Edingen-Neckarhausen - Der Vorsitzende des Kultur- und Heimatbundes über Absagen, die Kerwe und das Innenleben der Vereine „Von Woche zu Woche denken“

Von 
Hannelore Schäfer
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Einen Andrang wie auf diesem Foto wird es auch in Edingen-Neckarhausen so schnell nicht mehr geben. Das Bild zeigt die Menschenansammlung während des Gemeindefestes „Rund ums Schloss“ im vergangenen Jahr. © Marcus Schwetasch

Wolfgang Ding sieht zumindest ein wenig Licht am Ende des Tunnels. „Es sind Ansätze erkennbar, dass die angestrebten Vereinsaktivitäten unter erschwerten Bedingungen in Gang kommen können“, sagt der Vorsitzende des Kultur- und Heimatbundes Edingen-Neckarhausen. Aufgrund der Corona-Krise sei das Vereinsleben praktisch zum Erliegen gekommen. Der Kultur- und Heimatbund ist zugleich Dachorganisation und Ansprechpartner für seine Mitgliedsvereine, die von der Pandemie stark gebeutelt sind.

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„Nach einem Tiefpunkt geht es wieder aufwärts, das gilt auch für Vereine“, ist Ding überzeugt. Allerdings sei die momentane Situation alles andere einfach. „Die zahlreichen coronabedingten Absagen von Veranstaltungen reißen finanzielle Löcher ins Budget, das macht den Vereinen zu schaffen, zumal sie sich aus eigenen Kräften „durchwursteln“ müssen“, konstatiert Ding.

Er gehe aber davon aus, dass sie die Krise überstehen, wenn auch mit Blessuren. „Dazu tragen die Mitglieder bei, die ihrem Verein weiterhin die Treue halten. Wie ich aus Vereinskreisen erfahren habe, gehen die Beitragszahler sehr verständnisvoll mit der Situation um und bleiben bei der Stange“, bemerkt der Kultur-und Heimatbund-Chef dankbar. In Krisensituationen hielten die Leute zu ihrem Verein und kündigten „nicht gleich im ersten Sturm ihre Mitgliedschaft.“

Manchem würde zudem erst jetzt bewusst, was die Vereine sowohl im sportlichen und kulturellen als auch im gesellschaftlichen und sozialen Bereich leisteten. „Schade, dass es in diesem Jahr kein Gockelfest, kein ,Rund ums Schloss‘ oder kein Edinger Backfischfest geben wird.“ Dieses Bedauern bekommt Ding immer wieder zu hören.

Veranstaltungen auf der Kippe

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Und wie sieht es mit der Kerwe in Neckarhausen im September und der in Edingen im Oktober aus? „Zunächst gilt ja noch das Verbot von größeren Veranstaltungen bis zum 31. August. Was danach ist, bleibt ungewiss, wir können nicht längerfristig planen, es bleibt uns nur, von Woche zu Woche zu denken“, gesteht Ding und fügt an: „Aber selbst wenn die Kerwe stattfinden kann, wird sie vermutlich nicht so sein, wie wir es gewohnt waren.“

Festgehalten werde jedoch am Blumenschmuckwettbewerb. „Ob es die Abschlussveranstaltung im November mit Prämierung der Preisträger geben wird, wissen wir noch nicht, aber Blumen an Fenstern und Balkonen bringen gerade in Zeiten wie diesen Farbe ins Leben“, ist Ding überzeugt. Etliche Vereine hätten für ihre ausgefallenen Generalversammlungen schon einmal den Herbst anvisiert.

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Gleiches gelte für Veranstaltungen, für die man bei der Gemeinde einen Termin reservieren könne. Ob das Ganze schlussendlich auch durchgeführt werden könne, hänge dann von den geltenden Vorschriften ab.

Vereinstreffen geplant

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Um sich ein Bild von der Gesamtsituation der Vereine zu machen, ist eine Zusammenkunft mit Vereinsvertretern, Bürgermeister Simon Michler und weiteren Vertretern der Gemeinde geplant. „Es wird der 23. Juni als Termin ins Auge gefasst. Das Treffen soll aufgrund der geltenden Abstandsregeln in der Eduard-Schläfer-Halle stattfinden“, lässt Ding wissen.

Neben den berechtigten Sorgen und Nöten der Vereine wolle man sich aber auch mit Lösungen befassen. „Der Weg aus der Krise wird nicht leicht sein, es bedarf viel Aufwand, aber auch Optimismus und Kreativität, um das Vereinsleben wieder schrittweise zu aktivieren“, ist Ding überzeugt.

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