Edingen-Neckarhausen - Am Freitag soll ein Förderverein gegründet werden / Bürgermeister Simon Michler unterstützt Initiative von Gemeinderat Florian König Für die Fähre sind viele Feuer und Flamme

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Hans-Jürgen Emmerich
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Die Fähre zwischen Neckarhausen und Ladenburg soll ab April 2020 unter kommunaler Flagge übersetzen. Am Freitag gründet sich ein Förderverein. © hje

Seit fast 550 Jahren verbindet eine schwimmende Brücke Neckarhausen und Ladenburg. Mit der Übernahme der Fähre durch die Gemeinde Edingen-Neckarhausen wird im April ein neues Kapitel in der jahrhundertealten Geschichte aufgeschlagen, mit der Gründung eines Fördervereins ebenfalls. Am Freitag, 6. März, wollen sich Freunde der Fähre zusammenschließen, um das beliebte Verkehrsmittel dauerhaft zu unterstützen.

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Mitinitiator der Gründung ist CDU-Gemeinderat Florian König. „Ich bin schon als Kind stundenlang mit der Fähre hin und her gefahren“, erzählt er. Denn sein bester Freund Dennis Knopp war Mitglied der Fährgemeinschaft. Die schwimmende Brücke sei ein Aushängeschild für die Gemeinde und wichtiges Kulturgut, erklärt er, warum er sich so dafür engagiert: „Dass sie einmal nicht mehr fahren könnte, ist ein ganz trauriger Gedanke.“ Damit es gar nicht erst so weit kommt, will der Verein die Fähre nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch noch fester im Bewusstsein der Menschen verankern.

Nicht zuletzt deshalb liegt König auch die Dokumentation der Geschichte und die Archivierung sehr am Herzen. Christopher Kolumbus habe erst neun Jahre nach Beginn des Fährbetriebs, 1492, Amerika entdeckt, schlägt er einen Bogen zur großen Geschichte. Schon seit geraumer Zeit spricht König Leute an, die sein Anliegen unterstützen. „Die sind alle Feuer und Flamme für die Fähre“, freut er sich. Als jährlicher Mitgliedsbeitrag seien 18 Euro geplant, Familien könnten für 36 Euro beitreten. Und denen will König durchaus etwas bieten. Man plane unter anderem Fahrten zu anderen Fähren und wolle sich auch in das örtliche Leben einbringen.

„Wir als Gemeinde begrüßen das sehr und freuen uns“, betont Bürgermeister Simon Michler, der sich als „einfaches Mitglied“ anschließen will. Die Idee eines Fördervereins war bereits im Oktober 2020 angesprochen worden, als die Gemeinde die Übernahme der Fähre in eigener Regie ankündigte. „Danach hat das ganze eine Eigendynamik entwickelt“, freut sich Michler. Dass sich auch Mitglieder der bisherigen Fährgemeinschaft in dem Verein einbringen, sei wichtig.

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Fährmann Jochen Krauß, der selbst das Geschäft von seinem Vater Herrmann Krauß übernommen hat und seit fast 20 Jahren Schichten auf der schwimmenden Brücke schiebt, will sich ebenfalls in dem neuen Verein engagieren. Zur Gründungsversammlung laden König und Krauß am Freitag, 6. März, um 19 Uhr ins Restaurant „Winzli“ (DJK-Clubhaus) ein.

Was aus dem alten Fährhaus von 1851 wird, ist noch offen. Ein Architekt soll im Auftrag der Gemeinde Nutzungen prüfen, beispielsweise als Café. Der kommunale Betrieb der Fähre beginnt voraussichtlich im April. Zuvor muss das Schiff allerdings erst einmal auf die Werft und zum TÜV. Wenn sie dann wieder übersetzen kann, ist das für viele ein Grund zum Feiern. Genau das hat die Gemeinde vor. „Wir werden am Sonntag, 26. April, ein Fährfest veranstalten“, kündigt der Bürgermeister an. Der neue Förderverein wird dann – um im Bild zu bleiben – bereits mit im Boot sein.

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Info: Weitere Artikel und Video: morgenweb.de/neckarhausen

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