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Edingen-Neckarhausen

Feuerwehr Edingen-Neckarhausen erhält Puppen und Defis zum Üben

Von 
Hans-Jürgen Emmerich
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Kommandant Stephan Zimmer (v.l.) freut sich über die Übungsgeräte, die Stephanie Fritz von der Björn Steiger Stiftung und Lars Thieme übergeben. © Emmerich

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 100 000 Menschen an einem unvermittelten Herztod. Oft passiert das deshalb, weil ihnen nicht rechtzeitig oder gar nicht geholfen wird. Gerettet werden könnten sie, wenn sie mit Herzdruckmassage und einem Defibrillator (Defi) reanimiert würden. Die Feuerwehren haben deshalb in jedem ihrer Löschfahrzeuge ein solches Gerät an Bord. „Der steckt im Rettungsrucksack, eine Art Verbandskasten XXL“, erläutert Stephan Zimmer, der Kommandant der Feuerwehr in Edingen-Neckarhausen.

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Die richtige Anwendung des lebensrettenden Geräts üben die Männer und Frauen der Feuerwehr jedes Jahr im Januar bei dem für alle Aktiven obligatorischen Erste-Hilfe-Kurs. Übungspuppen und Defis müssen sie sich bislang von anderen ausleihen, künftig werden sie diese selbst zur Verfügung haben. Möglich macht das eine großzügige Spende. Bei einem Ratespiel der Björn Steiger Stiftung hatte Lars Thieme aus Neu-Edingen der Gemeinde einen der Hauptpreise gewonnen und dessen Wert spontan zur Verfügung gestellt. Die Björn Steiger Stiftung hat diese gute Tat belohnt und noch etwas drauf gelegt: So bekommt die Feuerwehr Neckarhausen nun acht Übungspuppen und zwei Übungsgeräte von der Stiftung.

„Bereits nach fünf Minuten ohne Herz-Druck-Massage bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit irreparable Schäden zurück“, erläutert Stephanie Fritz, Projektmanagerin von „Helden.Retten.Leben.“ sowie „Retten macht Schule“. Darum sei die Erste Hilfe so wichtig, vor allem durch Laien. Denn jeder könne vor Ort wirksam Hilfe leisten. Davon weiß auch Kommandant Stephan Zimmer zu berichten. Seine Leute haben schon mehrfach mit einem Defi Leben gerettet, weil sie als Ersthelfer am schnellsten vor Ort waren und Patienten erfolgreich reanimieren konnten. Damit Hilfe möglichst schnell ankommt, hat sich die Gemeinde Ilvesheim im vergangenen Jahr entschlossen, das System „Helfer vor Ort“ einzuführen. „Das ist bei uns nicht angedacht“, erklärt Zimmer.

Trotzdem werden die Feuerwehrleute in Edingen-Neckarhausen jetzt dank der großzügigen Spende noch häufiger den richtigen Umgang mit den Defis üben. „Wir können das auch in eine Brandschutzübung einbauen“, erläutert Zimmer. Denn Bestandteil jeder dreistufigen Übung bei der Feuerwehr sei zum Abschluss immer eine Einsatzsimulation. Dabei werden die Aktiven künftig häufiger auch einmal vor die Aufgabe gestellt, einen kollabierten Menschen zu reanimieren.

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Damit Laien im Notfall schnell und optimal Erste Hilfe leisten können, setzt die Björn Steiger Stiftung auf die Breitenausbildung der Bevölkerung und auf die Präsenz von Laien-Defibrillatoren an öffentlichen Orten. „Die handlichen, mobilen Geräte sollten genauso selbstverständlich werden wie Feuerlöscher“, findet Stephanie Fritz. Dankbar für die Spende der Stiftung zeigte sich auch Bürgermeister Simon Michler.

Redaktion Aus Leidenschaft Lokalredakteur seit 1990, beim Mannheimer Morgen seit 2000.

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