Edingen - Bernd Kreissig tritt am 1. September seinen Dienst bei der evangelischen Kirchengemeinde an Bernd Kreissig wird neuer Pfarrer in Edingen

Von 
Hannelore Schäfer
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Bernd Kreissig am Altar der evangelischen Kirche in Edingen: Am 1. September wird er hier Pfarrer, am 13. Oktober erfolgt seine Ordination. © H. Schäfer

Die evangelische Kirchengemeinde Edingen bekommt einen neuen Pfarrer. Bernd Kreissig aus Ladenburg tritt seinen Dienst am 1. September an. „Eine Kirchengemeinde ist etwas lebendiges, das sich stets fortentwickelt“, betont er und fügt hinzu: „Ich freue mich darauf bald Teil dieser Gemeinde zu sein.“ Der Theologe ist Nachfolger von Matthias Schipke, der andernorts eine neue Aufgabe übernommen hatte.

Bernd Kreissig

  • Der gebürtige Saarbrücker hat an der Lutherischen Theologischen Hochschule in Oberursel studiert.
  • Ein Stipendium führte ihn für ein Jahr nach Jerusalem.
  • Nach dem Studium arbeitete Kreissig zunächst als Programmierer bei Duden und Brockhaus.
  • Als Geschäftsführer managte er die bundesweit agierende Studienkreis-Nachhilfe.
  • In seiner Freizeit spielt Kreissig vertretungsweise die Orgel in der evangelischen Kirche Ladenburg. Für deren Restaurierung initiierte er eine Spendenaktion. (hje/fer)
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„Der Kirchengemeinderat hatte auf eine Ausschreibung der vakanten Pfarrstelle verzichtet“, schildert die Vorsitzende der Gemeindeversammlung, Gisela Graß, die Vorgehensweise. Vorausgegangen sei ein Angebot von Dekanin Monika Lehmann-Etzelmüller, „einem Pfarrer im Probedienst die ersten Berufserfahrungen zu ermöglichen“. Die Gemeinde ersparte sich laut Graß auf diese Weise eine langwierige Kandidatensuche, der in Ladenburg lebende Bernd Kreissig fand seine erste Pfarrstelle.

Der gebürtige Saarbrücker hatte zunächst nicht die klassische Theologen-Laufbahn eingeschlagen, sondern war in ganz unterschiedlichen Sparten beruflich erfolgreich. „Ich stamme aus einem christlich sozialisierten Elternhaus, Kirche und Glaube waren mir nicht fremd. Im Konfirmanden-Unterricht habe ich mich dann verstärkt mit theologischen Fragestellungen auseinandergesetzt“, erinnert sich Kreissig. Das wachsende Interesse, sich auch wissenschaftlich mit Bibeltexten zu befassen, habe er dann im Theologie-Studium verwirklicht. Voraussetzung waren Kenntnisse der biblischen Sprachen Hebräisch und Altgriechisch sowie des Lateinischen im Hinblick auf kirchengeschichtliche Quellen.

Organist in Jerusalem

Erste Studienstation von Kreissig war die Lutherische Theologische Hochschule in Oberursel. Ein Stipendium führte ihn dann für ein Jahr nach Jerusalem. „Zusammen mit katholischen Studienkollegen habe ich direkt am Berg Zion gewohnt, es herrschte ein intensiver Austausch und gelebte Ökumene“, denkt der Gottesmann gern an die prägende Zeit „im Land der Bibel“ zurück. Besonders im Gedächtnis haften blieb dem begeisterten Organisten sein Orgelspiel in Jerusalem zu Ostern und an Weihnachten in Bethlehem.

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Nach Israel folgte mit Fort Wayne im US-Bundesstaat Indiana für den Stipendiaten ein weiteres Studienjahr im Ausland. Nach der Rückkehr schloss er in Heidelberg das Studium mit dem Examen ab. „1993 gab es kaum freie Pfarrstellen, die Bewerberzahlen waren damals sehr hoch, und so habe ich mich entschlossen, mir einen anderen Broterwerb zu suchen“, berichtet Kreissig. Den fand er zunächst bei Duden und Brockhaus als Programmierer. Später managte er als Geschäftsführer die bundesweit agierende Studienkreis-Nachhilfe und war in der Unternehmensberatung tätig.

„Für das letzte Drittel meines beruflichen Lebens wollte ich noch einmal neue Wege gehen“, betont der 54-Jährige und fügt an: „Ich möchte mit Menschen und für Menschen arbeiten.“ Seine Anfrage bei der evangelischen Kirche in Baden nach einer Aufnahme in den kirchlichen Dienst fiel positiv aus. Seit zwei Jahren absolviert er eine berufspraktische Ausbildung in Weinheim, die in diesen Monat endet. In dieser Zeit war er als Vikar an der Weinheimer Johannes-Gemeinde tätig.

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Ab dem 1.September wird er nun für zwei Jahre sein Amt als Pfarrer im Probedienst in Edingen antreten: „Danach bin ich bewerbungsfähig und könnte mich theoretisch nach einer neuen Pfarrstelle umschauen, aber auch die Gemeinde kann sagen: ’Das war’s’“. Kirchengemeinderätin Katharina Sacherer sieht erst einmal Grund zur Freude: „Wir sind absolut erfreut, dass es mit der Besetzung der Pfarrstelle so schnell gegangen ist und sind positiv gestimmt was die Zusammenarbeit angeht.“

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„Für mich zählt das, was der Gemeinde gut tut und was sie braucht“, betont der angehende Pfarrer. Und in der Freizeit? – Zusammen mit seiner Frau, einer Meeres-Biologin, ist er einmal im Jahr als Öko-Tourist in der Antarktis unterwegs. Tanzen sowie Wandern im Odenwald zählen zu den weiteren Steckenpferden des Ehepaars.

Info: Ordination im Festgottesdienst am Sonntag, 13. Oktober

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