Heddesheim - Kappenabend der Sport-Fischer im Bürgerhaus ausverkauft Von Urlauben und Maulwurfshügeln

Von 
Katarina Ivkovic
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Große Nachfrage nach den Karten: Der beliebte Kappenabend des Sport-Fischer-Vereins Heddesheim stand diesmal unter dem Motto „Ab in dä Urlaub!“ Auch die Spargelstecher aus Käfertal kommen jedes Jahr gerne. © Ivkovic

„Heddese - Ahoi! Fischer - Ahoi! Kappowend - Ahoi!“ Auf diese Worte hatte wohl halb Heddesheim ein Jahr lang voller Vorfreude gewartet. Denn auch dieses Jahr waren die Karten für den Kappenabend der Sport-Fischer zur großen Freude der beiden Vorsitzenden Michael Stabe und Erwin Brutscher innerhalb von nur zwei Tagen ausverkauft. „Man kommt tatsächlich nur über Beziehungen an die Tickets“, bestätigte Besucherin Kathrin, die zum ersten Mal dabei war.

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19.11 Uhr, die Lichter werden gedimmt. Nur ein Strahler verfolgte Moderator Erwin Brutscher auf seinem Weg durch die Menschenmenge zur Bühne. „Kappenabend 2019!“, ruft er ins Mikrofon und das Publikum tobt. Schon zu Beginn des jährlichen Spektakels des Sport-Fischer-Vereins bleibt keiner mehr sitzen.

Brutschers Warnweste und Schutzhelm ließen das Motto ein wenig erahnen. „Überall wird gebohrt und gehämmert! Wer soll das bezahlen? Sowas macht man net - wer hat so viel Geld?“, beschwerte sich der Vizechef des Vereins. Da bleibt nur eine Lösung übrig: „Ab in dä Urlaub!“ Nachdem er mit seiner „Saftschubse“ Chantal die hauseigenen Sicherheitsunterweisungen vorgetragen hatte, geht es auch schon los mit dem ersten Programmpunkt des bunten Abends.

Die Rentner munterten als Flugkapitäne mit ihrer Choreografie den ganzen Saal auf. Auch die talentierten Bumble Bee‘s bewiesen ihr Können mit Western-Tänzen zu Liedern wie „Cotton Eye Joe“. Der Applaus und die Zugaberufe wollten kein Ende nehmen. Aber es stand noch so viel mehr auf dem Programm. Nicole Kemmet kam in Gummistiefeln auf die Bühne, schließlich sehe der Ort wie eine Maulwurfinvasion aus – überall nur Hügel. Sie kann das Ende der Baustellen in ihrer Bütt kaum abwarten: „Bis dahin mach ich es so wie die Fischer, ab in dä Urlaub, weil do bin ich sicher!“

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Nachdem das Hellesema Grumbe Prinzenpaar den Fischern ebenfalls einen Besuch abstattete und den Fasnachtsfreunden einen tollen Abend wünscht, heizten die „Hot Fishing Girls“ mit ihren schnellen Tänzen allen ein. Passend zu den südamerikanischen Rhythmen tragen sie rote Glitzerkleider mit langen Fransen, dazu auffälligen Federkopfschmuck.

Beim Erklingen des Liedes „Mr. Bombastic“ wusste jeder, wer der nächste Gast ist: Der Hengst vun Heddese. Thorsten Gehrmann erzählte in seiner Bütt von seinen verrückten Erfahrungen in den USA. Als Fahrer des Präsidenten erlebte er so Einiges, was die Besucher zum Krummlachen bringt.

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Die Hellesema Zahlekracher gaben auch dieses Jahr wieder an ihren Schlag- und Blasinstrumenten Vollgas, alle Gäste klatschten zum Takt.

Fast wie auf der Titanic

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Hans-Peter Etsch und seine Frau Steffen Brutscher waren endlich im Urlaub angekommen. Doch beim gemütlichen Schwimmen im Meer der Schock: ein Eisgletscher, genau wie bei der Titanic damals. Hans-Peter ging unter. „Jack! Jack!“, rief Steffen seinen Mann – und da stieg er aus der Tiefe. Das war jedenfalls, was jeder dachte. Was Steffen aber aus dem Meer zog und was ihn so glücklich machte, war eine Flasche „Jack Daniels“. Das Publikum konnte sich kaum mehr halten vor Lachen. Die Bauchkrämpfe sollten mit der Ranzengarde aus Japan kein Ende nehmen.

„Heddesheim ist jedes Jahr der Höhepunkt der Kampagne“, gab Jana die Erste von der lehrenden Kunst zu. Sie kam mit der Maxi-Garde und dem gesamten Fasnachtsverein „Spargelstecher“ aus Käfertal. Wie jedes Jahr brachte der Vereinspräsident Alexander Boppel mit seinen Mitgliedern das Bürgerhaus zum Beben. Die Schunkelrunden waren an dem Abend allgemein von kurzer Dauer, es wurde viel mehr auf Stühlen und Tischen getanzt. Als Michael Stabe zum Schluss noch einmal höchstpersönlich auf der Bühne alles gab, kochte der Saal. Die Gäste waren nicht zu bremsen und die ausgelassene Atmosphäre nicht zu stoppen.

„Wir haben das Gefühl, dass wir uns jedes Jahr steigern“, sagte Erwin Brutscher dem MM und führt weiter aus: „Ich bin nun zum elften Mal Moderator und heute war die Stimmung einfach bombastisch!“ Was den Vereinschef Stabe besonders freute, war, dass alle Akteure unbezahlt auftreten und nur kommen, weil sie es so schön finden. Bis lange nach Mitternacht wurde die fünfte Jahreszeit noch im Pflug des Bürgerhauses gemeinsam gefeiert.

Info: Fotostrecke: morgenweb.de/heddesheim

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