Edingen-Neckarhausen - UBL-FDP/FWV schlägt anderen Standort vor / Bürgermeister sieht keine Kostenvorteile Hundesportler doch im Gewerbegebiet?

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Hans-Jürgen Emmerich
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Im Grüngürtel des Sport- und Freizeitzentrums könnten die Hundesportler der Gemeinde eine neue Heimat finden. © Bernhard Zinke

Die Umsiedlung des Hundesports in der Gemeinde Edingen-Neckarhausen ist zentraler Baustein für die Projekte Neubaugebiet „Neckarhausen Nord“ und Gewerbegebiet In den Milben mit Hilfeleistungszentrum (Feuerwehr). Die vorhandenen Standorte in der Neckarstraße in Neckarhausen und in der Dreidlerstraße in Edingen werden aufgegeben und durch eine gemeinsame Anlage ersetzt. Was nach vielen Gesprächen aller Beteiligten eine ausgemachte Sache zu sein schien, gerät jetzt wieder ins Wanken. Die Fraktion der Unabhängigen Bürgerliste (UBL-FDP/FWV) will angesichts der Finanzlage der Gemeinde über eine aus ihrer Sicht günstigere Alternative diskutieren.

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Im Juli und im Dezember hatte der Gemeinderat Pläne für das Gewerbegebiet In den Milben in der Speyerer Straße gebilligt, nur die Offene Grüne Liste (OGL) hielt das Vorhaben für überdimensioniert und lehnte es deshalb ab. Von der UBL gab es schon damals Kritik.

Hintergrund sind die Kosten, die durch den Umzug ins Sport- und Freizeitzentrum entstehen. Wenn der Hundesport künftig dort angesiedelt werden soll, wie die beiden vor der Fusion stehenden Vereine das in einem Kompromiss mit der Gemeinde vereinbart haben, müssten 600 000 Euro für den Platz und 1,5 Millionen Euro in ein Funktionsgebäude investiert werden. Diese Zahlen stehen im Etatentwurf 2021.

Dass die 2,1 Millionen Euro ausreichen, zieht die UBL in Zweifel. Sie beruft sich dabei auf eine Begehung , bei der Herbert Stein vom Bau- und Umweltamt die Fragen der Fraktion beantwortet habe. Das Biotop aus Wiese mit Büschen und Bäumen falle dem Vorhaben zum Opfer und müsse an anderer Stelle ersetzt werden. Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser müssten über eine größere Distanz aufwendig hergestellt werden. Das sei in dem genannten Betrag gar nicht „eingepreist“. Überdies liege das Areal in einem stark frequentierten Naherholungsgebiet. „Es ist Teil des Grüngürtels, der bei der Planung des Sportzentrums als Ausgleich für die Eingriffe und den Flächenverbrauch angelegt wurde“, so die UBL.

„Zumutbare Alternative“

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Sie schlägt nun stattdessen vor, lediglich eine zusätzliche Übungswiese für die Hundesportvereine in den „Milben“ zu schaffen, die auch für Agility geeignet sei. Das sei eine „gute und weitaus kostengünstigere und flächenschonende zumutbare Alternative“. Das Gelände liege zwischen dem künftigen Gewerbegebiet und dem „Sita-Suez“-Umgrenzungswall beim Hebewerk, das Vereinsheim und Übungsgelände in der Drechslerstraße sei in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.

Bürgermeister Simon Michler hält von dem Vorschlag allerdings nicht viel, wie er auf Anfrage erklärt: „Ich sehe darin keine Kostenvorteile.“ An dem Standort im Sport- und Freizeitzentrum solle ein reines Funktionsgebäude entstehen, die vorhandene Vegetation werde zu einem großen Teil erhalten. Eine Entscheidung könne nur gemeinsam mit den betroffenen Hundesportvereinen gefällt werden.

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„Das ist nicht unser Plan“, sagt der Vorsitzende des Hundesportvereins (HSV) Edingen, Jürgen Thoma, zum UBL-Vorschlag. Auch Richard Strauß, Chef des Vereins für Hundesport (VfH) in Neckarhausen, zeigt sich überrascht von der Idee. Er persönlich ist dem Standort Milben jedoch offenbar nicht völlig abgeneigt: „Mir würde es nichts ausmachen.“

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Über den Vorschlag der UBL soll nun im Rahmen der Beratungen des Haushalts für 2021 gesprochen werden, die wegen Corona auf Februar verschoben worden sind. „Zwei Millionen Euro sind immerhin ein Drittel des Defizits, das wir im Haushalt haben“, macht UBL-Gemeinderat Dietrich Herold die Dimensionen deutlich.

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Redaktion Aus Leidenschaft Lokalredakteur seit 1990, beim Mannheimer Morgen seit 2000.