Heidelberg: Mordversuch an Jugendamtsmitarbeiterin vor Gericht

Von 
miro
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Symbolbild © dpa

Heidelberg. Freiheitsberaubung, Tierquälerei, Nötigung, Straßenverkehrsgefährdung und versuchter Mord: Seit Mittwochmorgen muss sich ein 35-Jähriger vor dem Schwurgericht des Heidelberger Landgerichts verantworten. Allein sechs Anklagepunkte stehen im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit. Das Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises hatte die Tochter als Säugling aus der Familie genommen und bei einer Pflegefamilie untergebracht. Zwar revidierte ein Familienrichter die Entscheidung zwischendurch, aber die Behörde holte das Baby wenig später wieder ab.

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Der Angeklagte soll zunächst am Wagen der zuständigen Jugendamtsmitarbeiterin einen Sender angebracht und sie mit einem vollständigen Bewegungsprofil unter Druck gesetzt haben. Schließlich soll er unbemerkt alle vier Bremsscheiben am Wagen der Frau mit einem Schmiermittel manipuliert haben, um so einen Unfall zu produzieren. Zum Prozessauftakt machte der Familienvater keine Angaben zur Sache, schilderte aber seine Jugend in Polen und die Übersiedlung nach Deutschland, wo er eine bessere Behandlung der chronisch kranken Frau erhoffte.

Das Allzweckfett wurde entdeckt, als der Privatwagen der Frau auf Anraten der Polizei in einer Werkstatt durchgecheckt wurde - es wurde vermutet, dass der Angeklagte einen GPS-Sender angebracht hatte. Ein solches Gerät wurde indes nicht gefunden. Wie lange die Sozialpädagogin mit den manipulierten Bremsen unterwegs war, ist nicht bekannt. Einen Unfall hatte sie nicht, auch war ihr kein verändertes Fahrverhalten aufgefallen, obwohl sie einen täglichen Weg zur Arbeit von 20 Kilometern absolvierte und auch am Wochenende unterwegs war.