Edingen-Neckarhausen - Kaufland übernimmt ehemalige Real-Filiale / Seit Mittwoch läuft das Geschäft wieder Neu-Edingen: Kaufland baut Real in zwei Tagen um

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Hans-Jürgen Emerich
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Obst und Gemüse gibt es bei Kaufland in Neu-Edingen gleich im Eingangsbereich, 90 Mitarbeiter der ehemaligen Real-Filiale sind übernommen worden. © Marcus Schwetasch

Am Freitag noch Real, seit Mittwoch Kaufland: Die rund 4800 Quadratmeter große Filiale des inzwischen zerschlagenen Handelsriesen im Edingen-Neckarhäuser Einkauf Center trägt ab sofort die Farbe Rot. Kaufland hat sie übernommen und damit den Standort gesichert.

Edingen-Neckarhausen Kaufland zieht bei Real ein

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Marcus Schwetasch
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Schon der Blick auf den Parkplatz zeigt, dass zur Eröffnung unter dem neuen Markenlabel reger Andrang herrscht. Auch Bürgermeister Simon Michler und seine Wirtschaftsförderin Thea Patrizia Arras sind gekommen, um sich nach dem zweitägigen Blitzumbau ein Bild von dem neuen Laden zu machen. „Das ist wirklich schön geworden“, stellt Arras später fest.

Kaufland in Neu-Edingen

Kaufland hat den bisherigen Real-Markt im Edingen-Neckarhäuser Einkauf Center (EEC) in der Rosenstraße übernommen.

90 Mitarbeiter von Real wurden nach Angaben von Kaufland übernommen und werden jetzt nach Tarif bezahlt.

Das Kaufland-Sortiment umfasst mehr als 35 000 Artikel, darunter Bio- und Fairtrade-Produkte sowie laktose- und glutenfreie Artikel.

Der Markt ist montags bis samstags von 8 bis 22 Uhr geöffnet (aufgrund der aktuell geltenden Corona-Verordnung vorerst nur bis 20 Uhr). hje

Was sich im Detail alles geändert hat, erläutert Nico Braun, Geschäftsführer von Kaufland Südwest, beim exklusiven Rundgang mit dem „MM“. Zuallererst fallen Obst und Gemüse ins Auge. Weil Frischeprodukte beim neuen Betreiber eine zentrale Rolle spielen, rücken sie auch optisch in den Mittelpunkt und stehen ganz vorn. Rechts des Eingangs, wo bei Real Elektrogeräte und Computerzubehör zu finden waren, stehen jetzt unter anderem Backwaren und Nudeln.

Schwerpunkt Lebensmittel

„Im großen Unterschied zu Real sind bei uns Lebensmittel der Schwerpunkt“, erklärt Braun. Dass sie künftig in niedrigeren Regalen stehen, soll nicht nur für die Kunden bequem, sondern auch für die Mitarbeiter ergonomischer sein. Keines der Regale ist höher als 1,80 Meter, viele sind sogar nur 1,20 Meter hoch. Genau wie die neuen Paletten, die Kaufland selbst entwickelt hat. So sei die maximale Arbeitshöhe für die Beschäftigten angenehmer, erläutert der Geschäftsführer.

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Neben den Frischetheken für Fleisch, Wurst und Käse gibt es jetzt einen größeren Selbstbedienungs-Backshop mit Brot und Brötchen. Ein zusätzlicher Backofen sorgt für regelmäßigen Nachschub. „Wir backen laufend frisch“, unterstreicht Braun. Ob das nicht eine Konkurrenz zur Görtz-Filiale in der Ladenzeile sei? – „Keineswegs“, versichert der Geschäftsführer: „Wir sind an mehreren Standorten beide vertreten und ergänzen uns gegenseitig.“

An vielen Stellen steht noch eine Art Baustellenzaun vor den Regalen. Mit Braun ist ein Blick dahinter möglich. Mitarbeiterinnen räumen gerade Ware in die Regale. „Haushaltswaren“ steht in großen weißen Lettern auf blauer Fläche darüber an der Wand. Die verspielten Ornamente aus Real-Zeiten werden nach und nach verschwinden und durch schlichte farbige Wände ersetzt. „Der Kunde soll einfach und bequem einkaufen können“, erklärt der Geschäftsführer die Philosophie von Kaufland. Das erfordere eine klare Struktur und Einfachheit.

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Dass die Handelskette vor allem mit niedrigen Preisen überzeugen will, ist optisch omnipräsent. Große, leuchtendorange Plakate mit Prozentzeichen hängen über den Gondelköpfen, wie die Regale direkt an den breiteren Durchgangsfluren heißen. „Hier soll der Kunde finden, was ihm besondere Vorteile bringt“, erläutert der Geschäftsführer. Zu den grundlegenden technischen Änderungen zählen neue Scanner und Kassen, aber auch digitale Preisschilder an den Regalen. Hier werden jeden Donnerstag die aktuellen Preise eingespielt, ohne dass Papier dafür bedruckt werden muss.

Neue Automaten für Leergut

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Bis die ebenfalls neuen Automaten zur Rücknahme von Leergut kommen, werden Kisten und Flaschen einstweilen manuell zurückgenommen. Der schnelle Weg in die Getränkeabteilung und durch eine eigene Kasse wieder nach draußen fällt aber weg. „Wir haben einen klaren Kundenlaufweg“, begründet Braun die Beschränkung auf eine Zone mit acht Kassen.

Paten stehen zur Seite

Damit die Umstellung von Real auf Kaufland reibungslos klappt, gibt es übrigens ein Patensystem. Mitarbeiter von Kaufland arbeiten ihre neuen Kollegen ein. Cüneyt Gülhan aus Heidelberg-Rohrbach steht dem Hausleiter Michael Thom zur Seite, der seit 2018 für den Markt verantwortlich ist. „Der Standort rentiert sich“, betont Thom. Und wie kommt der neue Markt bei den Kunden an? „Alles sieht sehr sauber aus“, sagt Christiane Ullrich. „Überraschend“, findet Meike Emmerich, als sie mit Tochter Lena vom Einkauf zurückkommt. Alle drei Friedrichsfelderinnen sind sich in einem Punkt einig: „Mann muss sich erst wieder zurechtfinden.“ Das weiß auch Braun, der die Kunden noch um ein wenig Geduld bittet. Bis in acht Wochen, so hofft er, ist die Umstellung auf Kaufland erledigt.

Info: Fotostrecke: morgenweb.de/edingen

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