Landtagswahl - Im Wahlkreis 34 bewerben sich sieben Frauen und sechs Männer um das Direktmandat / Plakate und digitale Veranstaltungen statt persönliche Treffen Erschwerter Kampf um Stimmen

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Miro
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In der Stadt sind die Plakate für die Landtagswahl aufgehängt worden. 13 Kandidaten bewerben sich um das Direktmandat im Wahlkreis 34. © Philipp Rothe

Heidelberg. Wer vertritt den Wahlkreis 34 (Heidelberg) künftig im baden-württembergischen Landtag? Das entscheidet sich bei der Wahl am 14. März. Hier ein Kurzporträt der 13 Kandidatinnen (in der Reihenfolge ihrer Nennung auf dem Stimmzettel), die in der Pandemie auf direkte Kontakte zum Wähler weitgehend verzichten müssen.

Theresia Bauer

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(Bündnis 90/Grüne), 55, verheiratet, zwei Söhne.

Die Wissenschaftsministerin hat das Direktmandat für den Wahlkreis 34 seit 2011. Nun bewirbt sie sich wieder darum, weil sie „auch in Zukunft mithelfen will, in Baden-Württemberg konsequenten Klimaschutz, eine innovative und dynamische Wirtschaft und eine Gesellschaft in ihrer ganzen Vielfalt voranzubringen“. Diesmal ist vieles anders: „Der unmittelbare Kontakt mit den Menschen fehlt mir sehr. Gleichzeitig freue ich mich, wie gut es gelingt, auch auf digitalen Wegen sehr persönlich mit Bürgerinnen in Kontakt zu treten“, blickt sie auf die Pandemie. (Bild:Grüne)

Anja Boto

(CDU), 45, drei Kinder, Controllerin

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„Zukunftssicherung bedarf einer ganzheitliche Betrachtung“, sagt die leidenschaftliche Europäerin, die unter anderem während ihrer Tätigkeit bei Airbus zehn Jahre in Frankreich lebte. Sie steht für eine „neue, nachhaltige Politik“ und dafür, Familien zu schützen und Bildung zu fördern. „Die Digitalisierung in den Schulen war und ist mangelhaft.“ Auch für nachhaltiges Handeln sowie Wohnungs- und Verkehrspolitik möchte sie sich einsetzen. (Bild: Schulz und Schramm)

Timethy Bartesch

(AfD), 37, Diplom- Physiker

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Der Referent für Verkehr in der AfD-Fraktion im Bundestag sowie Stadtrat gibt an:

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„Mein politischer Schwerpunkt ist es, den Mut zur Wahrheit zu vertreten, für den man vom politmedialen Komplex so massiv angegriffen und gesellschaftlichausgegrenzt wird.“ Auch ohne „Coronahysterie“ würden Parteiveranstaltungen von „antidemokratischen Mobs bekämpft“.

Daniel Al-Kayal

(SPD), 26, Politikwissenschaftler.

Politik beginnt für ihn beim „Versammeln von Interessen und Ideen, welche dann in Gesetze umgesetzt werden sollen. Wahlkampf ohne das Versammeln macht das Konkurrieren von Ideen schwieriger.“ Gleichzeitig müssten Parteien mit dieser Situation umgehen und lernen auf neuen Wegen zu kommunizieren und nicht zum „Super-Spreader“ zu werden. „Der Gesundheitsschutz steht für uns an erster Stelle und die von uns allen erreichte, niedrige Inzidenz in Heidelberg wollen wir deshalb nicht gefährden.“ (Bild: SPD-Landesverband)

Benjamin Brandstetter

(FDP) 24, Student der Geschichtswissenschaft.

Der Kreisvorsitzender der Julis und Landesvorsitzender der Liberalen Schwulen und Lesben Baden-Württemberg ist auch Bezirksbeirat in Handschuhsheim. „Wir brauchen dringend einen Digitalisierungsturbo“, verweist er auf die Bildungspolitik als Schwerpunkt. „Im Wahlkampf freue ich mich gerade über die vielen positiven Rückmeldungen, die ich Corona-bedingt vor allem digital bekomme. Das zeigt sich auch in unseren sehr guten Umfrageergebnissen.“ (Bild: Lukas König)

Sahra Mirow

(Die Linke), 36, wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Die Stadträtin, Landessprecherin und Spitzenkandidatin hat sich vorgenommen, mit ihrer Partei die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden. Ihre Forderungen: „Eine wirkliche Verkehrswende weg vom Verbrennermotor, die auch sozial gestaltet wird. Ein Bildungssystem, das inklusiv und sozial gerecht ist. Eine landesweite Wohnwende durch mehr sozialen Wohnungsbau.“ (Bild:cvs)

Dieter Koch

(Ökologisch-Demokratische Partei), geboren 1961 in Heidelberg.

