Ilvesheim: Bürgermeister kontert Kritik von Radschnellweg-Gegnern

Von 
Torsten Gertkemper
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Der Bereich zwischen Kanalbrücke und Blindenbad. Hier werden die bestehenden Bäume (Teile der Äste sind rechts im Bild zu sehen) weichen müssen. © Torsten Gertkemper

Der geplante Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg sorgt in Ilvesheim weiter für Diskussionen. Das zeigen Zuschriften von Lesern, die diese Redaktion erreichen. Ein Anwohner kritisiert, dass er bei der Online-Veranstaltung, während der die vorläufigen Planungen vorgestellt wurden, nicht dabei sein konnte.

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Die Gemeinde und das zuständige Regierungspräsidium hatten wegen der aktuellen Pandemie-Lage nicht wie ursprünglich geplant eine Gemeinderatssitzung abgehalten, sondern eine Online-Konferenz. Mit dabei waren auch fünf Vertreter der Bürgerinitiative, die sich gegen die Trassenführung des Weges am Ilvesheimer Kanal einsetzt.

Weitere Termine geplant

Dass der Weg am Kanal entlangführen soll, steht bereits fest. Jetzt geht es noch um Details, die sich eventuell verändern können. Aller Voraussicht nach werden einige Bäume weichen müssen, sie sollen aber ersetzt werden. Das Planfeststellungsverfahren beginnt in diesem Jahr. In diesem Zuge sollen auch noch einmal betroffene Bürger und Organisationen angehört werden - wenn möglich bei Vor-Ort-Terminen.

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Ein Anwohner aus der Mozartstraße kritisiert den Bürgermeister, dass er früher eine andere Trassenführung durch Ilvesheim als „wahrscheinliche Route“ bezeichnet habe. Zudem soll er damals eine mögliche Route am Neckarkanal „weit von sich gewiesen haben“.

Initiative meldet sich zu Wort

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Diese Darstellung weist der Rathauschef mit scharfen Worten zurück. In einem Schriftwechsel, der dieser Redaktion vorliegt, heißt es: „Sie unterstellen mir hier Äußerungen, die ich niemals getätigt habe und legen mir Ihre eigenen Wunschvorstellungen in den Mund.“

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Auch die Bürgerinitiative hat sich nach der Infoveranstaltung im Januar noch einmal zu Wort gemeldet und ihre Kritik an der Route bekräftigt. „Unter den jetzt vorgestellten Bedingungen bewahrheiten sich unsere Befürchtungen“, schreiben die Initiatorinnen. Eine Radschnellverbindung am Neckarkanal sei die schlechteste aller zur Verfügung stehenden Varianten und werde weiterhin „ohne nachvollziehbare Argumente“ favorisiert. Insgesamt gesehen werde die Lebensqualität in Ilvesheim am Neckarkanal deutlich reduziert.

Der Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg ist ein Pilotprojekt des Landes Baden-Württemberg. Er soll etwa 23 Kilometer lang werden und kostet zwischen acht und zwölf Millionen Euro. Die endgültige Fertigstellung ist bis Mitte 2026 geplant.

Redaktion Redaktion Neckar-Bergstraße, zuständig für Ilvesheim und Friedrichsfeld