Freizeit - Rhein-Neckar-Kreis bietet neues touristisches Angebot / Die Touren starten, sobald Corona-Auflagen es zulassen Individuelle Radtouren zu Themen Natur und Kultur geplant

Von 
Jasper Rothfels
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Rhein-Neckar. Der Winter lädt derzeit nicht unbedingt zum Radfahren ein, und Touren in der Gruppe sind wegen der Corona-Regeln ohnehin tabu. Aber der Frühling kommt, und die Auflagen können gelockert werden. Für diesen Fall hat der Rhein-Neckar-Kreis ein neues touristisches Angebot in der Schublade: die „RadGuides Rhein-Neckar“. Das sind 25 Männer und Frauen, die für Einheimische und Touristen gegen Gebühr individuelle Radausflüge zum Thema Natur und Kultur anbieten.

Angebot an Touren

  • Beworben werden sollen die Touren über verschiedene Kanäle wie über das Tourenportal des ADFC und das Freizeitportal des Rhein-Neckar-Kreises (www.deinefreizeit.com), wo später das komplette Programm der RadGuides Rhein-Neckar stehen soll.
  • Bei Interesse kann das Programm auch versendet werden. Eine Mail an freizeit@rhein-neckar-kreis.de genügt.
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„Wenn die Pandemiebedingungen es zulassen, könnte noch im April mit dem Tourenangebot gestartet werden“, sagt die Tourismusbeauftragte des Kreises, Beate Otto. „Wir stehen quasi schon in den Pedalen!“ Die Touren sollen die gesamte Radsaison über laufen – in der Oberrheinebene, im Kraichgau und vor allem im Naturpark Neckartal-Odenwald. Rund 40 Termine stünden schon so gut wie fest, heißt es.

Die „RadGuides“ absolvieren derzeit noch eine als einmalig bezeichnete Ausbildung, die auf Schulungsprogrammen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg basiert. Das Ziel: „Öffentlich geführte Radtouren sollen den Radfahrspaß, Natur- und Kulturerlebnis sowie das Erzählen interessanter Geschichten über Land und Leute kombinieren“, so die Pressesprecherin des ADFC-Landesverbandes, Anke Bauer. Die „RadGuides“ sollen außerdem „Botschafter für Nachhaltigkeit“ sein und ihr Publikum sensibilisieren. Den Tour-Gästen soll vermittelt werden, die Landschaft nicht nur als „grüne Kulisse“ zu nutzen, sondern sie auch als Natur- und Kulturraum zu sehen, den „Heimatraum anders wahrzunehmen“, sagt die Vize-Leiterin der Akademie, Karin Blessing.

Touren individuell geplant

Zugleich wollen der Kreis und seine Partner mit dem Angebot die Lust am Radeln fördern. Für das Projekt wurden 2019 deshalb 25 Menschen gesucht, die die Gegend gerne mit dem Rad erkunden, gern Geschichten erzählen, Wissen weitergeben und Spaß an der Entwicklung kreativer Tagestouren für Gruppen haben. Auch Lust am Ausprobieren, Neugier, Eigeninitiative und Verantwortungsbereitschaft wurden als Voraussetzungen genannt. Zudem sollten die Teilnehmer vorwiegend am Wochenende Zeit haben und von den 1000 Euro, die die Ausbildung pro Kopf kostet, 350 Euro selbst bezahlen. Nach Angaben des stellvertretenden Kreis-Pressesprechers Ralph Adameit gab es mehr Interessenten als Plätze.

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Zusammen kam schließlich eine bunte Truppe im Alter zwischen 30 und 75 Jahren, ein Drittel davon sind Frauen. Im Hauptberuf sind sie Agraringenieur, Kunsthistorikerin, Psychologen, Hebamme, Bäcker und Software-Designerin. Neben Studierenden sind Rentner dabei. Bei Schulungsbeginn hatte das Team 22 Termine an Wochenenden mit 85 Unterrichtseinheiten vor sich. Die Themen reichten von Geologie und Landschaftsgeschichte über typische Ökosysteme bis zur regionalen Wirtschaft. Es gab Exkursionen, etwa ins Naturparkgebiet bei Neidenstein, und Museumsbesuche, etwa im Lobdengau-Museum Ladenburg. Anfang März 2020 – vier Monate vor dem geplanten Ausbildungsende – bremste Corona das Projekt. Nach Adameits Angaben musste „sehr viel improvisiert und neu organisiert werden“. Statt Exkursionen gab es Schulungsvideos, die Abschlussprüfung wurde auf Ende März dieses Jahres verschoben. Sie könne nur stattfinden, wenn die Corona-Verordnung das zulasse, so Adameit.

Nach der Prüfung könnten die „RadGuides“ coronagerechte Touren mit eigenen Hygienekonzepten planen, sagt Blessing. Die „Feierabendtour“ wird pro Person wohl drei Euro kosten, die Halbtagestour (bis vier Stunden) vier Euro und die Tagestour (ab vier Stunden) sechs Euro. Diese Preise seien „als Richtlinie“ abgestimmt worden, sagt Otto, die nach eigenen Angaben die Idee zum „RadGuide“-Projekt hatte. Die Buchung soll direkt beim Guide erfolgen. Er oder sie entscheide für die jeweilige Tour, ob eine Anmeldung erforderlich sei und ob es eine Höchstteilnehmerzahl gebe.

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Beworben werden sollen die Touren beispielsweise über das Freizeitportal des Rhein-Neckar-Kreises (www.deinefreizeit.com), auf dem später einmal das komplette Programm der „RadGuides Rhein-Neckar“ stehen soll. Bei Interesse könne es dann auch versendet werden. Eine Mail an freizeit@rhein-neckar-kreis.de genüge, so Otto.

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