Justiz - Vier Jahre und neun Monate Haft gefordert Fünffache Mutter soll in Haft

Von 
Christoph Rehm
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Heidelberg. Den Kopf leicht gesenkt, die Stimme ruhig und klar, hin und wieder nach Worten suchend – so gab die Angeklagte im Fall des versuchten Totschlags am Landgericht Heidelberg ihre abschließende Erklärung zu Protokoll. Sie könne nicht sagen, dass sie in der Vergangenheit „der beste Mensch gewesen“ sei, so die fünffache Mutter. „Ich will mich ändern, etwas Gutes tun. Ich hoffe, dass ich diese Chance bekomme.“ Gleichwohl bestreitet ihr Verteidiger die Anklagepunkte.

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Der 36-Jährigen wird vorgeworfen, im August 2020 nach einer privaten Feier eine Bekannte mit einer Glasscherbe in Tötungsabsicht attackiert und nahe der Halsschlagader verletzt zu haben. Gestoppt worden sei sie dabei erst durch einen Schlag auf den Kopf mit einer Bierflasche durch den 13-jährigen Sohn des Opfers. Die Verteidigung sieht diese Darstellung durch die Zeugenaussagen nicht bestätigt: „Es hat ein Gerangel gegeben, bei dem die Geschädigte verletzt wurde“, so Anwalt Thomas Zawodsky.

Dem widersprach Staatsanwältin Christiane Vierneisel. Die Angeklagte sei „völlig in Rage“ auf das Opfer zugestürmt und habe mit den Worten „Ich töte dich!“ nach einer Glasscherbe gegriffen. Ihr sei bewusst gewesen, dass ein Schnitt in den Hals eine Todesfolge nach sich ziehen könne – „was ihr aber gleichgültig war“, so Vierneisel.

Zeugen machten teils widersprüchliche Aussagen. Unstrittig scheint, dass es während einer feuchtfröhlichen Zusammenkunft in Heidelberg-Rohrbach zu einem handfesten Streit gekommen ist. Ein Zeuge berichtete von einem Mikrowellengerät, das durch die Wohnung geworfen wurde. Was sich anschließend im Treppenhaus abspielte blieb unklar. Die Staatsanwältin forderte vier Jahre und neun Monate Haft und Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Das Urteil wird Mittwoch erwartet. cre