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Haupt- und Finanzausschuss

Erzieherin rät von Waldkita ab

Groß-Rohrheimer Kommunalpolitiker diskutieren über Naturkindergarten an der Grillhütte

Von 
Michael Burmeister
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An der Groß-Rohrheimer Grillhütte könnte ein Naturkindergarten eingerichtet werden, aber nur für fünf Stunden Betreuung am Tag. © Michael Burmeister

Groß-Rohrheim. Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause mit dem von der SPD gewünschten Konzept für einen Waldkindergarten für Groß-Rohrheim beschäftigt. Sonja Lulay, Leiterin der kommunalen Kindertagesstätte, hat allerdings Bedenken zum Konzept geäußert.

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„Wir haben bislang stets gute Erfahrungen mit unseren Waldwochen gemacht, die wir mit den Kindern zweimal jährlich durchführen. Kinder wie Eltern waren immer begeistert“, sagte Lulay. Dennoch rät die Kitaleiterin davon ab, einen Waldkindergarten zu errichten. Als Grund nennt sie vor allem, dass der Wald nur begrenzt begehbar sei – etwa nach Stürmen oder auch jetzt bei langer Trockenheit. Sie rät vielmehr zu einem Naturkindergarten – bei der Grillhütte an der verlängerten Speyerstraße. Dort gebe es ein Gebäude, sanitäre Einrichtungen, und ein weitläufiges umzäuntes Gelände. Ausflüge in die Felder wären gut möglich. Die neue Hundewiese daneben sei kein Problem.

„Vielleicht können wir in diesem Zusammenhang die Grillhütte endlich auch ans Stadtwasser anschließen, sollte es für die Realisierung des Projektes Fördergelder geben“, schlug Ausschussvorsitzender Walter Öhlenschläger vor. Bis dahin könnten Behälter mit Trinkwasser aufgestellt werden.

Der Naturkindergarten könnte Platz für 20 Kinder zwischen einem Jahr und drei Jahren bieten. Jetzt soll erst einmal die Nachfrage und Resonanz abgewartet werden, denn nur ein Teil davon dürften zusätzliche Kinder sein. Nutzten das Angebot ausschließlich Kinder aus dem kommunalen Kindergarten wäre das Ganze unproblematischer, auch was das Personal anbetrifft. Ab 15 (zusätzlichen) Kindern würde neues Personal benötigt, hieß es im Ausschuss.

Wer sein Kind in der Natur-Kita anmeldet, muss wissen, dass die Betreuung hier ab 8 Uhr nur fünf Stunden beträgt – ohne Mittagessen. Ein Wechselmodell sei aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Die SPD bat darum, die Entscheidung für das Konzept auf die Sitzung im Oktober zu verschieben. Dem schloss sich der Ausschuss an.

1000 Euro bei Fehlalarm

Die Kiesgrube in der Hammeraue wird für zwölf Jahre, also bis Ende 2034, an den Sportfischerclub 1983 verpachtet. Dazu gab es eine einstimmige Empfehlung an das Gemeindeparlament. Ein einstimmiges Votum gab es auch bezüglich der zu ändernden Feuerwehrgebührensatzung. Dabei geht es um Kosten, die bei einem Fehlalarm entstehen und dem Verursacher in Rechnung gestellt werden. Zuletzt lösten defekte Brandmeldeanlagen im Industriegebiet mehrfach falschen Alarm aus. Dies soll künftig 1000 statt 600 Euro kosten. Dem Vorschlag der Verwaltung von 800 Euro wollte der Ausschuss nicht folgen.

Auch die in die Jahre gekommene Entschädigungssatzung soll überarbeitet werden. Diese regelt unter anderem die Aufwandsentschädigung für Kommunalpolitiker, also Mitglieder in den Ausschüssen und im Gemeindeparlament. SPD und Freie Wähler (BfGR) wünschen sich eine Aufstockung, was die Fraktionssitzungen betrifft. CDU und LiGR sprachen sich dagegen aus. „Ich bin der Meinung, die Satzung muss auf den aktuellen Stand gebracht werden“, sagte Torsten Henzel (SPD). Walter Öhlenschläger fügte an: „Diese Satzung ist mittlerweile zwölf Jahre alt. Sie muss aktualisiert werden. Außerdem geht es uns nicht ums Geld: Hier wird Arbeit geleistet, und die ist etwas wert.“ Die LiGR wandte ein, dass die Arbeit in der Kommunalpolitik ehrenamtlich sei. Sie findet eine Aufwandsentschädigung für eine zusätzliche zweite Fraktionssitzung nicht in Ordnung.

Freie Wähler und CDU wünschen sich laut ihrem Antrag „eine Aufwertung der Ausschüsse“ und bei bestimmten Sachthemen mehr endgültige Entscheidungsbefugnis, „um die Sitzungen des Gemeindeparlaments zeitlich zu verkürzen.“ Laut HGO sei dies möglich, andere Kommunen würden dies praktizieren. Allerdings, so heißt es im Antrag weiter, bedarf es dazu zweier Fraktionssitzungen (vorher und nachher). Bei drei Ja-Stimmen (CDU und LiGR lehnen den Vorschlag ab) wurde der Antrag so ans Parlament empfohlen.

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