Handball - Trainer des Landesligisten TV Groß-Rohrheim verlängert seinen Vertrag / Als Nachfolger von Sascha Holdefehr noch kein Spiel absolviert

Tim Borger hängt ein Jahr dran

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Die Groß-Rohrheimer, hier Lukas Baumann gegen Groß-Gerau, müssen sich bislang individuell fit halten. © Berno Nix/Borger

Groß-Rohrheim. Die Trainerfrage beim Handball-Landesligisten TV Groß-Rohrheim ist geklärt: Tim Borger (Bild) wird sein Amt weiterführen, das er Corona-bedingt über weite Strecken noch gar nicht richtig ausfüllen konnte. Der Übungsleiter löste vor einem Jahr Sascha Holdefehr ab, hat mit dem TVG viel vor, doch die Pandemie ließ die Saison zu einem Rohrkrepierer werden.

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„Bis jetzt habe ich hier noch kein Pflichtspiel absolviert. So kann man sich nicht verabschieden“, erklärt Borger, nachdem er mit Blick auf seine im vergangenen Jahr geborene Tochter doch länger gezögert hat: „Der Aufwand ist schon enorm. Aber meine Frau hat mich bei der Entscheidung für den TV Groß-Rohrheim unterstützt“, ist der Trainer froh um die Rückendeckung.

Einiges aufzuholen

Online zur B-Lizenz

Während der Trainingsbetrieb beim Handball-Landesligisten TV Groß-Rohrheim corona-bedingt auf Eis liegt, hat Trainer Tim Borger viel zu tun. Er absolviert gerade seine B-Trainer-Ausbildung.

Durch seine Zeit als Zweitliga-Spieler bei der SG Wallau darf er an einem Kurzlehrgang teilnehmen, in dem in normalerweise vier Wochen die B-Lizenz erworben werden kann. Durch die Pandemie findet die Ausbildung größtenteils online statt und hat sich deutlich verlängert. „Geplant war das Ende für April, jetzt hoffe ich mal, dass wir im August fertig sind“, so Borger.

Mit in diesem Lehrgang sind einige ehemalige Top-Spieler, unter anderem Weltmeister und Champions-League-Sieger Christian Zeitz. me

Zumindest für die nächste Spielzeit will er sich voll und ganz auf die Aufgabe bei den Ried-Handballern konzentrieren. Wie es danach weitergeht, lässt er offen: „Wir schauen uns nach einem Haus um und je nachdem, wo wir fündig werden, kann es sein, dass der Aufwand dann doch zu groß wird. Aber das steht alles noch in den Sternen und wird meine Arbeit in der Saison 2021/22 auf gar keinen Fall beeinträchtigen“, stellt er unmissverständlich klar.

Nun hofft Borger, dass er sein Amt möglichst bald wieder richtig ausüben kann. „Aktuell kann man außer einigen individuellen Dingen nicht viel machen. Die Spieler gehen Laufen, sollen zu Hause ein paar Kraft- und Stabilisationsübungen machen, aber viel mehr geht nicht“, so der Trainer.

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„Wir scharren alle mit den Hufen, dass es bald wieder in die Halle gehen kann, dass wir wieder den Handball in die Hand nehmen können, auch wenn es am Anfang sicherlich wieder ohne Kontakt sein wird.

Aber das wäre allemal besser, als das jetzt“, vermisst der frühere Bundesliga-Spieler der SG Wallau-Massenheim den Kontakt mit der Mannschaft: „Ich bin aber guter Dinge, dass wir im Juni vielleicht wieder loslegen können.“ Personell hat sich indes beim TVG bislang wenig bis nichts getan: Abgänge gibt es keine zu verzeichnen, Neuzugänge aber ebenso wenig. „Wir sind mit zwei, drei Spielern im Gespräch, aber ohne Probetraining und ohne dass sie die Mannschaft mal erlebt haben, ist das ganz schwer, sie von einem Wechsel zu überzeugen“, gibt Borger zu bedenken. Und wenn es dann endlich losgeht, sieht der Übungsleiter viel Arbeit vor sich: „Wir befinden uns schon seit sechs Monaten im Lockdown. Da kann man dann nicht wieder voll durchstarten. Wir werden schon einige Zeit benötigen, um uns wieder an den Ball zu gewöhnen, an den Körperkontakt, an alles Handball-spezifische.“

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Entsprechend wird er in den nächsten Wochen den Spielern verstärkt Aufgaben mit auf den Weg geben, um allmählich eine Vorbereitung vor der Vorbereitung zu starten. „Uns fehlt schon einiges, aber ich weiß, dass die Jungs für sich trainieren und wir sicherlich nicht bei Null anfangen müssen. Die Grundlagenausdauer wird schon ganz gut sein“, ist Borger überzeugt.

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Dass die Runde irgendwann im Herbst starten wird, davon geht der Trainer aus: „Ich glaube schon, dass wir insgesamt in der Pandemie auf der Zielgeraden sind.

Die Impfungen nehmen nun sehr schnell Fahrt auf und das wird der Schlüssel sein“, so der Familienvater, der auf Grund seines Berufs bei der Polizei auch schon die erste Impfung erhalten hat. „Wenn ich komplett geimpft bin, geht auch im Training kaum mehr Gefahr von mir für die Spieler und für mich und meine Familie aus. Das ist schon ein gutes Gefühl“, betont Borger: „Es wird Zeit, dass es endlich wieder richtig losgeht.“ me