Innenstadt - Konzepte gegen verwaiste Läden

Ideen statt Leerstände

Von 
Dpa
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Heidelberg: Eine Passantin geht an der mit weißer Folie beklebten Schaufensterscheibe eines leeren Geschäfts in der Hauptstraße, einer Fußgängerzone und Einkaufsstraße in der Innenstadt, vorbei. © Uwe Anspach/DPA

Heidelberg. Die deutschen Innenstädte sind in Not. 120 000 Geschäfte werden nach Schätzung des Handelsverbandes durch die Corona-Krise vom Markt verschwinden. Wie werden unsere Städte nach einem solchen Aderlass aussehen? Wie können leere Läden wieder belebt werden? In Heidelberg wollte man Geschäftsschließungen nicht länger untätig hinnehmen. Eine Task-Force von Unternehmern, Citymarketing, IHK und städtischen Experten wurde zusammengetrommelt. Ihr Ziel: Eine attraktive und zukunftsfähige Innenstadt sichern.

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Stadterlebnis und Einkaufen

Dabei geht es der romantischen Stadt am Neckar noch gut. „Wir haben im Vergleich zu anderen Städten mit Großflächenläden nur wenig Leerstände“, sagt der Amtsleiter für Wirtschaftsförderung, Marc Massoth, der die Einsatzgruppe leitet. Die Leerstände beziffert er auf nur um die zehn. Sein Mittel gegen verödende Innenstädte heißt „Nutzungsmischung“ – und die lässt in Heidelberg wenig zu wünschen übrig: Gastronomie, Einzelhandel, Arztpraxen, Kitas und Schulen sorgen schon jetzt in der zentralen Achse der Hauptstraße und ihren Seitengassen für Vielfalt.

Ergänzend will Massoth den vielen Forschungsinstituten und der Universität Raum geben, in dem sie wissenschaftliche Themen präsentieren. „Wir brauchen ein Stadterlebnis, nicht nur das Shoppen.“

Dreh- und Angelpunkt im Kampf gegen verwaiste Innenstädte sind neben der Online-Konkurrenz für den stationären Handel die Mieten. Deshalb setzt die Heidelberger Task-Force auf Gespräche mit Eigentümern über verringerte Mieten oder Stundungen. Dafür ist eine „Kümmererin“ im Einsatz. 

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