Heddesheim - Landwirte und der Bauhof sorgen für eine bunte Landschaft und veredeln gleichzeitig den Boden Brachliegender Acker blüht auf und lockt unzählige Insekten an

Von 
Dieter Kolb
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Diese Hummel labt sich an einer Blüte auf der von Landwirten angelegten Blühwiese bei Heddesheim. © Dieter Kolb

„18 Sorten Pflanzen enthält das Saatgut, das auf dem Ackergelände für einige Blühäcker ausgebracht wurde“, erklärte Landwirt Andreas Neutard. Die Wiese liegt hinter der Brunnenwegsiedlung, am Ortsrand von Heddesheim. Buchweizen mit 22, Sonnenblumen mit 12 und Phacelia mit 10 Prozent stellen den höchsten Anteil auf dem bunten Acker. Auch Dill, Klatschmohn, Saatwicke und Gelbsenf sorgen dafür, dass die Hummeln und Bienen sich hier wohlfühlen.

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„Der Buchweizen gehört zum Urgetreide und wächst, wenn auch nicht viel Wasser zur Verfügung steht“, erklärt Rupert Bach, der Vorsitzende des Heddesheimer Bauernverbands. Die Landwirte sind per Gesetz verpflichtet, fünf Prozent ihrer Ackerfläche als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) bereitzustellen. Diese Felder müssen im Umweltinteresse genutzt werden. Es darf nicht gedüngt und nicht mit Pestiziden gearbeitet werden.

„Hier ist Natur pur zu erleben“, sagt Andreas Neutard. Diese Maßnahmen werden vom Bund gefördert, ersetzen aber bei weitem nicht den Aufwand – wie Saatkosten, Maschinen- und den Arbeitseinsatz –, so die Landwirte. In der Heddesheimer Gemarkung sind über 50 Hektar Ackerfläche als Blühäcker von Landwirten angelegt. Bearbeitet werden mehr als 900 Hektar Ackerfläche.

Andreas Neutard und Rupert Bach gehören zu den elf Landwirten, die in Heddesheim noch aktiv sind. „Auf diesem Acker hatte ich im vergangenen Jahr noch Zuckerrüben. Über den Winter ruhte der Boden und im März habe ich die einjährige Brachebegrünung gesät“, so Neutard. Die Bodenbearbeitung erfolgte mit der Scheibenegge und dem Grubber. Am 10. März säte Neutard. Er ergänzte: „Der Vorteil war, dass der Boden noch genug Restfeuchte vom Winter hatte“. Neutard stellt fest: „240 Millimeter Regenmenge haben wir derzeit, benötigen aber 600 bis 700 Millimeter“. Die Trockenheit der jüngsten Monate schadet den Kulturen insgesamt. Seit Mitte Mai blühen die Pflanzen. Und wenn es Regen geben sollte, kann die bunte Pracht bis Ende Juli zu bewundern sein. „Die Fläche ist nur für die Tierwelt gemacht und außerdem veredelt sie durch die Pflanzen den Boden“, wissen die Landwirte. Auch das Niederwild wie Hasen und Fasane lebt hier.

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Die beiden sagen: „Nur von der Landwirtschaft können wir nicht leben, ein zweites Standbein gehört zu unserem Beruf“. Deshalb sind einige Bauern zusätzlich noch bei Grünarbeiten aktiv, haben eine Pferdepension oder betreiben eine Biogasanlage. Durch den fehlenden Regen gehen die Landwirte davon aus, dass 30 Prozent des Ertrags wegbrechen wird. „Heddesheim hat im vergangenen Jahr 36 000 Quadratmeter mit blühenden Pflanzen angelegt“, informiert Thomas Forshag, der kommunale Gärtnermeister. „Wir kämpfen auch gegen die Trockenheit“, weiß Wolfgang Unverricht, der Bauhofleiter, und ergänzt: „Die Mitarbeiter vom Bauhof und die Landwirte tun viel, damit Heddesheim eine blühende Gemeinde bleibt“.

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pj
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