Online-Sitzung in Ilvesheim: Die Grenzen ausgetestet

Torsten Gertkemper über das Format „Online-Sitzung“

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Torsten Gertkemper
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Es lief nicht rund an diesem Donnerstagabend in Ilvesheim. Am Anfang der Online-Gemeinderatssitzung war der Bürgermeister schlecht zu hören. Dann flogen auf einmal sogar alle Teilnehmer aus der Konferenz heraus. Kurz danach hatten die Gäste im Rathaus keinen Ton mehr – höchst problematisch, weil die Öffentlichkeit jederzeit mithören können muss. Das Format „Online-Konferenz“ kam an diesem Abend also zweifellos an seine Grenzen. Doch heißt das, dass diese Art der Kommunikation zum Scheitern verurteilt ist?

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Nein, dafür sind die Ursachen dieser turbulenten Sitzung zu vielfältig. Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass das Gremium die Grenzen des Formats intensiv ausgetestet hat. Lange Diskussionen und kurzfristig (mündlich) gestellte Änderungsanträge sind auch dann schon eine Herausforderung, wenn man gemeinsam in einem Raum sitzt.

Ordentliche Belastungsprobe

Wenn dies über eine wenig stabile Internetverbindung geschehen muss, wird es noch schwieriger. Und dass (wenn auch selten) Gemeinderäte gesprochen haben, obwohl ihnen nicht das Wort erteilt wurde, ist kein Fehler des Online-Formats. Das sind Regeln, an die man sich sonst auch in einer Präsenz-Sitzung hält.

Wer es positiv sehen möchte, kann sagen: Der Ilvesheimer Gemeinderat hat das neue Format einer ordentlichen Belastungsprobe unterzogen. Aus deren Ergebnissen kann man lernen – sei es, was die technische Ausstattung angeht oder auch die Gesprächsführung. Und nicht nur die Inselgemeinde könnte davon profitieren. Auch andere Kommunen werden aus den Ergebnissen ihre Schlüsse ziehen.

Redaktion Redaktion Neckar-Bergstraße, zuständig für Ilvesheim und Friedrichsfeld