Edingen-Neckarhausen - Ausschreibung für Baugebiet läuft an Wingertsäcker: Wettbewerb startet Ende Mai

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Anja Görlitz
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Auf der Wiese gegenüber der Bäko soll ein Wohngebiet entstehen. © Emmerich

Ende Mai fällt der Startschuss zum Investorenwettbewerb für das kleine Neubaugebiet in den Wingertsäckern in Neckarhausen (Bäko-Wiese). Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Ausschreibungsunterlagen samt Kaufvertragsentwurf genehmigt.

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Das geplante Gebiet umfasst eine Fläche von knapp zwei Hektar, von denen 0,7 Hektar für den Wohnungsbau vorgesehen sind. Dort sollen 24 Wohneinheiten entstehen: zwei Reihenhausgruppen mit je acht Einheiten an der Hauptstraße, zwei Reihenhäuser mit je drei Wohneinheiten und ein Doppelhaus an der Straße Wingertsäcker. Die Grundstücke gehören der Gemeinde und sollen an jenen Bau- und Erschließungsträger verkauft werden, der sich im Wettbewerb durchsetzt. Die Teilnehmer müssen dafür unter anderem eine architektonische Planung und ein Kaufpreisangebot vorlegen. Für die Grundstücksfläche für Gebäude und Stellplätze (gut 0,5 Hektar) beträgt der Festpreis 2,5 Millionen Euro.

Jury entscheidet im Herbst

Der weitere Zeitplan sieht vor, dass das Verfahren am 28. Mai bekanntgemacht wird. Am Folgetag können die Unterlagen online heruntergeladen werden (kaupp-franck-wettbewerb.de). Bis Mitte Juli haben die Teilnehmer Zeit für Rückfragen bei den Verfahrensbetreuern (Kaupp+Franck Mannheim), bis 15. Oktober müssen die Arbeiten bei dem Architekturbüro eingegangen sein. Voraussichtlich am 29. Oktober trifft das Auswahlgremium seine Entscheidung. Stimmberechtigt in der Jury sind neben Bürgermeister Simon Michler je ein Vertreter der Gemeinderatsfraktionen sowie Stadtplaner Peter Fischer. Einen Tag später sollen die Gewinner in einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. Die Ausstellung mit den Wettbewerbsbeiträgen wird danach bis Mitte November im Rathaus gezeigt.

Acht der 24 Wohneinheiten muss der Bauträger nach dem sogenannten Einheimischenmodell vergeben. Den Verkaufspreis dieser Wohneinheiten hat die Gemeinde auf 3800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche festgesetzt. Die Bewerbungen von Kaufinteressenten werden dabei nach einem Punktekatalog bewertet. Bei Punktgleichheit entscheidet das Los. In die Bewertung, die eine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten konzipiert hat, fließen die Vermögens- und Einkommenssituation der Bewerber ebenso ein wie die Zahl der Kinder, eine eventuelle Schwerbehinderung, die Zeit des Wohnsitzes in der Gemeinde oder ein ehrenamtliches Engagement.

Einheimische erhalten Vorzug

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Beispielsweise dürfen Kaufinteressenten maximal über ein Vermögen in Höhe des Grundstückswertes verfügen (bei Paaren gilt das gemeinsame Vermögen) und noch nicht Eigentümer von Wohnimmobilien in der Gemeinde sein. Bei der Bewertung der Einkommenssituation wird das (noch genau zu ermittelnde) jährliche Durchschnittseinkommen Steuerpflichtiger im Ort als Obergrenze herangezogen. Liegt es zum Beispiel bei 51 000 Euro (brutto), kommen jene, die mehr verdienen, nicht zum Zug. Wer unter 40 800 Euro (Obergrenze minus 20 Prozent) bezieht, erhielte 20, wer darüber liegt (bis 51 000 Euro), 10 Punkte. Für Paare gilt die doppelte Obergrenze. Ein Kaufpreis von vielleicht 500 000 Euro erfordere eine „gewisse finanzielle Ausstattung“, erläuterte Bauamtsleiter Dominik Eberle in der Sitzung auf die Bemerkung von OGL-Fraktionschef Thomas Hoffmann, dass Paare mit einem Haushaltseinkommen von 102 000 Euro nicht „bedürftig“ seien.

Auf Anregung der SPD-Fraktion änderte der Gemeinderat den Vorschlag der Arbeitsgruppe bei der Bewertung des Ehrenamts. So soll die Mitgliedschaft in örtlichen Vereinen pro Jahr mit einem Punkt bewertet werden (max. fünf Punkte), ein besonderes Amt (Vorstand etc.) mit je zwei (max. 10 Punkte). Zuvor war es umgekehrt geplant. „Mitgliedschaft allein ist noch keine Leistung“, brachte UBL-Gemeinderat Stephan Kraus-Vierling den allgemeinen Tenor auf den Punkt.

Redaktion Redakteurin Neckar-Bergstraße