Gastronomie: Stadt will demnächst ein Konzept zur Nutzung der öffentlichen Flächen vorlegen Tische und Stühle sollen bald auch auf dem Karlsplatz stehen

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Simon Scherrenbacher

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Gäste, die an einem lauen Sommerabend eine stickige Wirtshausstube einem Platz unter freiem Himmel vorziehen, gibt es wohl nur wenige. Entsprechend heiß diskutiert wird in Heidelberg die Außenbewirtschaftung in der Altstadt. Die Stadt arbeitet derzeit an einem "Platznutzungskonzept". Schon ab dieser Saison kann es vier Lokalen am Karlsplatz erlaubt werden, Tische und Stühle draußen aufzustellen - so wie auch auf dem Marktplatz vor der Heiliggeistkirche. Für den Kornmarkt soll das jedoch verboten bleiben.

"Aufgrund der Größe und der Funktion vertragen sowohl straßenrechtlich als auch städtebaulich Marktplatz und auch Karlsplatz die Außenbewirtschaftung", rechtfertigt Baubürgermeister Bernd Stadel. "Der Kornmarkt hingegen bietet Bürgern Platz zum Ausruhen, zur Kommunikation und den Touristen die Möglichkeit, das Schloss und das dortige Stadtensemble zu erleben."

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat fordert, den Kornmarkt nicht auszuschließen: "Eine willkürliche Gestaltung der Außenbewirtschaftungsmöglichkeiten würde zu einer massiven Wettbewerbsbeeinträchtigung führen", befürchtet Stadträtin Kristina Essig.

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"Zudem könnten die kleinen Geschäfte rund um den Kornmarkt profitieren, wenn die Besucher nicht vorbeihetzten, sondern aufgrund der Sitzgelegenheiten dort verweilten", so die CDU. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht es ähnlich: "Was für den Karlsplatz gilt, muss auch für die Kollegen auf dem Kornmarkt gelten", sagt der Heidelberger Vorsitzende Matthias Rohr. Die Möblierung der drei Betriebe sei nicht so umfangreich, dass man nicht mehr über den Platz laufen könne. Passanten könnten dort auch nach wie vor Mitgebrachtes verzehren.

Demnächst in den Gremien

Nach Angaben der Stadt soll das Platznutzungskonzept demnächst den politischen Gremien vorgelegt werden, damit es rechtzeitig zum Sommer auch in Kraft treten kann. Die Karlsplatz-Wirte können bereits ihre Außenbewirtschaftung beantragen: Die Genehmigung ist eine "straßenrechtliche Entscheidung", für welche die Verwaltung und nicht der Gemeinderat zuständig sei, betont Stadel - unabhängig davon, ob das Konzept dort diskutiert wurde oder nicht.