Geflüchtete - Stadt Heidelberg erhält Antwort auf Anfrage zum geplanten Neubau des Ankunftszentrums / Suche nach ökologischer Ausgleichsfläche Ministerpräsident unterstreicht Interesse

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Miro
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Das Ankunftszentrum ist seit mehr als fünf Jahren in einem Teil von Patrick-Henry-Village untergebracht (Bildmitte). © Bernhard Zinke

Heidelberg. Das Land steht zu den Neubauplänen für ein Ankunftszentrum in den „Wolfsgärten“ – das entnimmt die Heidelberger Stadtverwaltung einem Antwortschreiben von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Ende Januar hatte sich Stadtchef Eckart Würzner an die Landesregierung gewandt mit der Bitte „um eine klare Aussage“, nachdem Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) in einem Interview Zweifel an der Eignung des anvisierten Standorts „Wolfsgärten“ formuliert habe.

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Kretschmann stellt nacht Mitteilung der Stadt in seinem Schreiben klar, dass die zuständigen Ministerien die Planungen „mit großem Interesse und mit dem gebotenen Nachdruck weiter verfolgen“. Die Stadt Heidelberg sei landesweit die einzige Kommune, die dem Land eine Fläche für das Zentrum anbiete. „Ich freue mich über dieses klare Signal des Ministerpräsidenten zum Standort Wolfsgärten“, sagte Würzner in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch.

Das Land akzeptiere zudem die Begrenzungen, die Heidelberg mit seinem Angebot verbunden hat: Maximal acht Hektar groß darf das Zentrum werden und höchstens Platz für 2000 Menschen haben. Das Konzept einer zentralen Großeinrichtung mit 3500 Plätzen sei damit vom Tisch.

Sachstandsbericht im Rat

Ein Sachstandsbericht war als Tagesordnungspunkt 40 – dem letzten des öffentlichen Teils – angesetzt. Vor Beginn der Gemeinderatssitzung nutzte das „Bündnis BAFF Heidelberg gegen die Verlagerung des Ankunftszentrums in die Wolfsgärten“ die Gelegenheit, mit Bannern auf ihr Anliegen und den anstehenden Bürgerentscheid am 11. April aufmerksam zu machen. Das Gelände sei wegen seiner Lage zwischen Bahnlinien und Autobahnen nicht für eine Unterbringung der meist Traumatisierten geeignet, lautet ein Argument.

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Das Rechtsamt bereite gerade die Entwürfe der Erbbaurechtsverträge vor, mit denem dem Land das Grundstück in den „Wolfsgärten“ in Wieblingen überlassen werden soll, erklärte Würzner. Der „Wolfsgärten“-Landwirt habe bereits Ausgleichsflächen in Edingen-Neckarhausen bekommen. Und für den naturschutzrechtlichen Ausgleich würden Gelände gesucht. Mit dem Insolvenzverwalter eines Bauunternehmens würden „finale Gespräche geführt“, um die Kiesgrube Engelhorn aufwerten zu können.