Heddesheim - Großer Andrang auf Saisonkarten des Badesees / Kontaktdaten werden bei jedem Kauf elektronisch dokumentiert Freude über baldige Öffnung, Akzeptanz für Einschränkungen

Von 
Till Börner
Lesedauer: 
Andrea und Walter Ehrmann halten stolz ihre Saisonkarten in die Kamera. Die beiden waren die ersten in der Schlange. © tbö

Heddesheim. „Sehnsüchtig haben wir auf diesen Moment gewartet“, sagt Andrea Ehrmann. Zusammen mit ihrem Mann Walter steht sie seit kurz vor halb eins am Eingang des Heddesheimer Badesees. Als um 14 Uhr die Kasse öffnet, ist die Schlange der Wartenden bereits so lang, dass sie rings um den Fahrradabstellplatz hinter einer mannshohen Hecke verschwindet und ihr Ende nur zu erahnen ist. Was die Leute eint: Alle wollen so früh wie möglich eine Saisonkarte für den Heddesheimer Badesee kaufen. Offizielle Eröffnung der Schwimmsaison ist am Montag, 15. Juni.

Weitere Informationen

  • Die Sommersaison am Badesee Heddesheim hat sich wegen Corona verspätet. Sie beginnt deshalb erst am Montag, 15. Juni, 8 Uhr.
  • Die Zahl der Badegäste ist begrenzt, die genaue Obergrenze soll nach Angaben der Gemeinde in Kürze bekanntgegeben werden.
  • Saisonkarten gibt es in dieser Woche noch am Dienstag, Mittwoch und Freitag jeweils von 14 bis 20 Uhr sowie am Samstag von 8 bis 12 Uhr an der Kasse am See (EC-Zahlung möglich) sowie an Kassen am Hallenbad und an der Kunsteisbahn (nur Barzahlung).
  • Saisonkarten für Familien werden ausschließlich im Rathaus verkauft, und zwar zu den üblichen Öffnungszeiten. Auswärtige Badebesucher müssen entsprechende Nachweise (Stammbuch oder Ausweise aller Familienmitglieder) vorlegen.
  • Tageskarten sind wegen der Corona-Einschränkungen ausschließlich per Ticket-App (eTickets Heddesheim) erhältlich, und zwar jeweils nur am Tag des Besuchs und je nach Verfügbarkeit der Plätze.
  • Schließfächer werden ausnahmsweise nur für die gesamte Saison vermietet, ein Termin für die Vergabe steht noch nicht fest.
AdUnit urban-intext1

Für die Ehrmanns hat sich das frühe Kommen gelohnt. Sie stehen ganz vorne in der Schlange und können dementsprechend als erste zwei Tickets erwerben. Zu den Corona-Maßnahmen gehört, dass beim Kauf einer Saisonkarte die Kontaktdaten elektronisch dokumentiert werden und jeder Zutritt aufs Seegelände in den nächsten Monaten registriert wird. „Das muss man in Kauf nehmen“, kommentiert Walter Ehrmann die ungewöhnliche Bürokratie. Auch die Tatsache, dass die Kartenpreise im Vergleich zum letzten Jahr die gleichen geblieben sind, obwohl die Saison später beginnt und mit vielen Einschränkungen verbunden ist, stört die Ehrmanns nicht: „Das ist verkraftbar.“

Mehrere Verkaufsstellen

Die Gemeinde begründet diesen Schritt mit den einzuhaltenden und nicht gerade günstigen Regularien. „Besucherbeschränkungen oder besondere Hygienevorschriften bringen einen erheblichen Mehraufwand für die Gemeinde mit sich“, heißt es auf der Webseite. „Ich gucke in diesem Fall nicht so genau aufs Geld, die Verantwortlichen tun wirklich viel, dass die Anlage öffnen kann“, sagt Ursula Bender, die sich am frühen Montagnachmittag vor dem Hallenbad eingefunden hat – einer weiteren Vorverkaufsstelle neben der Kasse des Sees und der Kunsteisenbahn.

Für Bender stand schnell fest: Sollte der Badesee in diesem Jahr öffnen, wird sie sich auch wieder eine Saisonkarte zulegen. „Ich bin schon darin geschwommen, bevor er 1974 eine offizielle Badeanstalt wurde. Inzwischen treffe ich hier im Sommer regelmäßig meine Schwester“, erzählt die gebürtige Heddesheimerin.

AdUnit urban-intext2

Die baden-württembergische Corona-Verordnung sieht vor, dass Freibäder und Badeseen nur eine eingeschränkte Besucherzahl zulassen dürfen – abhängig von der Größe der Liegewiesen. Wie viele Gäste sich maximal auf dem Gelände des Heddesheimer Sees aufhalten dürfen, will Bürgermeister Michael Kessler noch bekannt geben. Sollte diese Zahl erreicht sein, berechtigt auch der Besitz einer Saisonkarte nicht zum Einlass. Ebenso wird es in diesem Sommer keine Tagesschließfächer geben.

Viele Gäste kommen täglich

„Das sind alles keine Gründe, um deshalb auf das Schwimmen zu verzichten“, erklärt Renate Kircheisen, die auch gerne die Karpfen in dem Gewässer beobachtet. Ihre Freude sei „endlos groß gewesen“, als sie von der Öffnung des Sees erfahren habe. Vor ihr in der Warteschlange steht Georgia Ritter und lobt die schöne Anlage: „Die Wiesen sind immer ordentlich und nie voll mit Hinterlassenschaften irgendwelcher Tiere, die Toiletten sauber und das Personal freundlich.“ Ritter kommt seit 20 Jahren an den See und nimmt die aktuellen Einschränkungen achselzuckend in Kauf.

AdUnit urban-intext3

Klaus und Christa Brombach hätten es „sehr schade“ gefunden, wäre der See 2020 geschlossen geblieben. Das Rentnerpaar schwimmt in den warmen Monaten am liebsten täglich in dem Gewässer, das einst aus einer Kiesgrube entstanden ist. „Man muss die schwierige Situation betrachten“, so Klaus Brombach mit Blick auf das stark reglementierte Badevergnügen. Die Vorgaben findet er vernünftig, den Preis für die Saisonkarte unproblematisch. Schließlich sei der See auch immergepflegt. Pünktlich zu Beginn der verspäteten Badesaison hat das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises letzte Woche dem Heddesheimer Badesee eine ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt.

Volontariat