Spende - Christel Zachert übergibt Spende in Höhe von 56 400 Euro ans Waldpiratencamp / Erlös der zehnten und letzten IPA-Radtour Rückenwind für kranke Kinder

Von 
Michaela Roßner
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Freude über Spendenscheck: Christel Zachert (vorne, 4.v.r.) mit Waldpiratencamp-Leiterin Sonja Müller (vorne, 4.v.l.) und Kindern des Camps. © Rothe

Heidelberg. Ein bisschen Wehmut schwingt mit: Es ist der letzte Scheck, den Christel Zachert von einer IPA-Radtour mit ins Waldpiratencamp bringt. Zehn Jahre lang war sie mit den Mitgliedern der Internationalen Polizeivereinigung, Sektion Wiesbaden, jeden Sommer fünf Tage quer durch Deutschland und im nahen Ausland gestrampelt. Nach zehn Touren ist nun Schluss: Nicht nur die 79-Jährige möchte sportlich etwas kürzer treten – auch das Organisationsteam um Josef Schön hat frühzeitig den Wunsch nach Entlastung angemeldet.

Infos

  • Mit der Isabell-Zachert-Stiftung setzt sich Christel Zachert seit Jahren aktiv für das Waldpiraten-Camp der Kinderkrebsstiftung. Kranke Kinder und Geschwister sollen hier Lebensmut tanken und Spaß haben.
  • Christel Zachert hat die Stiftung nach dem Krebstod ihrer Tochter Isabel am 1. April 1995 gegründet.
  • Sie hat drei Bücher über sich und ihre Tochter geschrieben. Der Erlös des ersten („Wir treffen uns wieder in meinem Paradies“) legte den Grundstock für das Stiftungskapital.
  • Seit 2010 radelt die 79-Jährige aus Bonn mit den Polizisten der International Police Association (IPA)durchs Land und sammelt Spenden.
  • Ihr Mann Hans-Ludwig hat früher das Bundeskriminalamt geleitet.
  • Die Jubiläumstour im Juli 2019 führte mit 75 Teilnehmern von Mannheim in die Region - und zum ersten Mal zu der Einrichtung im Wald über Heidelberg, die inzwischen zusammen 650 000 Euro erhielt.
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Für 47 Kinder ist heute der erste Tag in dem Waldpiratencamp. Eine Woche werden sie hier verbringen, manche haben ein wenig Heimweh, andere sind noch unsicher. Hinter den Patienten und den Geschwisterkindern liegen anstrengende Wochen, in denen sie viel Zeit in Krankenhäusern verbrachten, selbst schwierige Therapien über sich ergehen ließen oder Kummer um die besorgten Eltern hatten. Hier sollen sie Abstand gewinnen und eine große Portion Lebensmut schöpfen können. Zwar regnet es und das schöne Außengelände mit Kletterwand, großem Holzschiff und vielen anderen Attraktionen bleibt erst einmal ungenutzt. Aber mit Töpfern, Spielen und anderen Angeboten haben Waldpiratencamp-Chefin Sonja Müller und ihr Team Abwechslung im Angebot. Zwischen neun und 15 Jahre sind die Camp-Teilnehmer alt, 21 Betreuer kümmern sich um sie. „Pro Tag und Teilnehmer müssen rund 150 Euro kalkuliert werden“, erklärt Müller den Betrag auf dem Scheck, den Christel Zachert mitbringt: „56 400 Euro“ steht drauf – jene Summe, die für die 47 Kinder dieses Camps benötigt wird.

Spende 650.000 Euro für Waldpiraten erstrampelt

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Müller ist sehr dankbar für die Unterstützung der Zacherts, die als „feste Bank“ für das Waldpiratencamp gelten. 650 000 Euro sind allein bei den zehn IPA-Radtouren für die Zachert-Stiftung und damit die Waldpiraten zusammengekommen.

„Es ist das neunte Camp in diesem Jahr“, sagt Müller mit Blick auf die Mädchen und Jungen, die sich langsam zum Mittagessen im großen Gemeinschaftsraum zusammenfinden. Die Herbstcamps haben eine Besonderheit: die Regenbogen-Gruppe. „Wir haben sieben Kinder dabei, die ein Geschwisterkind wegen Krebs verloren haben“, verweist die Campleiterin darauf, dass diese Kinder zusätzliche Angebote in der Woche bekommen, in denen ihre Trauer Raum findet.

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Zachert hat nicht nur den symbolischen Scheck dabei, sondern auch viele kleine Geschenke für die Kinder. „Eine ältere Dame hat extra für die Kinder gestrickt“, zeigt sie auf putzige Wolltiere, die neben Büchern und Spielen auf dem Bescherungstisch liegen.

Bei aller Wehmut über das Ende der IPA-Radtouren: Christel Zachert will auf jeden Fall auch in Zukunft mit der Isabell-Zachert-Stiftung das Waldpiratencamp unterstützen – und auf jeden Fall auch wieder zu Besuch in Heidelberg sein.

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Ebenfalls auf dem Rad unterwegs ist der pensionierte Polizeibeamte Werner Tetsch aus Coburg. Seit 2012 fährt auch er quer durch Deutschland und sammelt für das Waldpiratencamp – im vergangenen Jahr acht Wochen zwischen dem Ammersee und Bonn. 24 500 Euro habe er dabei zusammenbekommen, erzählt er stolz. Und noch einen eifrigen Dauer-Unterstützer hat die Zachert-Stiftung: Theo Beiske aus Unna ist viel unterwegs, verteilt Überweisungsträger und ist ebenfalls ein treuer Botschafter. Mehr als 150 000 Euro hat er schon erstrampelt.

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Redaktion Redakteurin Redaktion Metropolregion/Heidelberg