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Hirschberg - Liedfest klingt mit einem Auftritt von Magnus Piontek in der Ehemaligen Synagoge aus

Manchmal bleibt auch Raum für Hoffnung

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stk
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Hirschberg. „Wir sind auf dem absteigenden Ast“, sagt Martha Krebs; die Schriftführerin des Kulturfördervereins meint nicht das Konzert als solches, sondern die Stimmlagen der Sänger, die an den drei Abenden des Hirschberger Liedfests immer dunkler geworden sind; angefangen mit Mezzosopranistin Daniela Sindram, gefolgt von Bariton Konstantin Krimmel. 55 Personen verfolgten sein lyrisches Programm „An den Mond“ mit Vertonungen von Eichendorff-Gedichten und einer Komposition aus dem KZ Theresienstadt.

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Bass Magnus Piontek begeisterte das Publikum. © Thomas Rittelmann

Zum Abschluss der beliebten Lieder-Reihe gibt es zugleich eine Premiere, wie Alexander Fleischer mitteilt. Seit Jahren ist der Pianist künstlerischer Leiter und knüpft die Kontakte zu seinen Musikerkollegen – mit dem Bass Magnus Piontek hat er nun einen Sänger gefunden, der in tragenden Rollen wie dem Sarastro ebenso zuhause ist wie im Freischütz oder im Doktor Faustus, aber auch in Oratorien singt Außerdem arbeitet er mit Ensembles wie der Akademie für Alte Musik Berlin sowie mit dem Concerto Köln und ist Ensemblemitglied am Staatstheater Kassel.

Jetzt hat der Künstler ein paar seltene Perlen aus dem Werk von Dimitri Schostakowitsch, Franz Schubert und Richard Strauss ausgewählt, weswegen der Titel „deutsch-russischer Abend“ sozusagen selbsterklärend ist. Piontek singt auf Russisch, doch bekommt das Publikum eine deutsche Übersetzung an die Hand.

Dramatischer Ausdruck

Not, Elend und Düsternis bekommen einen dramatischen Ausdruck, genial umgesetzt von den beiden Musikern, doch manchmal bleibt auch Raum für Hoffnung. „Liebe und Freundschaft werden durch die düsteren Gitterstäbe nach euch greifen“, heißt es in einem Lied, das an die Zeiten der Stalin-Diktatur erinnert. Nun wird der große Bogen zu Schubert geschlagen, und die Liedauswahl zeigt, wie wenig wählerisch der Komponist war, was seine Texte anging: Da standen Heine-Werke neben viel Antiken-Schwulst, doch alle behandelte der Meister gleich mit großartigen Vertonungen.

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Genussvoll geht sie der Bassist an, schwelgt in den feinen Melodien, mächtigen Crescendi und lyrischen Passagen. Der wunderschöne Klavierpart rahmt Pionteks sensible Interpretation ein – beides wird zum Schluss mit reichlich verdientem Applaus belohnt. 

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