Corona - Weniger Infektionen / Wirtschaftliche Sorgen groß Betriebe in Existenznot

Von 
miro
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Heidelberg. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Heidelberg auf 39 Infektionen in einer Woche pro 100 000 Einwohner gesunken. 69 aktive Fälle werden vom Gesundheitsamt betreut und am Montag kamen sieben hinzu: Die Corona-Pandemie, die im Stadtgebiet seit ihrem Beginn 53 Todesfälle auslöste, scheint abzuebben.

„Der Einzelhandel ist für die Innenstädte systemrelevant“, sagt Stadtchef Eckart Würzner. © Philipp Rothe
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„Krankenhausaufnahmen und Intensivbetreuung gehen deutlich zurück“, gibt Oberbürgermeister Eckart Würzner am Montagmittag Eindrücke aus der kurz zuvor beendeten Tagung der Task Force wieder. Allerdings sei die Veränderung durch die Mutationen noch nicht ganz abzuschätzen. „Sie scheint weniger schwere Krankheitsverläufe zu verursachen, zeichnet sich aber wohl durch eine höhere Übertragbarkeit aus“, fügt der Stadtchef bei einem Pressegespräch hinzu.

„Stand heute sind alle Pflegeeinrichtungen der Stadt ohne Corona-Hotspot“, freut sich Würzner. In allen 15 Pflegeheimen der Stadt sind die mobilen Impfteams schon mindestens ein Mal gewesen, 2000 Personen erhielten dort bereits eine Impfdosis. Die ersten Zweitimpfungen liefen. Die Nachfrage sei enorm, fast jeder ältere Mensch wolle sich immunisieren lassen. Bei den Pflegekräften sei indes noch „Luft nach oben“; Aufklärung soll helfen.

Kein Verständnis zeigt der Stadtchef dafür, dass „der Bund die Soloselbstständigen so hängen lässt“: Obwohl der Bundestag Geld zur Verfügung gestellt habe, komme es nicht an, weil bürokratische Hürden bestünden. Gerade der Einzelhandel sei für die Innenstädte „systemrelevant“, berichtet der Stadtchef von vielen familiengeführten Betrieben, deren Ersparnisse längst aufgebraucht seien und die „kaum noch vier bis sechs Wochen durchhalten“ könnten. miro