Kultur im Netz - Die Mitarbeiter des Hauses präsentieren sich in einer Online-Ausstellung und erhalten erstmals allein für die Vorbereitung ein Honorar Der Heidelberger Kunstverein ruft „Wir sind hier!“

Von 
Susanne Kaeppele
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Starke Farben: Jochen Steinmetz’ Teil einer Billboard-Ausstellung. © Steinmetz / HDKV

Die aktuelle Ausstellung des Heidelberger Kunstvereins strotzt nur so vor Besonderheiten: Sie ist während des Lockdowns nur online zu sehen – und das muss ausprobiert werden. Und dann stellen ausschließlich die Mitarbeiter des Hauses aus, und sie erhalten, was sehr ungewöhnlich ist, ein Ausstellungshonorar.

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Damit fangen wir mal an: Es ist ein lang gehegter Wunsch und zuletzt auch eine vehemente Forderung der Künstlerinnen und Künstler, dass sie für ihre Vorarbeit zu den Ausstellungen honoriert werden. Denn sie leben ja nicht von Luft und Liebe allein, sondern verdienen nur Geld (abgesehen von Stipendien), wenn sie etwas verkaufen. Sie sind hier nicht nur zum Auf- und Abbau von Ausstellungen, sondern auch zum Fotografieren und Dokumentieren, nämlich Katharina Andes, Matthis Bacht, Maximilian Bauer, Eva Gentner, Manuel Dück, Diana Frasek, Matthias Gmeiner, Rosa Violetta Grötsch, Valentina Jaffé, Markus Kaesler, Felicitas Kunisch, Annerose Müller, Eval Pinkas, Nicolas Reinhart, Malte Römer, Björn Ruppert, Jochen Steinmetz und André Wischnewski.

Wir können hier unmöglich alle besprechen, aber nur so viel: Die Online-Ausstellung funktioniert, man geht auf die Website hdkv.de, sieht die ersten Ausstellungsstücke, fährt mit der Maus oder dem Touchpad darüber und erhält alle nötigen Informationen.

Vielfältige Ansätze

So steht etwa am Eingang das dramatische Gebilde „Weltmaschine“ von Malte Römer (geboren 1997, Studierender der Akademie Karlsruhe), es folgt „Ouroboros“ von Manuel Dück (geboren 1990, Absolvent der Akademie Karlsruhe), ebenso ein Werk aus Stahlstäben und Holz, das Bildsymbol einer sich in den Schwanz beißenden Schlange. Ein Bekannter ist Matthis Bacht (geboren 1982) aus Heidelberg, der das Haus am Wehrsteg betreibt, dessen Grundriss hier Basis bildet für seine Arbeit „Schauraum II“ (Variation) in Leinwand und Bronze.

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Starkfarbige Arbeiten von Jochen Steinmetz (geboren 1966, Studium in Glasgow und der Folkwang UdK in Essen) entstanden als Teil von „Lockdown 2020“, einer Schau auf Billboards im öffentlichen Raum, die Kunst ohne jede Schwelle und trotz Corona zu den Menschen bringen wollte.

Auffällig ist der geringe Frauenanteil hier, was sicher damit zu tun hat, dass Auf- und Abbau körperliche Kraft verlangen. Aber Valentina Jaffé (geboren 1990) ist dabei, die etwa für den Emy-Roeder-Preis nominiert war und hier mit Tusche auf Seide zeichnet, was sehr sanfte Spuren setzt, die uns an Himmel und Wolken denken lassen.