Festival - 14. Französische Woche bietet bis Sonntag rund 60 Veranstaltungen / Eröffnung in der Hebelhalle Rasantes Spiel mit Bällen

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Michaela Roßner
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Jonglage in Perfektion (v.l..): Jonathan Lardillier und Jean-Baptiste Diot aus Reims eröffneten mit ihrem Programm „Popcorn“ die 14. Französische Woche. Bis Sonntag stehen rund 60 Veranstaltungen überall in der Stadt auf dem Programm. © Rothe

Heidelberg. Ein paar Holzkisten, acht Schreibtischlampen, 17 Bälle, drei Keulen und 15 Reifen: Wenige Utensilien benötigen Jonathan Lardillier und Jean-Baptiste Diot aus Reims, um ihr Publikum gut eine Stunde in Bann zu halten. Die beiden Jonglage-Perfektionisten mit Schauspielformat und Komik haben am Freitagabend die 14. Französische Woche in Heideberg eröffnet. Rund 150 Gäste feierten den Auftakt zu dem Festival in der Hebelhalle mit. Bis Sonntag kann man die französische Kultur und Sprache sowie das deutsch-französische Verhältnis in rund 60 Veranstaltungen erleben, diskutieren – oder kennenlernen. Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und vieles mehr bieten verschiedene Kultureinrichtungen, Vereine und auch (Volkshoch-)Schulen an.

Festival 14. Französische Woche gestartet

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Philipp Rothe
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Stadt unterstützt finanziell

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Auch bei der ehrenamtlichen Organisation der Veranstaltungsreihe gelte es, geschickt „Bälle in der Luft zu halten“, sagte Festivalleiterin Erika Mursa: Schon frühzeitig würde das Team, das vor allem aus Vorstandsmitgliedern des Deutsch-Französischen Freundeskreises (dfk) besteht, viele Ideen entwickeln. „Manche fallen auf den Boden, andere nehmen wir auf, werfen sie uns gegenseitig zu und legen sie doch wieder zur Seite“, zeichnete Mursa das Bild weiter. Außerdem müsse man auch aufpassen, „dass einem nichts auf den Fuß fällt“, spielte Mursa auf die Finanzen an. Das Festival wird von der Stadt mit einem fünfstelligen Betrag unterstützt. Jonglieren sei gesund, halte Gehirn und Muskeln in Bewegung, verwies Mursa auf den gesundheitlichen Effekt.

Kulturbürgermeister Joachim Gerner betonte die „starken Bande Heidelbergs zu Frankreich“ – die Städtepartnerschaft mit Montpellier in Südfrankreich gehört mit ihren 57 Jahren zu den ältesten im Land. Vor 30 Jahren öffnete zudem das Montpellierhaus in der Heidelberger Altstadt. Es ist eine Art kleine Botschaft Südfrankreichs, die neben Sprachkursen und Kulturveranstaltungen als Vermittler zum Beispiel bei der Suche nach einem Studienaufenthalt oder einer Sprachreise Infos liefert. „Es gibt noch viel zu tun“, formulierte Richard Jarry, Präsident der Deutsch-Französischen Vereinigung in Okzitanien mit Blick auf die Attacke in Halle – und die europäische Einheit.

Ohne Sprachkenntnis verständlich

In der neu gebildeten Region Okzitanien in Südfrankreich gebe es 80 deutsche Städtepartnerschaften, betonte Jarry stolz. Okzitanien – das Alte, Kulturreiche und das Neue – bilden einen Schwerpunkt der Französischen Woche. Am Samstag, 19. Oktober, gibt es einen okzitanischen Tag im Interkulturellen Zentrum (Bergheimer Straße 147). Ab 15 Uhr gibt es dort, zum Teil parallel, Literatur zum Hören und Entdecken, ein Gravur-Atelier, Pétanque-Spiele, okzitanische Tänze und kulinarische Spezialitäten. Auch die reiche Kultur der mittelalterlichen Sänger hat Platz: Der Schweizer Lyriker Ralph Dutli liest Troubadour-Lyrik.

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Ab 17.20 Uhr darf man südfranzösische Volkslieder mitsingen und sogar einen gedanklichen Rundgang durch den Botanischen Garten Montpelliers kann man unternehmen. Bilder und Anekdoten hält der Direktor der Einrichtung, Thierry Lavabre-Bertrand, bereit. Wie fast alle Veranstaltungen der Französischen Woche muss man nicht unbedingt die französische Sprache beherrschen, um die Veranstaltung zu verstehen, denn es wird eine Dolmetscherin dabei sein.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/heidelberg

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Redaktion Redakteurin Redaktion Metropolregion/Heidelberg