Der Ingenieurbiologe bringt sich für Stadtökologie, Raumplanung und Entwicklungshilfe ein. Seine aktuelle Erfahrung? „Ich erhalte überraschend viele Anfragen von Wählern zu zum Teil ganz speziellen Fragen über die Homepage der ÖDP. Das ist unheimlich interessant, aber auch zeitraubend, da ich versuche alle zu beantworten.“ (Bild: W.Krümpelmann)

Björn Leuzinger

(Die Partei), 31, Chemielaborant und Stadtrat.

Als Schwerpunkte gibt er unter anderem an „Zeppelinlinienverkehr von Heidelberg nach Friedrichshafen sowie die endgültige Teilung von Baden und Württemberg“. Den Wahlkampf sieht er „mit gemischten Gefühlen“. „Einerseits muss ich nun wenigstens nicht mit dem Pöbel auf der Straße diskutieren und kann vieles von zu Hause aus erledigen, andererseits ist der Austausch mit dem Wahlvieh bei einem Feuchtgetränk immer auch sehr erheiternd.“ (Bild: Die Partei HD)

Anja Plesch-Krubner

(Freie Wähker) 53, Ärztin, verheiratet, zwei Kinder.

Sie initiierte 2017 mit Corinna Fellner die Elterninitiative „G9 jetzt! BW“, die mehr als 61 000 Mal unterzeichnet wurde und vertritt „eine sachbezogene Politik, die sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen orientiert und nicht an einer Parteiideologie“. „Schade, dass es in diesem Wahlkampf so schwer fällt, sich persönlich zu begegnen“, findet sie. (Bild: K.Gös)

Ulrich Becker

(dieBasis) 39, verheiratet, vier Kinder, selbstständiger Unternehmensberater

Ihm sind insbesondere die direkte Demokratie und die politische Bildung ein Herzensanliegen. (Bild war von dieser Redaktion angefragt)

Friederike Benjes

(KlimalisteBW), 54, verheiratet, drei Kinder, Softwareentwicklerin.

Die Mitgründerin des Heidelberger Radentscheids und des Heidelberger Klimaentscheids hält die Klimakrise für die aktuell größte Bedrohung der Menschheit: „Leider ist unsere Regierung weit davon entfernt, sie angemessen zu behandeln. Das möchten wir ändern.“ Der Wahlkampf unter Corona-Bedingungen verlaufe „verblüffend gut“: „Wir organisieren viele Online-Veranstaltungen, vor allem Vorträge und Diskussionen.“ Aber es mache auch sehr viel Spaß, jetzt draußen unterwegs zu sein, um Plakate aufzuhängen. (Bild: Michael Puschnigg)

Doris Rothermel

(Wir2020), 50, Masseurin, verhei- ratet, drei Kinder und zwei Enkel.

Sie steht für „freie Therapie- und Medikamentenwahl sowie freie Impf-Entscheidung“ sowie eine „soziale und gerechte Familienpolitik“. An einem Partei-Infostand Menschen – unter einer Maske und mit 1,5 Meter Abstand – anzusprechen, sei „Schwerstarbeit“: „Wie soll man da Menschen begeistern und Wertigkeiten vermitteln?“ (Bild: Frank Lünstroth)

Chantal Graßelt

(Volt), 22, Studentin der Volkswirtschaftslehre und Philosophie.

Sie ist auch Landesvorsitzende und die Spitzenkandidatin ihrer Partei. Klima- und Umweltpolitik sind neben dem sozialen und ökologischen Wohnen und der Mobilitätswende ihre Schwerpunkte. „Fehlende Veranstaltungen während der Pandemie machen gerade für neue Parteien den Wahlkampf schwieriger. Dabei zeigt die Pandemie wie ein Brennglas Probleme auf, die wir angehen wollen”, bedauert Graßelt. (Bild: privat)

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