Hirschberg - Ausschuss billigt Antrag für Gemeindehaus Neubau der Kirche rückt näher

Von 
Hans-Peter Riethmüller
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Der Bauplatz für das evangelische Gemeindehaus in Leutershausen, im Hintergrund das Rathaus. © Rittelmann

Die evangelische Kirchengemeinde in Leutershausen kann loslegen: Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat den Bauantrag für das 1,5 Millionen Euro teure Gemeindehaus gegenüber dem Rathaus genehmigt. Nur GLH-Fraktionssprecherin Monika Maul-Vogt lehnte ab.

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Hirschbergs Bürgermeister Ralf Gänshirt sprach zunächst von dem „langen Weg zwischen erster Planung und Bauantrag“. Dieser Weg dauerte immerhin vier Jahre. Es handle sich daher um „kein normales Verfahren“. Dies gelte es zu berücksichtigen, wenn Befreiungen von der Gestaltungssatzung beantragt werden. Konkret meinte er, dass die Grundzüge des eingeschossigen Gebäudes bereits 2018, also vor Inkrafttreten der Gestaltungs- und Erhaltungssatzung im Mai 2019, feststanden. „Wir waren in die Planungen involviert, und es gab keine Einwände.“

Bauamtsleiter Rolf Pflästerer erläuterte kurz die Befreiungen von den Regeln der Gestaltungssatzung. Diese betrafen beispielsweise die Dachneigung, die bei dem Haus bei 27 Grad liegt, obwohl mindestens 44 und maximal 57 Grad vorgeschrieben sind. Außerdem sei das Haus zu niedrig, da es nur eine Traufhöhe von 3,32 Metern besitzt. Laut Satzung sollte der Hauptkörper aber mindestens 4,25 Meter hoch sein. Pflästerer wies ferner darauf hin, dass Befreiungen möglich seien, wenn das Gebäude einer öffentlichen Nutzung diene. Und die Verwaltung vertrat die Ansicht, dass die öffentliche Nutzung auf das kirchliche Gemeindehaus angewendet werden kann.

FW-Fraktionssprecher Werner Volk stimmte dem Antrag und den Befreiungen zu. Er beschwerte sich zugleich über ein siebenseitiges Anwohnerschreiben, in welchem zahlreiche Einwände vorgebracht wurden. „Ich habe die Vermutung, dass hier etwas verhindert werden soll.“ CDU-Gemeinderat Thomas Götz sprach von einem weiteren Meilenstein für die Kirchengemeinde. Für ihn passe das Gebäude gut in die Umgebung, weshalb er zustimmte.

Kritik an Stellplatzregelung

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GLH-Sprecherin Maul-Vogt sah dies anders. „Es ist uns bewusst, dass das Thema sehr emotional besetzt ist. Trotzdem müssen wir uns wie bei jedem anderen Bauvorhaben auch an die objektiven Beurteilungskriterien halten.“ Ihre Kritik richtete sich unter anderem auf die mit dem Baurechtsamt abgestimmte Stellplatzregelung, die 31 Plätze vorsieht. Ebenfalls widersprach sie der Position der Verwaltung, wonach das Gemeindehaus eine öffentliche Einrichtung wie eine Schule sei. „Wir schaffen mit den Ausnahmeregelungen einen Präzedenzfall, und zwar auf dem Grundstück der Gemeinde und bei einem Baukostenzuschuss von 100 000 Euro“, sagte sie und regte das Einberufen des Gestaltungsbeirats an. Ihrem Antrag folgten nur ihre Kollegen Jürgen Steinle und Karlheinz Treiber.

FDP-Fraktionssprecher Oliver Reisig teilte die Kritik der GLH in Bezug auf die Stellplätze ohnehin nicht. Er vertraue auf die Kompetenz des Baurechtsamts beim Kreis.