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Haupt- und Finanzausschuss - Erneut Diskussion um Kostensteigerung für Rasenplatz und Bewegungsparcours in Groß-Rohrheim

Kommunalpolitik kritisiert Planer scharf

Von 
Michael Burmeister
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Das Rodauer Speck-weg-Eck (Bild) soll Pate stehen für den Groß-Rohrheimer Bewegungsparcours. © Michael Burmeister

Groß-Rohrheim. Im Haupt- und Finanzausschuss Groß-Rohrheims musste Planer Rolf Schepp erneut viel Kritik einstecken, allerdings verwahrte er sich gegen den Vorwurf, sein Büro habe nicht viel getan. Wieder ging es um den Winterrasenplatz und einen Bewegungsparcours. Die Kosten sind weiter gestiegen. Aus diesem Grund hatte Bürgermeister Rainer Bersch Planer Rolf Schepp zum wiederholten Mal in den Fachausschuss eingeladen.

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Die Ausschussmitglieder hatten erwartet, dass Schepp längst die Ausschreibungen zum Bau der Sportanlagen veranlasst habe. Doch dem ist nicht so. „Wir wollten die Politik fragen, weil sich die Gesamtkosten erneut erhöhen“, sagte Bürgermeister Bersch. Der erste Planungsansatz vor zwei Jahren war noch von 210 000 Euro ausgegangen, im Sommer 2019 waren es 265 000 Euro und im Winter 2019 sogar 365 000 Euro. Im September 2020 lautete die neue Summe 280 000 Euro – alleine für den sogenannten Winterrasenplatz. Der Name sei aber verwirrend, stellte Schepp klar: „Der Name Winterrasenplatz ist ein Marketing-Gag. Es gibt keinen Rasen, der das ganze Jahr wächst. Ich bezeichne ihn als Naturrasenplatz.“

In seinen Ausführungen ging der Planer auch darauf ein, wie die Politik sich entscheiden könnte. „Sie könnten sagen, wir lassen das Ganze.“ Das komme aber letztlich nicht in Frage, denn sonst würde Groß-Rohrheim auf Landesmittel verzichten. Man könnte die Planungen nur auf den Fußballplatz reduzieren oder das Ganze in mehrere Bauabschnitte teilen und baut sukzessive, so wie es der Haushalt zulässt. Letztgenanntes müsste aber noch mit der zuständigen Stelle beim Land abgeklärt werden. Schepp ergänzte noch, dass die Gesamtkosten für Rasenplatz und Bewegungsparcours, die jetzt bei 525 000 Euro liegen, erneut steigen könnten, denn niemand wisse, wie der Baugrund dort wirklich ist. Da müsse man vielleicht mit Entsorgungskosten rechnen. Nicht mit eingerechnet sind hierbei die 70 000 Euro Planungskosten. Im aktuellen Haushalt stehen 360 000 Euro. Daher war das Thema erneut auf der Tagesordnung. „So lange das nicht über den Haushalt abgesichert ist, dürfen wir nicht ausschreiben“, ergänzte Klaus Menger von der Gemeindeverwaltung.

„Also, ich bin sprachlos. Der Vortrag mit den Zahlen sind alte Kamellen. 90 Prozent der Kosten sind doch durch Landesmittel gedeckt. Herr Schepp müsste doch schon längst tätig gewesen sein“, sagte Dieter Engert (LiGR). „Mehrkosten, höhere Planungskosten und das Planungsrisiko beim Bau – wir stehen also wieder im luftleeren Raum“, ergänzte Ausschuss-Vorsitzender Walter Öhlenschläger (BfGR). Letztlich müssten 600 000 Euro in den Investitionshaushalt eingestellt werden.

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„Die Planungen mit sämtlichen Kosten liegen vor. Wir können das theoretisch nächste Woche öffentlich ausschreiben. Ich verstehe nicht, dass Sie von den Mehrkosten so überrascht sind. Eine Steigerung von 5,8 Prozent ist im normalen Bereich“, sagte Schepp. Er habe mit seinen Mitarbeitern bereits 900 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt. „Sie sind eben eine ausgesprochen diskussionsfreudige Gemeinde. Alles hätte schon viel früher entschieden sein können“, sagte Schepp. Es war die Erwiderung auf den Vorwurf von Dieter Engert, der Schepp scharf angegriffen hatte. Engert entschuldigte sich für seine Äußerung. Die Frustration sei in dieser Sache eben hoch. Das Thema ging ohne Empfehlung in die Fraktionen.

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