Heddesheim - Bauausschuss berät erneut Lidl-Erweiterung im Gewerbegebiet / Kreisbehörde kündigt Genehmigung des Antrags an Rathaus will am Nein festhalten

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Anja Görlitz
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Faktisch erledigt sich das Thema durch den Lidl-Umzug ins Heddesheimer Neubaugebiet zwar ohnehin, formal ist der Streit um die Erweiterung des Discounters an seinem aktuellen Standort im Gewerbegebiet aber noch nicht beigelegt. In der kommenden Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 25. Februar, wird der Sachverhalt erneut beraten. Das Gremium tagt ab 16.15 Uhr im Großen Saal des Bürgerhauses.

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Wie die Verwaltung in den Sitzungsunterlagen erinnert, reicht die Vorgeschichte ins Jahr 2013 zurück. Seinerzeit hatte der Marktbetreiber eine Bauvoranfrage eingereicht, um die Zulässigkeit einer Erweiterung der Verkaufsfläche auf etwas mehr als 1100 Quadratmeter zu klären. Gemeinde und Landratsamt lehnten das Vorhaben mit Hinweis auf den Bebauungsplan ab, der großflächigen zentrenrelevanten Einzelhandel im Gewerbegebiet bereits ausschloss. Lidl zog vor Gericht, und im Zuge dessen stellte sich heraus, dass der Bebauungsplan wegen eines Formfehlers unwirksam war. Der Gemeinderat beschloss, einen neuen Plan aufzustellen und erließ für die Zeit des Verfahrens eine Veränderungssperre. Das war 2016.

Im folgenden Jahr, noch bevor der neue Plan rechtskräftig war, reichte der Discounter seine Voranfrage abermals ein. Diesmal wurde sie – „unter Protest der Gemeinde“ – von der Baurechtsbehörde des Kreises genehmigt. Dagegen wiederum wehrt sich die Gemeinde in einem noch anhängigen Gerichtsverfahren. Den auf die Voranfrage folgenden Bauantrag lehnte der Ausschuss 2018 dementsprechend ab, jetzt mit Hinweis auf den neuen und inzwischen rechtskräftigen Bebauungsplan. Der Ball lag wiederum beim Baurechtsamt des Kreises, und dieses teilte der Gemeinde nun mit, den Bauantrag genehmigen zu wollen. So lange das Gericht nicht anders urteile, sei man an den Bauvorbescheid gebunden. Gleichwohl wird die Gemeinde nochmals gehört. Das Ergebnis dürfte gleichbleiben: „Aus Sicht der Verwaltung hat sich die Ausgangslage (...) nicht geändert“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Bestatter zieht in Unterdorfstraße

Geändert hat sich hingegen etwas bei einem Bauvorhaben in der Friedensstraße, das der Ausschuss vergangenen Juli abgelehnt hatte. Insgesamt erschien den Räten die geplante Aufstockung des eingeschossigen Gebäudes um Ober- und Dachgeschoss seinerzeit zu mächtig. Die erforderlichen Stellflächen hätten auch gefehlt und Nachbarn Einwände vorgebracht. Inzwischen hat der Bauherr seine Pläne überarbeitet: Statt fünf sollen im Haus nur vier Wohnungen unterkommen, auch die Gebäudehöhe wurde reduziert. Laut Verwaltung füge sich das Vorhaben nun „deutlich besser“ in die nähere Umgebung ein.

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Kein Problem sieht das Rathaus auch in der geplanten Umnutzung früherer Bäckerei-Räume in der Unterdorfstraße: Dort will künftig ein Bestattungsunternehmen seine Dienste anbieten. Aus Sicht der Verwaltung ist dies zulässig. Für unbedenklich hält das Bauamt auch einen Dachaufbau in der Straßenheimer Straße, für den ein Bauantrag vorliegt. Etwas außerhalb des Baufensters möchte ein Hauseigentümer in der Büchnerstraße einen Pool im Garten errichten – auch hier hat das Rathaus keine Bedenken.

Redaktion Redakteurin Neckar-Bergstraße