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Kultur

Bissig laut und sanft wie Seide - Jazzformation Beyond Borders in Ilvesheim

Von 
Elke Wiggert
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Beyond Borders begeisterten: Fadhel Boubaker (v.l.), Jonathan Sell, Niko Seibold, Dominik Fürstberger. © Elke Wiggert

Ilvesheim. Kultur im Dunkeln konnte dieses Jahr zwar stattfinden, aber die Saison war kurz, leider viel zu kurz. Umso fulminanter war das Konzert, das Beyond Borders jetzt spielten. Was passiert, wenn der Orient auf den Okzident trifft? Es wird ein Feuerwerk, ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse.

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Den wenigsten Besuchern war das Quartett bekannt. Es überwog die Neugierde, ein Konzert im Dunkeln zu erleben, ohne visuelle Eindrücke, sich einfach nur auf sein Gehör zu verlassen.

Im Rahmen des Kulturfestivals Enjoy Jazz standen die vier Musiker mit nicht gerade Band-üblichen Instrumenten auf der Bühne. So waren weder eine Gitarre noch ein Keyboard zu hören, dafür aber ein Saxofon und eine Oud, eine arabische Kurzhalslaute.

Der Leiter von Kultur im Dunkeln, Gunter Bratzel, begrüßte die Gäste, freute sich über das ausverkaufte Konzert und über die hochkarätigen Musiker, die den Weg in die abgedunkelte Aula gefunden hatten. Anders als sonst üblich wurden die Besucher nicht von den blinden Kindern zu ihren Stühlen geführt, sondern konnten in der noch beleuchteten Aula ihre Plätze einnehmen.

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Die Musik von Beyond Borders war vielschichtig, eben genau so, wie wenn das Morgenland auf das Abendland trifft. Es waren mystische Klänge zu hören. Dazu passte auch, dass immer einmal wieder kleine Lichtblitze erschienen, die die sphärische Musik noch verstärkten. Die Künstler verstanden es meisterhaft, von den leicht geisterhaften Klangfarben übergangslos zu imposanter Popmusik zu wechseln.

Selbst komponierte englische und arabische Stücke standen zwar im Vordergrund, aber auch ihre Interpretation des Beatles-Klassikers „Michelle“ war mehr als nur beeindruckend. Die sanfte, melodiöse Stimme von Niko Seibold stand dabei in einem eigenwilligen Gegensatz zu dem Schlagzeugsolo, was zwar ungewohnt, aber keineswegs abgehackt oder holprig klang. Das Publikum dankte den Künstlern mit spontanem Applaus.

In einer eigenen Welt

Die Band kommunizierte nicht mit den Zuhörern und stellte auch keine Stücke vor. Die Zuhörer erhielten so den Eindruck, als würden sich die Musiker ausschließlich in ihrer eigenen Welt bewegen. Diese Empfindung verstärkte sich noch, als Fadhel Boubaker zu seiner Oud auf Tunesisch sang. Die orientalischen Klänge, gepaart mit der tiefen Stimme des Sängers verdeutlichten nochmals die Vielschichtigkeit von Beyond Borders, zu Deutsch: Jenseits der Grenzen. Sie spielten sich mühelos durch zahlreiche Genres, mal bissig laut, dann wieder sanft wie Seide. Es fühlte sich an wie eine musikalische Reise durch verschiedene Kulturen.

Das Publikum sparte denn auch nicht mit Applaus, und auch Gunter Bratzel dankte den Musikern für das fantastische Konzert, das regelrecht an ein Roadmovie erinnerte. Beyond Borders wurde auch nicht ohne eine weitere Zugabe von der Bühne gelassen. Die Aula war mittlerweile wieder beleuchtet, und so konnten die Gäste die Band auch noch einmal visuell bewundern.

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Freie Autorin Elke Wiggert Dipl. Betriebswirt (BA) verheiratet, 2 Kinder Hobbys: Fotografie, Schreiben

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