Bilanz - Erfreuliche Kriminalbilanz / Leichte Zunahme von Diebstählen aus Supermärkten, Drogerien und Sportgeschäften Zwei Drittel aller Straftaten aufgeklärt

Von 
Miro
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Die Pandemie hat das Sozial- und Kontaktverhalten stark verändert – so wenige Straftaten wie 2020 wurden schon lange nicht mehr aufgenommen. © Philipp Rothe

Rhein-Neckar. Das Leben im Rhein-Neckar-Kreis war im vergangenen Jahr so sicher wie schon lange nicht mehr: Die Polizeiliche Kriminalstatistik hält für 2020 einen Rückgang der Straftaten insgesamt um 578 Fälle auf 23 597 Straftaten fest. In Heidelberg waren es sogar 982 Fälle weniger – insgesamt 13 637 Straftaten. Das Zahlenwerk hat das Polizeipräsidium Mannheim jetzt veröffentlicht. Gleichzeitig wurden mehr Straftaten aufgeklärt: In Heidelberg 60 Delikte, im Rhein-Neckar-Kreis 372 Delikte mehr als im Vorjahr.

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Das erste Corona-Jahr hat die Polizeistatistik wesentlich beeinflusst, betont Polizeipräsident Andreas Stenger bei der Vorstellung der Statistik. Die Pandemie veränderte das Sozial- und Kontaktverhalten immens. Während Straftaten wie Subventions- und Gewinnbetrug und Partnergewalt zum Teil stark zunahmen, ging die Straßenkriminalität deutlich zurück. Letzteres ist sicher auch dem engen Kontrollnetz geschuldet, das zur Überprüfung der Corona-Verordnungen geknüpft wurde. Fast zwei Drittel aller begangenen Straftaten im Stadtgebiet Heidelberg wurden aufgeklärt – die Aufklärungsquote stieg um 4,9 Prozentpunkte auf 65,9 Prozent. 6,7 Prozent weniger Straftaten mussten aufgenommen werden. Mit 95 Einbrüchen ist der tiefste Stand seit 2005 erreicht. Straftaten im öffentlichen Raum gingen um 8,8 Prozent zurück (5810 Fälle); Aggressionsdelikte um 4,1 Prozentpunkte auf 555 Fälle. Einen Anstieg (1,7 Prozentpunkte) gab es unter anderem bei den Rauschgiftdelikten (1208 Fälle).

Um 2,4 Prozent nahmen die Straftaten im Rhein-Neckar-Kreis ab (von 11 141 auf 10 471 Delikte), die Aufklärungsrate stieg um drei Prozentpunkte auf 61,8 Prozent an. Die Eigentumskriminalität sank sogar um 8,9 Prozent und erreicht damit einen Wert, der in den vergangenen 15 Jahren nicht so gering war. Eine Ausnahme bilden die Ladendiebstähle, die um 2,7 Prozentpunkte mehr wurden. Betroffen waren davon vor allem Lebensmittelgeschäfte und Einkaufszentren, die vom Lockdown auch weniger betroffen waren als andere Einzelhändler.

Vielleicht auch in der Folge von Kurzarbeit und Homeoffice sank die Zahl der Wohnungseinbrüche um ein Fünftel ebenfalls auf einen historischen Tiefstand: Hier gibt es einen Rückgang um 22,3 Prozent auf 293 Fälle. Fast jeder zweite Einbruch wird aufgeklärt (49,1 Prozent). Und über die Hälfte aller Einbrüche scheitert schon beim Versuch (148 von 293).

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Im Kreis wie fast überall stellen die Ermittler einen starken Anstieg von Cyberkriminalität fest – dazu gehören unter anderem Betrugsversuche im Internet und der Missbrauch von persönlichen Daten. 1531 Fälle gab es im vergangenen Jahr im Kreis – 2,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.