Ehrung - Klaus Tschira Stiftung zeichnet sechs junge Wissenschaftler aus / „KlarText“-Preis zum 17. Mal vergeben Verständliches „Fachchinesisch“

Von 
Michaela Roßner
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Über den „KlarText“-Preis freuen sich (v.l.): Katrina Meyer (Biologie), Ludwig Luthardt (Geowissenschaften), Simone Behrens (Neurowissenschaften), Oliver Müller (Physik) und Andreas Grimmer (Informatik). Es fehlt: Jana Raupbach (Chemie). © Rothe

Heidelberg. Sie haben nicht nur erfolgreich ihre Promotion abgeschlossen – sondern von ihrer Arbeit hat auch die Öffentlichkeit etwas: Sechs Naturwissenschaftler aus Berlin, Dresden, Freiberg, Linz, Tübingen und Basel fassten ihre Promotion in einem Artikel zusammen, den auch Nicht-Wissenschaftler lesen und verstehen können. Dafür haben sie am Donnerstag in der Alten Aula der Heidelberger Universität den mit jeweils 5000 Euro dotierten „KlarText“-Preis bekommen, den die Klaus Tschira Stiftung zum 17. Mal ausgelobt hatte.

Wissenschaft auf den Punkt gebracht

  • „Was hast Du denn in Deiner Doktorarbeit gemacht?“: Die Antwort darauf hat sechs jungen Wissenschaftlern jetzt den „KlarText“-Preis für Wissenschaftskommunikation gebracht.
  • Er ist jeweils mit 5000 Euro dotiert.
  • Die Klaus Tschira Stiftung zeichnete damit zum 17. Mal Naturwissenschaftler aus, die ihre Forschungsthemen allgemeinverständlich einer breiten Öffentlichkeit erklärten.
  • Der Preis wird in Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften und Physik ausgelobt. Mathematik blieb in diesem Jahr unbesetzt.
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„Es reicht nicht, ein guter Physiker sein – man muss auch verstanden werden“, ermutigte Festredner Wolf-Dieter Lukas, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und promovierter Physiker, die jungen Wissenschaftler dazu, „Klartext“ zu sprechen – laut Moderatorin Doro Plutte offenbar „die schwerste Sprache der Welt.“

Aus Mannheim, Heidelberg oder Karlsruhe gibt es in diesem Jahr keine Preisträger. Die sechs Gewinner wurden vielmehr am Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, an der TU Dresden, der TU Bergakademie Freiberg, der Johannes-Kepler-Uni Linz, der Graduate School of Neural and Behavioral Sciences und der International Max Planck Research School Tübingen sowie der Uni Basel promoviert.

Biophysikerin Katrina Meyer (32) studierte in Berlin. Mittlerweile forscht sie am Institut für Molekulare Biologie der Universität Zürich. „Verirrte Proteine“ heißt ihr Aufsatz, der sich mit verändernden Krankheitserregern beschäftigt. Mit „Süße Fälschung“ beschreibt die gleichaltrige Chemikerin Jana Raupbach (Berlin), wie sich chemische Verbindungen identifizieren lassen, die nur in Manuka-Honig entstehen können. Geowissenschaftler Ludwig Luthardt (32, Eberswalde) geht in „Als Chemnitz am Äquator lag“ auf Klimaphänomene ein. Informatiker Andreas Grimmer (28) ist für „Das Labor auf dem Chip“ ausgezeichnet worden. Die ebenfalls 29 Jahre alte Simone Behrens aus Mainz, die unter anderem in Heidelberg Psychologie studierte und heute in Tübingen forscht, ging Essstörungen nach („Ich weiß ja, dass ich dünn bin“). In seinem Beitrag „Galaktisches Modell“ beschreibt Oliver Müller (30), dass Galaxien wie die Milchstraße von kleinen, schwer zu beobachtenden Zwerggalaxien umgeben sind. Über das Verhältnis von Medien und Wissenschaft sowie das Entstehen von Falschinformationen berichtete Volker Stollorz, Redaktionsleiter des Science Media Center Köln. Gutes Wissen weiterzugeben könne man lernen – „vor allem in der Diskussion mit Menschen, die anderer Meinung sind“.

Redaktion Redakteurin Redaktion Metropolregion/Heidelberg