Natur - Stattlicher Spitzahorn kippt im Heidelberger Schlosspark auf einen Fußweg / 29 Stämme im Handschuhsheimer Wald werden abgesägt Klimawandel stresst alte Bäume zusehends

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Miro
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Der umstürzende Baum schlug eine tiefe Delle in das Geländer des Fußwegs im Schlosspark. Der Spitzahorn stand in der Nähe der Scheffelterrasse. © SSG

Heidelberg. Obwohl der Baum alle sechs Monate überprüft wurde, haben die Experten nicht geahnt, dass es ihm so schlecht geht: Ein stattlicher Spitzahorn ist am Sonntag im Heidelberger Schlosspark auf einen Fußweg gekippt. Der Klimawandel soll ihn geschwächt haben. Im Handschuhsheimer Mühltal sind gestern ebenfalls mehrere Stämme zersägt abtransportiert worden. Sie waren nach Mitteilung der Stadt stark umsturzgefährdet.

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Dicke graue Wolken hängen am Mittwochmittag über dem Mühltal. Wo sonst um diese Zeit viele Spaziergänger und der Waldkindergarten unterwegs sind, bleiben die Waldarbeiter im Regen fast unter sich. Auf der – südlicheren – Hinterseite haben die Arbeiten begonnen. Leider seien die Bäume entlang der beliebten Wanderwege nicht mehr gesund, erklärt ein Sprecher der Stadt.

Die Esskastanien zeigten wenig stabile Stockausschläge. Außerdem machten ihnen Gallwespe und Rindenkrebs zu schaffen. 29 Bäume sollen in den nächsten Tagen gefällt werden. Geplant sind weitere Forstarbeiten. Da es aber massive Beschwerden gab, sind die nun erst einmal zurückgestellt und sollen zunächst diskutiert und bei einer Ortsbegehung vorgestellt werden.

Der Spitzahorn im Schlosspark ist wie alle Bäume regelmäßig kontrolliert worden, erklären die staatlichen Schlösser und Gärten (SSG). Ein Sachverständiger hatte vor einem Jahr Schäden am Gehölz, unter anderem einen Pilz, entdeckt und eine sechsmonatige Kontrolle verordnet. Zuletzt war er im Herbst untersucht worden. miro