Pandemie - Ein Tag ohne Neuinfizierte in Heidelberg / Würzner hält Neckarwiesen-Freigabe nächste Woche für möglich Akzeptanz für Regeln sinkt

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Miro
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Plakate wie hier auf dem Bismarckplatz begleiten die Pandemie. Nun geht es vorsichtig an Lockerungen. © Philipp Rothe

Heidelberg. Keine einzige nachgewiesene Neuinfektion in den vorangegangenen 24 Stunden – und tags zuvor nur eine einzige: Die Zahlen des Kreisgesundheitsamtes für Heidelberg machen Mut zu weiteren Lockerungen der Corona-Regeln. Noch nicht am ersten Maiwochenende, aber vielleicht schon in der kommenden Woche könnten die Neckarwiese und bald auch die Spielflächen wieder freigegeben werden: „Für die Kinder und ihre Familien waren die Einschränkungen besonders hart“, betont Oberbürgermeister Eckart Würzner bei einem Pressegespräch am Montag im Großen Ratssaal am Marktplatz.

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Insgesamt 289 Covid-19-Fälle habe es bisher in der Stadt gegeben, sechs Menschen starben. Weniger als 60 Menschen seien aktuell erkrankt: „Wir können die Infektionsketten sehr genau nachvollziehen“, fügt der Stadtchef hinzu. Das zeige, „dass Kontaktbeschränkungen absolut Sinn machen, auch wenn sie einen großen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte bedeuten“.

Initiativen wie das „Corona-Taxi“, bei dem Medizinstudierende Quarantänepersonen daheim untersuchen, hätten neben der hervorragenden Koordination des Gesundheitsamtes zur aktuell sehr guten Situation beigetragen. Die Akzeptanz für die strikten Corona-Regeln sinke indes langsam. „Der Druck, rauszugehen, wird immer größer. Auch die Kinder wollen endlich mal wieder auf den Spielplatz“, zeigt Würzner großes Verständnis. „Es ist immer noch eine schwierige Situation, aber wir versuchen, die Kinder stärker in Fokus zu nehmen“, hofft die Stadt auf eine möglichst bundesweite Regelung. Seit dieser Woche ist die Notbetreuung der Kindertagesstätten auf weitere Familien ausgedehnt. Dass aber alle Kinder bald wieder an ihren gewohnten Betreuungsort zurückkehren, hält der Stadtchef nicht für realistisch. „Wir brauchen weiter die Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern mit Familie weiter zum Beispiel Homeoffice-Lösungen anbieten.“

Am 4. Mai starten die Schulen – die in den vergangenen Wochen ebenfalls eine Notbetreuung für Kinder bis zur sechsten Klasse von Eltern „systemrelevanter“ Berufe angeboten haben. Nun kehren die Abschlussjahrgänge der allgemein- und berufsbildenden Schulen zurück in die Klassen. Die Zimmer sehen indes nun anders aus: Weniger Tische sind in größeren Abständen voneinander gestellt, in den Fluren gibt es „Einbahnstraßen“-Systeme, damit sich die Schüler möglichst nicht zu nahe kommen.

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Die Wochen der Schließung habe die Stadt genutzt, um die Gebäude intensiv zu reinigen und zu desinfizieren. Wie in den Bussen und Straßenbahnen gilt in den Klassen Maskenpflicht. „Wir haben den Schulen Erstausstattungen an Masken geschickt für die Jugendlichen, die noch keine eigene Maske haben“, berichtet Würzner. Schon seit mehr als einer Woche müssen in öffentlichen Gebäuden „Alltagsmasken“ getragen werden – ein Mund-Nasen-Schutz, der auch selbst genäht sein kann. Seit diesem Montag gilt die Maskenpflicht fast bundesweit.

„Wir müssen die guten Zahlen immer im Blick haben, damit nicht neue Infektionsketten entstehen“, bittet Würzner um Geduld. Langsam hochfahren wird die Gremienarbeit. Mittwochs habe sich der Gemeinderat immer per Videokonferenz getroffen. Am 7. Mai tage man wieder im Rathaus – noch einmal in reduzierter Stärke und ohne sehr strittige Themen auf der Tagesordnung.

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