Heddesheim - Einstimmige Standortentscheidung für Sport-Kindergarten / Nähe zu Vereinen und Anlagen gibt den Ausschlag Heddesheim: Neuer Sport-Kindergarten zwischen TG und ATB

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Anja Görlitz
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Von den beiden Tartanplätzen auf dem beschlossenen Standort soll zumindest einer an anderer Stelle – und höherwertig – ersetzt werden. © Google Maps/ MM-Grafik

Einstimmig hat der Gemeinderat von Heddesheim am Donnerstagabend den Standort für den neuen Sport-Kindergarten beschlossen: Das Gebäude in Holzbauweise soll zwischen den Vereinsheimen von TG und ATB entstehen. Damit folgte das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung, die dieses Areal zwischen Ahorn- und Ringstraße schon beim Grundsatzbeschluss im November favorisierte. Für die beiden Tartanplätze, die dann wegfallen, soll es voraussichtlich Ersatz geben. Mit ersten konkreten Planungsschritten für den Neubau beauftragten die Räte das Büro werk.um Architekten aus Darmstadt.

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Dessen Geschäftsführer Thomas Lückgen erläuterte eingangs der Sitzung die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, mit der die Gemeinde sein Büro im November beauftragt hatte. Als Alternative zum Platz zwischen TG und ATB (Grundstück 1) hatten die Planer darin eine längliche Fläche zwischen Jugendhaus Just und der 2018 fertiggestellten Flüchtlingsunterkunft untersucht (Grundstück 2). Ergebnis laut tabellarischer Übersicht des Fachmanns: Deutlich mehr Pluspunkte auf Seite von Variante 1. Dieses etwa 4000 Quadratmeter große Grundstück sei „prädestiniert für eine freie Bebauung“ und lasse durch seinen rautenförmigen Zuschnitt Gestaltungsspielräume. Dagegen gebe die Fläche am Just (ca. 5200 Quadratmeter) schon die lineare Gebäudestruktur vor. Machbar sei freilich auch das.

Ersatz für Tartanplätze

Vorteile biete die Lage von Grundstück 1 vor allem durch die Einbindung in das Sportangebot – bei dem anvisierten Konzept laut Lückgen „ein klares Plus für diesen Standort“. Städtebaulich passe dort ein eingeschossiger Neubau ebenfalls besser hin als zwischen Just und Wohngebäude. In Sachen Sicherheit schätzten die Architekten Variante 1 zudem etwas ruhiger ein, so Lückgen. Speziell im Sommer gebe es beim Bringen und Abholen der Kinder dort etwas weniger Überlagerungen mit dem an- und abfahrenden Verkehr vom und zum Badeseeparkplatz. Fazit: „Eigentlich wäre es sinnvoller, das Gebäude im Bereich der Tartanplätze zu bauen.“

Eine Einschätzung, die Bürgermeister Michael Kessler teilte: „Das war ja auch unser erster Aufschlag.“ Sicherlich müsse noch darüber gesprochen werden, „ob und wie“ man für die Sportplätze Ersatz schaffe. Genutzt würden diese hauptsächlich am Wochenende oder wenn die Sporthalle geschlossen sei. Daher könne es Sinn machen, zumindest einen der beiden Plätze zu ersetzen. Als Standort komme die Rasenfläche zwischen Nordbadenhalle und Tennisplätzen infrage. Mit den Nutzern könne man über einen geeigneten Belag diskutieren. Eine Photovoltaikanlage könnte den Platz verschatten – „Dann hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, sagte Kessler. Zum Kiga-Standort bei ATB und TG ergänzte er, dieser biete auch die besseren Erweiterungsmöglichkeiten. „Es spricht also viel für diese Fläche“, bilanzierte Kessler.

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Die Nähe zu den Sportstätten und die etwas günstigere Erreichbarkeit in den Sommermonaten sprechen aus Sicht der CDU-Fraktion für den Standort 1, führte Fraktionschef Martin Kemmet aus. „Auch aus gestalterischer und städtebaulicher Sicht sehen wir in der Ahornstraße mehr Potenzial.“ Für die Sportplätze gebe es „hochwertigen Ersatz“.

Kritik am „forschen Prozess“

Grünen-Fraktionssprecher Günther Heinisch kritisierte den „sehr forschen Prozess“ den er mit „gestern Grundsatzbeschluss, heute Standortentscheidung und morgen Eröffnung“ zuspitzte. Eine „vertiefende Meinungsbildung“ sei nicht möglich gewesen. Im Vergleich der beiden geprüften Standorte sei jener zwischen den Vereinen gleichwohl der geeignetere – „ er ist uns nur etwas zu nah an der Ringstraße“. Heinisch, sein Fraktionskollege Frédéric Bréhéret und FDP-Gemeinderat Tobias Köber enthielten sich.

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„Die Ausrichtung ist besser, die Anordnung ist besser, und die Entwicklungsmöglichkeit ist besser“, plädierte SPD-Fraktionschef Jürgen Merx für den Verwaltungsvorschlag. Mit Freude höre er von den Gedankenspielen, wie Ersatz für die wegfallenden Sportplätze geschaffen werden könnte: „Das war ja unser Wunsch, und das können wir so mitgehen.“ FDP-Fraktionschef Simon Jarke verzichtete während der gesamten Sitzung auf Stellungnahmen. Er halte es mit der Absprache zwischen Fraktionen und Verwaltung, die Sitzung „coronabedingt kurz zu halten“, wie er auf Nachfrage erklärte. Dies sei ihm wichtiger.

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Ist dem Ziel des Feierabends vor der Ausgangssperre am Ende gar die Frage nach den Kosten des Projekts zum Opfer gefallen? Laut Beschluss vom November sollte die Machbarkeitsstudie dazu eine erste Aussage machen, die es aber noch nicht gab.

Redaktion Redakteurin Neckar-Bergstraße