Edingen-Neckarhausen - Bürgermeister Michler wünscht sich offenen Austausch / TCEN plant neue Anlage für Trendsportart Padel-Tennis Rat diskutiert über Sparvorschläge

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Hans-Jürgen Emmerich
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Die Decke der Eduard-Schläfer-Halle in Neckarhausen soll saniert, die Beleuchtung erneuert werden. © Hans-Jürgen Emmerich

Edingen-Neckarhausen. Im Haushalt von Edingen-Neckarhausen fehlen in diesem Jahr mehr als fünf Millionen Euro. Um die finanzielle Lage zu entspannen, hat die Verwaltung eine Liste von Sparvorschlägen vorgelegt, über die in der Sitzung am Mittwoch, 24. Februar, 17.30 Uhr, in der Eduard-Schläfer-Halle gesprochen wird.

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Bevor der Gemeinderat sich an den Haushaltsplan des neuen Jahres wagt, geht es erst einmal um den Jahresabschluss von 2019. Da ist es – letztmals nach kameralistischer Buchführung – deutlich besser gelaufen als ursprünglich geplant. Rund 2,2 Millionen Euro konnte die Gemeinde aus dem Verwaltungshaushalt erwirtschaften, um damit Investitionen zu finanzieren. Am Ende blieben sogar fast 1,2 Millionen Euro übrig, um die Rücklage aufzustocken. Diese belief sich Ende des Jahres 2019 auf knapp 7,8 Millionen Euro.

Damit bestätigt sich nach den Worten von Bürgermeister Simon Michler die Erfahrung aus den vergangenen zehn Jahren, dass das Ergebnis eines Haushaltsjahres meist um mindestens eine Million Euro besser ausfällt als der Ansatz, häufig sogar mehr. Trotzdem hat er dem Gemeinderat eine Liste möglicher Einsparungen mit mehr als einer Million Euro genannt, um am Mittwoch offen darüber diskutieren zu können. Es gehe darum, Argumente auszutauschen, sagte Michler. Die von ihm vorgelegte Aufstellung bedeute nicht, dass er allen Punkten zustimmen werde. Die Diskussion könnte also spannend werden.

Die Fraktion der Linken hatte bereits in der vergangenen Woche eine Reihe von Sparvorschlägen eingereicht und Teile davon öffentlich gemacht. Offenbar überschneiden sich die Positionen beider Listen zumindest teilweise. Die Vertreter der anderen Fraktionen wollten sich im Vorfeld der Etatberatung auf Nachfrage nicht zu Details äußern oder eigene Sparvorschläge machen. „Ich gehe optimistisch in die Beratung“, unterstreicht Michler und verweist dabei auch auf das Jahr 2019, das „außergewöhnlich positiv“ gelaufen sei. Statt 5,7 Millionen Euro Neuverschuldung hätten zweieinhalb Millionen gereicht.

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Auf der Liste möglicher Sparmaßnahmen stehen unter anderem die Erneuerung von Baumscheiben (120 000 Euro), die Sanierung der Parkplätze an der Graf-von-Oberndorff-Schule (100 000 Euro) und die Park-and-Ride-Anlage am S-Bahn-Haltepunkt in Neu-Edingen sowie der Spielplatz am Gemeindepark in Edingen (50 000 Euro statt 150 000 Euro). Bei der Umrüstung der Beleuchtung und der Sanierung der Decke in der Eduard-Schläfer-Halle könnten durch eine Streckung sogar 350 000 Euro gespart werden. Bleibt abzuwarten, welchen Betrag der Kämmerer am Ende der vermutlich mehrstündigen Beratung addiert hat. Die endgültige Entscheidung über den Etat ist dann für März vorgesehen.

Verzicht auf Kita-Gebühren

Ein weiteres Thema ist der Verzicht auf Kindergarten-, Hort- und Kernzeit-Betreuungsgebühren für die Monate Dezember, Januar und Februar. Grund ist die pandemiebedingte Schließung dieser Einrichtungen. Der Erlass soll nicht gelten, sofern die Notbetreuung in Anspruch genommen wurde. Durch den Gebührenverzicht rechnet die Gemeinde mit Einnahmeausfällen von rund 100 000 Euro, die aber zu 80 Prozent vom Land getragen werden sollen.

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Der Tennisclub Edingen-Neckarhausen (TCEN) will auf dem neuen Areal am Sport- und Freizeitzentrum eine so genannte Padel-Anlage bauen. Der Platz ist kleiner als ein herkömmlicher Tennisplatz und von Glas umgeben. Die Trendsportart kommt aus Mexiko, vereint Elemente von Tennis und Squash und ist in Spanien bereits sehr erfolgreich. Der TCEN verspricht sich von der 55 000 Euro teuren Anlage neue und vor allem junge Mitglieder. Die Gemeinde muss als Eigentümerin zustimmen, eine Bezuschussung ist nicht vorgesehen.

Redaktion Aus Leidenschaft Lokalredakteur seit 1990, beim Mannheimer Morgen seit 2000.