Edingen-Neckarhausen - Volkshochschule legt Programm für das neue Semester vor / Einschränkungen wegen Pandemie VHS arbeitet an Online-Angebot

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Hans-Jürgen Emmerich
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VHS-Leiter Hermann Ungerer bereitet in seinem Büro im Schloss Neckarhausen das neue Semester vor. © Marcus Schwetasch

Am 1. März sollte eigentlich das neue Programm der Volkshochschule (VHS) Edingen-Neckarhausen beginnen. „Ich hatte gehofft, dass wir damit einen Monat Puffer haben“, sagt der Leiter Hermann Ungerer im Telefonat mit dem „MM“. Doch kaum war das bunte Programmheft gedruckt, da kam die Verlängerung der Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. „Ich bin mir nicht sicher, ob es am 1. März tatsächlich losgeht“, wirbt Ungerer vorsorglich um Verständnis.

Das neue Semester

Die Volkshochschule Edingen-Neckarhausen startet voraussichtlich am 1. März ins neue Semester.

Neben Kursen in den Bereichen Kunst, Gesundheit und Fitness, Sprachen und Tanzen gibt es Vorträge und eine Reihe von Konzerten.

Eine Kooperation mit den umliegenden Volkshochschulen erweitert das Angebot.

Die VHS-Geschäftsstelle befindet sich im Schloss in Neckarhausen, Hauptstraße 389.

Telefonisch ist das Sekretariat unter 06203/80 82 50 zu erreichen.

Anmeldungen sind schriftlich oder telefonisch möglich, Formulare gibt es im Programmheft und online.

Internet: www.vhs-en.de

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Vor allem bei den Bewegungskursen sei es fraglich, ob sie wie geplant stattfinden können. Deshalb bereitet der VHS-Chef parallel Möglichkeiten für Online-Kurse vor. „Ich google gerade nach geeigneten Werkzeugen dafür“, verrät er. Zugleich räumt er mit der Vorstellung auf, die Dozenten könnten Online-Angebote vom heimischen Wohnzimmer aus eben mal so nebenbei leisten. Vielmehr erfordere das geeignete Räume und vor allem ein leistungsstarkes Internet. „Daran hapert es im Moment noch“, erklärt Ungerer.

Er und sein Team bei der Volkshochschule seien seit dem ersten Lockdown nicht untätig gewesen, betont der Chef: „Wir haben schon viel ausprobiert.“ Das gehe allerdings manchmal „frustrierend langsam“, klagt er. Manche Kurse seien als Video aufgenommen und dann auf speziellen Youtube-Kanälen ausgestrahlt worden. Das funktioniere dort besonders gut, wo Dozenten und Teilnehmer schon lange zusammenarbeiten: „Da sind die Hürden relativ gering.“

Schminken ist tabu

Auch bei der Gestaltung des Programms bleibt Corona nicht ohne Folgen. So sind zum Beispiel die beliebten Aqua-Jogging-Kurse nach hinten verschoben worden, „in der Hoffnung, dass die Bäder wieder öffnen dürfen“, wie Ungerer erläutert. Bei anderen Kursen mit Körperkontakt, beispielsweise Schminken, sei klar, dass sie derzeit nicht stattfinden können. Beim Kundallini-Yoga aus Nordindien im Schlosspark oder bei traditionellen Tänzen aus Argentinien, die paarweise auf große Distanz ausgeführt werden, könnte es trotz Abstandsregeln klappen. „Klar ist, dass wir uns als VHS an die jeweils geltenden Regeln halten“, versichert Ungerer.

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Das 36 Seiten starke Programmheft ist ab sofort erhältlich, aber auch auf der Homepage der VHS gibt es eine Darstellung aller Kurse. Hier ist auch eine Suche nach verschiedenen Fachbereichen möglich. Nur die eigentliche Anmeldung klappt noch nicht online. Lediglich ein Anmeldeformular lässt sich zuhause am Computer ausdrucken und muss dann ausgefüllt und unterschrieben abgegeben oder zurückgeschickt werden. „Wir hoffen, dass wir mit unserer neuen Software auch eine Online-Anmeldung anbieten können“, erklärt Ungerer.

„Im letzten Jahr haben wir erlebt, dass wir eine lebendige Gemeinde mit Kultur und Begegnungen sind“, schreibt er im Vorwort zum Programmheft. Trotz aller Einschränkungen habe man Herausforderungen gemeistert und kreative Ideen umgesetzt.

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Die Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Sommergeschichten“ auf der Schlossterrasse soll nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr auch in diesem fortgesetzt werden. „Wir sind schon in der Planung“, erklärt Ungerer und verrät, dass mit Violinist Nachum Ehrlich ein Gast bereits zugesagt hat, auf den er sich besonders freut: „Das wird fantastisch.“

„FreiRaum-Kino“ startet

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Als gesetzt gilt auch die Teilnahme der Szenemacher mit ihrem Improvisationstheater sowie Kino unter freiem Himmel. Dank der Hilfe und Unterstützung der Zuschauer hat das Kommunale Kino jetzt einen neuen Namen: FreiRaum-Kino. „Wir sind ein Freiluft-Kino, wir beschränken uns nicht auf einen einzelnen Raum, wir bieten neue Denk-Räume an“, fasst Ungerer den Ansatz zusammen. Künftig sollen etwa auch in den Sprachkursen der VHS Filme in Originalsprache integriert werden.

„Die Gesundheit und Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger steht bei uns an erster Stelle“, unterstreicht der Leiter. Deshalb habe man den Semesterstart auf Anfang März verschoben: „Wenn die Schulen wieder öffnen, gehe ich davon aus, dass auch die VHS wieder öffnen darf.“

Redaktion Aus Leidenschaft Lokalredakteur seit 1990, beim Mannheimer Morgen seit 2000.