Ilvesheim - Sigrid und Dieter Münster feiern Goldene Hochzeit / Apotheker-Paar hat sich während des Studiums kennengelernt Ihre Liebe begann am Labortisch

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Torsten Gertkemper
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Sigrid und Dieter Münster in ihrem Haus in Ilvesheim. An diesem Mittwoch jährt sich die standesamtliche Trauung zum 50. Mal. © Torsten Gertkemper

Ilvesheim. Für das Gespräch mit dem „MM“ hat Dieter Münster ein Fotoalbum herausgeholt. Auch zwei gerahmte Bilder hat er von der Wand abgenommen und auf den Wohnzimmertisch gestellt. Sie zeigen seine Frau und ihn als frisch vermähltes Ehepaar im Februar 1971. Daneben: ein Zettel mit handschriftlichen Notizen.

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So überrascht es nicht, dass beide im Gespräch über ihre Goldene Hochzeit die Fakten sofort parat haben. Ihre Liebe nimmt an einem Labortisch in der Uni ihren Anfang. Als Sigrid und Dieter Münster in den 1960er Jahren in Karlsruhe Pharmazie studieren, lernen sie sich kennen – und sehr bald auch lieben. 1970 verloben sie sich. Im Jahr darauf folgt die Trauung auf dem Standesamt, die sich an diesem Mittwoch zum 50. Mal jährt.

Wenige Tage später dann die kirchliche Trauung und ein Erlebnis, das beide nie vergessen werden. „Im Hotel in Großsachsen, in dem unsere Gäste und wir übernachteten, war auch die Eishockey-Mannschaft des EV Landshut untergebracht“, erzählt Sigrid Münster. „Die waren damals deutscher Meister.“ Die Mannschaft lud die Hochzeitsgesellschaft kurzerhand zum Frühstücksbüffet ein. Dieter Münster schlägt das Fotoalbum auf und zeigt auf eine Seite: „Das sind die Autogramme von allen Spieler des damaligen Teams.“

In den frühen 1970ern übernimmt das Paar die Apotheke von Dieter Münsters Mutter in der Schlossstraße. 1978 bauen beide im Ilvesheimer Norden ihr Haus – und eröffnen im Erdgeschoss die zweite Apotheke in der Inselgemeinde. 2005 verkaufen sie an Stephan Weibel, der die Geschäfte bis heute weiterführt. Als „Ilvesheimer Apotheker“ wird Dieter Münster auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt, zum Beispiel als er sich in den 1970er-Jahren gegen die Eingemeindung nach Mannheim einsetzt. All seine Engagements aufzuzählen, würde Bücher füllen – ihn als umtriebig zu bezeichnen, wäre vermutlich eine Untertreibung. Er saß viele Jahre für die Freien Wähler im Gemeinderat, war Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen (BdS) und engagierte sich für die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Chécy. Bis heute ist er Co-Sprecher des Arbeitskreises Integration (AKI).

Stolz auf das Erreichte

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„Ich mag es, dass meine Frau diese Umtriebigkeit billigt – und schätzt“, sagt er mit einem schmunzelnden Seitenblick auf seine Gattin. „Und ich möchte allen Menschen danken, die mich bisher auf meinem Lebensweg begleitet haben, sei es beruflich, ehrenamtlich oder privat“, fügt er hinzu. Das Paar hat einen Sohn und zwei Enkelinnen. Sie sind als Schauspielerinnen mit der Kinofilm-Reihe „Hanni und Nanni“ bekanntgeworden. Sigrid Münster ist stolz, was sie und ihr Mann erreicht haben: „Wir haben uns immer gut ergänzt und auch durch unseren Beruf haben wir uns wirklich etwas aufgebaut.“

Redaktion Redaktion Neckar-Bergstraße, zuständig für Ilvesheim und Friedrichsfeld