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Kirche - Mit Playmobil zeigt die Heidelberger Melanchthon-Gemeinde biblische Geschichten – wie die Brotvermehrung als Mitmachaktion

Auch Plastikmännchen haben Hunger

Von 
epd
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Spielerisch Bibelgeschichten vermitteln: Die Melanchthon-Gemeinde in Rohrbach stellt mit Playmobil-Figuren Szenen nach – hier die Speisung der 5000. © epd

Heidelberg. Bunte Playmobilmännchen stehen hinter dem Altar der Melanchthon-Gemeinde in Heidelberg-Rohrbach. Sie symbolisieren die in der Bibel berichtete Speisung der 5000 durch ein Wunder, das Jesus Christus vollbracht hat. Familien mit Kindern, aber auch jeder andere Kirchenbesucher ist eingeladen, die bislang kleine Schar zu erweitern. „Wir wollen Fülle durch eine kleine Geste sichtbar machen“, erklärte Pfarrerin Tanja Dittmar gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) die Gemeinschaftsaktion.

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Die Idee, biblische Geschichten in der Kirche nachzustellen, entstand im Rahmen der offenen Kirche während der Corona-Lockdowns. Als Religionslehrerin suchte Tanja Dittmar nach Möglichkeiten, die Kirche für Erstklässler interessant zu gestalten. „Ich sah, wie meine Kinder mit Playmobilfiguren einen Kreuzweg entstehen ließen“, erinnert sich die zweifache Mutter.

Mit Erlaubnis von Tochter Victoria und Sohn Jonathan als „Urheber“ entstanden in der Melanchthonkirche in Heidelberg-Rohrbach die Bergpredigt, der Passionsweg und als jüngste Jesusgeschichte die Speisung der 5000. Bei der wundersamen Brotvermehrung hat Jesus 5000 Männer sowie Frauen und Kinder satt gemacht, indem er das Wenige teilte, das ein Junge hatte: zwei Fische und fünf Brote – berichten die Evangelien.

„Ich finde es toll, dass der Junge sein Essen abgegeben hat“, sagt der neunjährige Marlin. „Er hat nicht nur an sich gedacht, sondern an alle, damit alle satt werden“, ergänzt er. Die Schüler kennen die Jesusgeschichten aus dem Religionsunterricht. Für Besucher, die von der Geschichte noch nie gehört haben, erklärt sie ein Auszug aus der Kinderbibel.

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Eine Playmobilfigur abzugeben, sei ihm und seiner Schwester Rosalie nicht schwergefallen, sagt Marlin. Auch Victoria und Jonathan konnten leicht auf eine Figur verzichten. Manche hätten sie doppelt gehabt, sagen die Kinder. Namenskärtchen zeigen, wer schon gespendet hat.

Noch steht ein überschaubares Grüppchen Playmobilfiguren beieinander: Indianer, Kinderfiguren, ein paar Bäume sind auch dabei. Auf einem Teller liegen Fischgräten und Brote. Die Jesusfigur, die in weißem Gewand mit ausgebreiteten Armen auf einem Stein steht, hat Tamara Wiesinger gebastelt. Sie betreut den Kindergottesdienst in der Melanchthon-Gemeinde und hat beobachtet, „dass Familien sich gegenseitig von der Mitmach-Aktion erzählen.“

Spende an Ankunftszentrum

„Es wäre schön, wenn Familien über eine lustige Idee den Weg in die Kirche fänden“, sagt sie. Der Gedanke sei, einen Spaziergang mit einem Aufenthalt in der Kirche zu verbinden, ergänzt Tanja Dittmar. Ja, Kirche dürfe auch fröhlich sein, findet die Pfarrerin und spricht sich dafür aus, „der Freude in Gottesdiensten mehr Raum zu geben.“

Ob es tatsächlich 5000 Playmobilmännchen werden? Das müsse nicht sein, sagt Tanja Dittmar. Nach den Sommerferien sollen die gesammelten Playmobilfiguren als Spende an das Ankunftszentrum in Heidelberg übergeben werden. Bis dahin stehe die Kirche von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr für eine Playmobilspende offen, so die Pfarrerin. Die Figuren hinter dem Altar jedenfalls machen neugierig. 

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