Hirschberg - Blick auf die Details der Bürgermeisterwahl vom Sonntag / Stimmenverhältnisse zweigeteilt Würz holt Großsachsen, Gänshirt Leutershausen

Von 
Hans-Jürgen Emmerich
Lesedauer: 

Das Endergebnis der Bürgermeisterwahl in Hirschberg stand am Sonntag bereits weniger als eine Stunde nach Schließung der Wahllokale fest, auf die Aufschlüsselung nach Ortsteilen musste die Öffentlichkeit allerdings bis zum Montagmorgen warten. Mit dem Stand von 8.15 Uhr veröffentlichte die Gemeinde das vorläufige Ergebnis. Am Ausgang der Wahl änderte das freilich nichts: Der parteilose Hauptamtsleiter Ralf Gänshirt (51) wird mit 204 Stimmen Vorsprung vor dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Würz Nachfolger von Manuel Just, der im Juni sein Amt als Oberbürgermeister von Weinheim angetreten hat.

Die Stimmzettel in Hirschberg sind ausgezählt. © Emmerich
AdUnit urban-intext1

Wie schon beim ersten Wahlgang zwei Wochen zuvor verfehlten beide die absolute Mehrheit, diesmal reichte aber die relative. In den beiden Ortsteilen verlief die Wahl zweigeteilt. Gänshirt lag in Leutershausen in allen Wahlbezirken vorn, in fünf von sechs kam er sogar auf mehr als 50 Prozent. Mitbewerber Würz lag dagegen in vier von sechs Bezirken unter der 40-Prozent-Marke. Insgesamt holte Gänshirt in Leutershausen 1368 Stimmen (51,1 Prozent), Würz kam auf 1052 Stimmen (39,3 Prozent).

Ergebnis aus den Ortsteilen

Leutershausen Ralf Gänshirt: 1368 (51,1 Prozent) Christian Würz: 1052 (39,3 Prozent) Tobias Wolk: 9 (0,3 Prozent) Jens Flammann: 228 (8,5 Prozent) Frederik Heil: 19 (0,8 Prozent) Wahlbeteiligung: 54,7 Prozent

Großsachsen Ralf Gänshirt: 705 (43,8 Prozent) Christian Würz: 817 (50,8 Prozent) Tobias Wolk: 3 (0,2 Prozent) Jens Flammann: 75 (4,7 Prozent) Frederik Heil: 4 (0,2 Prozent) Wahlbeteiligung: 53,4 Prozent

Gesamtergebnis: Ralf Gänshirt: 2073 (48,4 Prozent) Christian Würz: 1869 (43,6 Prozent) Jens Flammann: 303 (7,1 Prozent)

In Großsachsen dagegen war das Bild nahezu umgekehrt. Hier lag Würz in drei von vier Bezirken und bei der Briefwahl mehr oder weniger deutlich vor Gänshirt. Im Alten Ortskern erzielte Würz mit 55,5 Prozent der Stimmen sogar das beste Einzelergebnis. Insgesamt kam Würz in seiner Heimat Großsachsen auf 50,8 Prozent (817 Stimmen), Ralf Gänshirt dagegen auf 43,8 Prozent (705 Stimmen). Der Vorsprung von 112 Stimmen in Großsachsen reichte Würz allerdings nicht, denn Gänshirt lag in Leutershausen 316 Stimmen vorn.

Jens Flammann aus Mannheim büßte gegenüber dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen deutlich Stimmen ein. In Leutershausen kam er immerhin noch auf 8,5 Prozent (228 Stimmen), in Großsachsen fiel er auf 4,7 Prozent (75 Stimmen). Rein rechnerisch hätte sein Anteil dafür gereicht, das Endergebnis sogar zu drehen. In der Praxis hätten sich bei einem Verzicht auf eine erneute Kandidatur seine Stimmen allerdings vermutlich auf die Bewerber Gänshirt und Würz verteilt. Gänshirt hatte bekanntlich die Unterstützung von Grüner Liste, Freien Wählern und SPD. Diese drei Parteien kamen bei der Kommunalwahl im Mai dieses Jahres auf zusammen 68,7 Prozent. Die CDU, die jetzt Würz unterstützte, konnte dagegen nur 22,7 Prozent der Stimmen holen. Vor diesem Hintergrund fällt der Sieg von Gänshirt eher bescheiden aus, während das Abschneiden von Würz umso bemerkenswerter ist.

AdUnit urban-intext2

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag leicht über der beim ersten Urnengang vor zwei Wochen. Dass trotz der bereits begonnenen Sommerferien mehr als 54 Prozent der Hirschberger zur Wahl gegangen seien, nannte Bürgermeister-Vize Karlheinz Treiber „grandios“. Im Vergleich zur Kommunalwahl (70 Prozent) waren es trotzdem deutlich weniger Wähler.

Info: Video und weitere Infos: www.morgenweb.de/hirschberg

Redaktion Aus Leidenschaft Lokalredakteur seit 1990, beim Mannheimer Morgen seit 2000.