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 Edingen-Neckarhausen - Kooperations- und Patenschaftsprojekt des Obst- und Gartenbauvereins vorgestellt Mirabellenbaum für Sohn Felix

Von 
Hannelore Schäfer
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Streuobstwiesen bereiten nicht nur Menschen einen Genuss. Dank der Insektenhotels sind sie auch ein Gewinn für Nützlinge. © Schäfer

Streuobstwiesen sind von Menschen geschaffene Kulturlandschaften. Sie prägen das Landschaftsbild, dienen dem Erhalt der Artenvielfalt und liefern ganz nebenbei noch gesundes Obst. Auf der neuangelegten Streuobstwiese an der Mannheimer Straße wachsen zwölf Obstbäume. Sie sind Teil eines Kooperationsprojekts. Alle haben bereits Paten gefunden. Das Projekt wurde bei einem Ortstermin mit dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Edingen, Helmut Koch, und Bürgermeister Simon Michler vorgestellt.

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„Das Kooperations- und Patenschaftprojekt war eine Idee des Obst- und Gartenbauvereins“, betonte Bürgermeister Simon Michler. Die Vereinsführung habe die Gemeinde bei dem Vorhaben um Unterstützung gebeten. „Eine Bitte, der wir gerne nachkommen, indem wir gemeindeeigene oder gepachtete Grundstücke zur Verfügung stellen und eine Pflegevereinbarung zwischen den Kooperationspartnern initiiert haben“, erläuterte der Rathauschef. Die Vereinbarung sehe vor, dass der Verein jährliche Pflegemaßnahen auf der Streuobstwiese vornimmt, die Gemeinde Edingen-Neckarhausen honoriert das in Form von Pflegegeld.

Paten dürfen Ernte behalten

Der Vertrag mit den Obstbaumpaten wird ebenfalls über die Gemeindeverwaltung abgewickelt. „Die Baumpaten zahlen einen Betrag in Höhe von 25 Euro pro Jahr. Dafür dürfen sie das Obst ihres Baumes ernten und behalten“, ergänzte Michler. Einige der Paten hätten ihren Baum auch bestimmten Ereignissen, wie der Geburt eines Kindes, zugeordnet. Zu diesen zählt Rathaus-Bedienstete Melanie Schuster, die ihrem Sohn Felix einen Mirabellenbaum gewidmet hat.

Auf den drehbaren Holzwürfeln, die seitlich des ebenfalls neu entstandenen Insektenhotels angebracht wurden, steht neben den Namen der Paten auch eine Beschreibung der alten Obstsorten. Bei Schusters „Mirabelle von Nancy“ heißt es unter anderem „gesuchte und hoch bezahlte Einmachfrucht“. Bis es ans Eingemachte geht, wird es allerdings noch ein Weilchen dauern. „Die Baumsetzlinge wurden im Frühjahr 2019 gepflanzt, ich schätze mal, dass sie in zwei, drei Jahren Früchte tragen“, ließ Obst- und Gartenbau-Chef Helmut Koch wissen.

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„Die Bäume müssen erst Holz machen, ein starkes Astgerüst und eine tragfähige Krone entwickeln“, erklärte der Fachmann. Damit dies auch gut gelingt, zeigten die Baumfachwarte des Obst- und Gartenbauvereins, Dietz Wacker und Michael Gnilka, an den noch jungen Gehölzen den „Erziehungsschnitt“. An der Baumreihe nebenan mit den schon stattlichen Hochstämmen demonstrierten sie den „Erhaltungsschnitt“.

Damit sich auch die Nützlinge nützlich machen können, hat der Ortsbauernverband Edingen-Neckarhausen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein stattliches Insektenhotel erstellt. „Nein, Bewohner gibt es noch keine, aktuell sind noch keine Insekten unterwegs“, erklärte Herbert Stein vom Bau- und Umweltamt der Gemeinde.

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„Das Projekt ist eine tolle Sache“, lobte Baumpatin Maryvonne Le Flecher, die sich für eine Mispel entschieden hat. Die Frucht könne man zum Brotaufstrich verarbeiten, ergänzt die gebürtige Bretonin. Nahe der Kleintierzuchtanlage soll eine weitere Streuobstwiese mit Patenbäumen entstehen. Interessenten melden sich bei Helmut Koch.

Freie Autorin