Aktion weist auf Situation an EU-Grenzen hin Protestcamp vor dem Rathaus

Von 
Fabian Busch
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Heidelberg. Die ganze Woche über machen Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Heidelberger Rathaus auf die Situation von Menschen in Flüchtlingslagern aufmerksam. In Bosnien und Griechenland harren Geflüchtete derzeit unter schwierigsten winterlichen Bedingungen aus. „Wir wollen Aufmerksamkeit auf diese humanitäre Krise und das kolossale Versagen der EU-Politik lenken“, teilt die Gruppe mit.

40 Personen dürfen sich gleichzeitig am Camp aufhalten. © Philipp Rothe
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Das Protestcamp unter dem Titel „Evakuiert die Geflüchtetenlager an den EU-Außengrenzen“ wurde am Samstag aufgebaut, die ganze Woche über soll dort Programm stattfinden – zum Beispiel in Form von Lesungen und Diskussionen, Besucher können sich auch selbst einbringen. Der Infopavillon solle täglich zwischen 8 und 19 Uhr besetzt sein, erklärt am Sonntagnachmittag der Aktivist Simba. Seinen ganzen Namen wolle er nicht nennen. „Es geht nicht um uns – sondern um die Menschen in den Lagern.“

Übernachtung verboten

Eigentlich hatte die Gruppe auch in den Zelten übernachten wollen. Das hatte die Stadt Heidelberg aber abgelehnt. Auch das Verwaltungsgericht Karlsruhe lehnte am Freitag einen Eilantrag ab. Wegen des Infektionsschutzes seien die Beschränkungen der Stadt rechtmäßig.

Heidelberg gehört zu den Kommunen, die sich zum „sicheren Hafen“ erklärt und die Aufnahme von Geflüchteten angeboten hatten. Das erkenne man an, so Simba. Es gehe den Aktivisten aber um ein Zeichen an die Politik auf allen Ebenen.

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Am Samstag kamen über den Tag verteilt rund 100 Menschen zum Camp, gleichzeitig dürfen sich dort höchstens 40 Personen aufhalten. Nach Auskunft der Polizei gab es keine außergewöhnlichen Vorkommnisse. Angesichts des Winterwetters sei das Camp eine Herausforderung, sagt Simba. „Aber wir haben abends eine Heizung und ein Bett. Verglichen mit den Menschen in den Lagern ist das Luxus.“ 

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