Pandemie - Tanzdemo „One Billion Rising“ fällt aus / Dichtes Netz an Beratungsstellen hilft Frauen bei Gewalterlebnissen „Wir sind immer noch da“

Von 
Miro
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Unter dem Motto „One Billion Rising“ protestierten die Teilnehmerinnen 2019 in der Hauptstraße bei ihrer Tanzdemo für Frauenrechte. © Philipp Rothe

Heidelberg. Die Frauenhäuser landauf, landab berichten von vielen hilfesuchenden Frauen gerade während der Pandemie – doch die Infektionswelle ist auch die Ursache dafür, dass eine Solidaritäts- und Protestaktion ausgerechnet in diesem Jahr ausfallen muss: Die jährlich am 14. Februar stattfindende Tanzdemo „One Billion Rising“ fällt coronabedingt aus. Die Heidelberger Stadtverwaltung verweist auf ein breites Angebot an Beratungsstellen und Hilfen. „Sie sehen uns dieses Jahr nicht auf der Straße, aber wir sind immer noch da“, betont die Vorsitzende der Heidelberger Frauenverbände, Martina Weihrauch-Löffler.

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„One Billion Rising“ (OBR) ist eine weltweite Veranstaltung, die jedes Jahr am 14. Februar mit einer Tanz-Demonstration daran erinnert, dass rund eine Milliarde Frauen von Gewalt betroffen sind. Konkret bedeutet das: Jede dritte Frau auf dieser Welt war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt.

„Eine Milliarde erhebt sich“ lautet der Titel der Aktion übersetzt. Hunderte überwiegend weibliche Teilnehmer tanzten nach einer einstudierten Choreographie schon in mehreren Jahren durch die Unistadt. „Break The Chain (Zerreißt die Ketten)“ heißt die Choreographie. Als buntes Protest-Zeichen trugen viele eine pinkfarbene „Pussy“-Pudelmütze, befeuert von unverhohlen sexistischen Äußerungen des früheren amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

Ein Aktionsbündnis hatte die Tanzdemos organisiert. Vertreten sind darin die Arbeitsgemeinschaft Heidelberger Frauenverbände und -gruppen, das Amt für Chancengleichheit, das Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner, unterstützt durch Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Frauen Union der CDU und Grün-Alternativer Liste. „Auch wenn wir in diesem Jahr nicht gemeinsam auf der Straße gegen Gewalt an Frauen und Mädchen demonstrieren, wollen wir Betroffenen gerade jetzt Mut zusprechen. Heidelberg hat sehr gut ausgebaute Strukturen im Bereich des Gewaltschutzes von Frauen. Die wichtigen Beratungsstellen waren und sind weiterhin erreichbar“, sagt Stefanie Jansen, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit. Auf der Internetseite der Stadt gibt es eine Übersicht mit Anlaufstellen bei Gewalterfahrungen.

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Info: www.heidelberg.de/hd/HD/Rathaus/Hilfe+bei+Gewalt.html