der Halle: Jetzt geht es ins Detail

Von
Torsten Gertkemper
Lesedauer:
Jacqueline Schmidt (l.) erläutert, was die Architekten mit der Küche in der Mehrzweckhalle vorhaben. © Torsten Gertkemper

Es sind entscheidende Tage für die Sanierung der Ilvesheimer Mehrzweckhalle: Während bisher lediglich Grundsatzbeschlüsse für den Umbau gefällt wurden, geht es nun immer mehr um die Feinplanung. So hat am Montag erneut ein Treffen mit Vereinsvertretern der Inselgemeinde stattgefunden. Dabei konnten die Beteiligten ihre Wünsche und Anregungen äußern. Bereits vor einigen Tagen hatte es ein Online-Treffen gegeben (wir berichteten). Auf Wunsch der Vereine hatte die Verwaltung nun aber zusätzlich eine Vor-Ort-Veranstaltung arrangiert. Auf diese Weise könne man sich besser ein Bild machen, so der Tenor in der damaligen Debatte.

AdUnit urban-intext1

Bei der Online-Konferenz vor einigen Tagen hatten sich die Vereinsvertreter besonders über die vorläufigen Planungen in der Küche beklagt. Sie war auch an diesem Montagabend das dominierende Thema. Die Küche soll um ein Viertel kleiner werden, eine effektivere Anordnung von Geräten und Schränken könnte die Nachteile kompensieren. In dem Viertel, das dem Raum weggenommen wird, soll eine behindertengerechte Toilette eingebaut werden. Diese verteidigten die Vertreter der Verwaltung ausdrücklich gegen Kritik der Vereinsvertreter.

Anmerkungen zu Stuhllager

Beim Rundgang, an dem neben den Vereinen auch Bürgermeister Andreas Metz, Bauamtsleiter Pascal Tholé und die Architektin Jacqueline Schmidt vom Planungsbüro teilnahmen, ging es auch um das bisherige Stuhllager. Dieses soll einem Ruheraum für Krippenkinder weichen, die nach der Sanierung in Teile der Halle einziehen sollen. Mehrere Vereinsvertreter merkten deshalb an, dass sie weiterhin ausreichend Stauraum benötigten. Ein weiteres Thema war der Vortragsraum unter der bisherigen Empore. Dort wird aktuell das Mittagessen an die Kinder der Kernzeitbetreuung (Friedrich-Ebert-Schule) ausgegeben. Nach der Sanierung ist geplant, dass der Raum als Multifunktionsbereich für die Kleinkindbetreuung genutzt wird. Die Essensausgabe soll in ein anderes Gebäude innerhalb der Schule verlegt werden. Die Feinabstimmung mit Vertretern von Kindergarten, Schule und Kernzeitbetreuung läuft noch.

Die meisten dieser Umplanungen sind laut Verwaltung nötig, weil die Kinderkrippe „Heddesheimer Straße“ aus ihren jetzigen Containern in die Mehrzweckhalle und das direkt angrenzende Multifunktionsgebäude umziehen soll. Dort ist bisher der Kindergarten „Rappelkiste“ untergebracht. Egal, wie die Lösung am Ende genau aussieht: Der Platzbedarf steigt, diesem soll der Umbau der Halle Rechnung tragen.

Bedeutende Entscheidung

AdUnit urban-intext2

Am Donnerstag steht in dieser Sache ein richtungsweisender Beschluss im Gemeinderat an. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr in ebenjener Mehrzweckhalle. Entschieden wird über die Sanierungsvariante. Das Planungsbüro hatte der Öffentlichkeit bereits mehrere Möglichkeiten vorgestellt (wir berichteten). Sie unterscheiden sich darin, wie viele Gruppen am Ende in der Halle und dem Multifunktionsgebäude untergebracht werden. Die Varianten tragen die Namen „2+4“, „3+3“ und „3+4“.

Die Ziffern geben an, wie viele Gruppen ins Erdgeschoss (Zahl vorne, Kinder unter drei Jahre) und wie viele ins Obergeschoss (Zahl hinten, Kinder über drei Jahre) einziehen sollen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Gruppen, desto teurer wird die Sanierung. Schätzungen zufolge bewegt man sich zwischen 3,8 und 4,5 Millionen Euro. Da der Umbau vom Land mit gut 1,6 Millionen Euro gefördert wird (wir berichteten), muss die Gemeinde die Kosten nicht komplett alleine stemmen.

Plädoyer für große Variante

AdUnit urban-intext3

Die Verwaltung empfiehlt in der Sitzungsvorlage die größte Variante „3+4“. Das Hauptargument dafür ist laut Bürgermeister Andreas Metz die größere Flexibilität. „Wir rechnen in den kommenden Jahren zwar mit sinkenden Kinderzahlen, allerdings kann man mit einer größeren Einrichtung besser auf kurzzeitige Schwankungen reagieren“, sagt der Rathauschef. Die Mehrkosten würden sich schnell amortisieren, heißt es in der Sitzungsvorlage.

AdUnit urban-intext4

Außerdem sei eine frühe Festlegung wichtig, da nur so der „ambitionierte“ Zeitplan einzuhalten sei. Nach aktuellem Stand plant die Gemeinde, die Sanierung der Halle im Herbst 2023 abzuschließen. Dafür müsste der Umbau etwa im Frühjahr 2022, kurz nach dem Ende der Fasnachtskampagne, starten. Ob alle Fraktionen der Empfehlung der Verwaltung folgen, ist noch nicht klar. Einige Gemeinderäte hatten angekündigt, bei der Wahl der Varianten „genau hinschauen“ zu wollen.

Redaktion Redaktion Neckar-Bergstraße, zuständig für Ilvesheim und Friedrichsfeld