Ilvesheim - Karnevalverein Insulana verabschiedet sich beim Heringsessen von der Kampagne / Prinzessinnen müssen Insignien ihrer Macht abgeben Hoheiten ordentlich nass gemacht

Von 
Klaus Neumann
Lesedauer: 
Die Macht liegt nun nicht mehr bei den Narren: Yvonne Tschitschke (noch mit Zepter) gibt Günter Tschitschke (mit Ortswappen) die Insignien zurück. © Neumann

Beim Heringsessen des Karnevalvereins Insulana Ilvesheim (KVI) in der Mehrzweckhalle dominierte die schwarze Kleidung. Sowohl die Frauen als auch die Herren zeigten sich traurig darüber, dass die Fasnachts-Kampagne 2019/2020 zu Grabe getragen wurde. Wenn in Ilvesheim auch drei Tage später als anderswo. Das letzte Stündlein hatte auch den Hoheiten geschlagen. Kinderprinzessin Liv-Marleen I. von Zwirn und Klang sowie Yvonne I. vom goldenen Kranich mussten Zepter und Diadem abgeben und traten wieder in den bürgerlichen Status ein.

AdUnit urban-intext1

Vorbei sind die herrschaftlichen Verhältnisse und das Prinzessinnenleben. Sowohl Marleen Rudolph als auch Yvonne Tschitschke bedauerten dies sehr, nahmen es aber auch mit reichlich Humor. Schließlich hatten beide eine tolle Kampagne erlebt, wie sie den Trauergästen versicherten.

Rede mit politischen Themen

Vor der Zeremonie hatte KVI-Vorsitzende Sabine Grözinger-Dambach Ursel Eisler zur 60-jährigen Mitgliedschaft gratuliert, ehe sie dicke Tränen vergoss. „Es war eine wunderschöne Fasnacht, bei der alles reibungslos lief“, versicherte die Vorsitzende dem Publikum. Sitzungspräsidentin Bianca Erbs bestätigte sie darin. Nach den Abschiedsworten von Liv-Marleen I. präsentierten die Tanzmariechen Aleyna Akca und Lynn Zimmermann gekonnt ein Medley – eine Mischung aus verschiedenen Stücken. Günter Tschitschke, in Personalunion Prinzessinnenvater und stellvertretender Bürgermeister, war auf die Bühne geeilt, um den Rathausschlüssel zu fordern. Dies tat er nicht, ohne politische Themen anzureißen. Vor dem Hintergrund „schwieriger Objekte“, riet er, sich im Gemeinderat von machtpolitischen Gedanken zu verabschieden und sich „wieder mit den Problemen, Wünschen und Vorstellungen der Ilvesheimer Bürger auseinanderzusetzen“. Nachdem der Schlüssel wieder bei der Gemeinde angekommen war, legte die Jugendgarde einen flotten Tanz aufs Parkett. Die Lacher auf seiner Seite hatte Büttenredner Manfred Baumann. Er deckte schonungslos die Mängel seiner skurrilen Familie auf und schonte sich dabei selbst nicht. In reduzierter Stärke präsentierte die Juniorengarde zu viert eine gute Darbietung. Die Aktivengarde präsentierte den Zuschauern einen Marschtanz.

Eine spritzige Nummer war die Abwaschung der Hoheiten samt ihren Rittern. Da hatte sich ein Berg von Vergehen aufgetan, die allesamt reingewaschen werden mussten. Neben den Prinzessinnen trieften auch Ralph Rudolph, Isabell und Christian Kliebisch sowie Juliane und Lars van der Raaij. Einen Tusch gab es da von Alleinunterhalter Ralf Siegel. Die Aktivengarde begeisterte noch einmal die Trauergemeinde, ehe die wieder trockene Yvonne Tschitschke einen großen Dank an ihre Begleiter, Helfer und Sponsoren richtete. Leise „Ahois“ stimmte Sabine Grözinger-Dambach an. Sie gab dem Publikum aber auch einen Hoffnungsschimmer mit auf dem Weg: „In neuen Monaten ist schon wieder Fasnacht“, erklang ihre frohe Botschaft.