Zur Verweigerung der Quarantäne: Letztes Mittel

Von
Michaela Roßner
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Als hätten Gesellschaft und Behörden gerade nicht genug zu tun, müssen sie sich auch noch mit renitenten Quarantäne-Verweigerern befassen. In zwei baden-württembergischen Krankenhäusern – eines davon ist die Heidelberger Uniklinik – soll Platz für neun Menschen geschafft werden. Sie sind positiv auf das Coronavirus getestet oder als Kontakte ersten Grades identifiziert worden, können aber nicht akzeptieren, dass sie sich nun zwei Wochen zurückziehen müssen. Zum Schutz aller.

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Gründe, die Quarantäne als besondere Härte zu empfinden, hat wohl jeder: Da muss sich jemand um Angehörige oder seine Firma kümmern, den Einkauf erledigen, den Hund Gassi führen oder es droht ihm in den eigenen vier Wänden die Decke auf den Kopf zu fallen. Und dann sind da wohl auch noch jene, die die Pandemie generell negieren und die eigene Infektion als Infekt betrachten. Alles Gründe, die das Infektionsschutzgesetz nicht gelten lässt.

Regeln ohne mögliche Sanktionen sind wertlos. Nun gibt es ja schon Bußgelder und Strafanzeigen, um Quarantäne-Verweigerer empfindlich zu bestrafen. Aber es bleiben offenbar Menschen, die sogar mehrfach gegen die Vorgaben der Gesundheitsämter verstoßen. Es braucht ein letztes Mittel – und das ist in diesem Fall ein sehr harter Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.

Ein solcher Fall ist am Montag in ein Gerlinger Krankenhaus eingezogen – dort richtet das Land die zweite Adresse für renitente Quarantäne-Verweigerer ein. Ob der Quarantänepatient nun eine andere Sicht der Dinge gewinnt, ist unerheblich. Hauptsache, er gefährdet nicht weiter andere.

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Redaktion Redakteurin Redaktion Metropolregion/Heidelberg

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